Rauchen und Parodontitis: Risiko, Behandlung und Rauchstopp

Das Rauchen von Tabak gehört zu den Faktoren, die sich bei einer Parodontitis beeinflussen lassen. Es erhöht das Risiko für Entstehung und Fortschreiten der Erkrankung und kann den Erfolg der Behandlung mindern; ein Rauchstopp kann das Risiko senken und das Behandlungsergebnis verbessern. Hilfen zum Rauchstopp gehören zur Parodontitisbehandlung. Die übrigen Ursachen der Parodontitis stehen auf einer eigenen Seite.

Auf einen Blick

Thema Bei Rauchenden Nach einem Rauchstopp
Entstehung und Fortschreiten Das Risiko ist im Mittel knapp doppelt so hoch wie bei Menschen, die nie geraucht haben. Das Risiko kann sich dem von Menschen annähern, die nie geraucht haben.
Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen Die Taschentiefe geht im Mittel um rund 0,3 Millimeter weniger zurück. Die Behandlung kann besser wirken: Die Taschentiefe kann stärker zurückgehen.
Prozess: Rauchen wirkt bei Entstehung, Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen, Operation, Wiederaufbau von Knochen und Nachsorge, Hilfe zum Rauchstopp begleitet alle Stufen

Wo Rauchen die Behandlung beeinflusst

Wie Rauchen Entstehung und Verlauf beeinflusst

Rauchen erhöht das Risiko für Entstehung und Fortschreiten einer Parodontitis im Mittel auf knapp das Doppelte, gemessen an Menschen, die nie geraucht haben. Vermutlich verändert Rauchen die Immunabwehr und die Durchblutung des Zahnfleisches.

Rauchen und Diabetes gelten als die zwei nachgewiesenen Risikofaktoren, die bei der Einteilung der Parodontitis für den Grad berücksichtigt werden. Der Grad beschreibt das Tempo des Fortschreitens: Rauchen mit weniger als zehn Zigaretten am Tag wird Grad B zugeordnet, ab zehn Zigaretten am Tag Grad C.

Welches Gewicht das Rauchen neben den anderen Befunden für die Aussichten der Zähne hat, beschreibt die Seite Risikoprofil und Prognose der Parodontitis.

In Deutschland raucht rund ein Viertel der 35- bis 44-Jährigen und rund jede siebte Person zwischen 65 und 74 Jahren.

Zahnfleischbluten als Warnzeichen bei Rauchenden

In der Nachsorge nach einer Parodontitisbehandlung kann bei Rauchenden die Blutung beim Sondieren schwächer ausfallen als bei Menschen, die nie geraucht haben, obwohl mehr Resttaschen vorhanden sind. In der Nachsorge kann Zahnfleischbluten bei Rauchenden deshalb ein schwächeres Warnzeichen sein. Ob das Zahnfleisch gesund ist, zeigt sich in der Nachsorge bei Rauchenden nicht allein am Bluten; die Messung der Taschentiefen in der Praxis liefert zusätzliche Information. Mehr zur Einordnung von Blutung beim Sondieren steht auf der Seite Zahnfleischbluten und im Lexikon unter BOP.

Auswirkung auf die Behandlung

Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen. Nach der subgingivalen Reinigung im Rahmen der antiinfektiösen Therapie gehen die Zahnfleischtaschen bei Rauchenden meist etwas weniger zurück. Im Mittel sind es rund 0,3 Millimeter weniger Rückgang der Taschentiefe und rund 0,2 Millimeter weniger Anheftungsgewinn des Zahnfleisches am Zahn (Attachment). Im Einzelfall kann der Unterschied größer oder kleiner ausfallen.

Operationen am Zahnfleisch. Auch nach einer Lappenoperation können die Ergebnisse bei Rauchenden schlechter ausfallen. Eine Operation bleibt auch bei Rauchenden möglich. Ob und wann operiert wird, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Zahnarztpraxis.

Wiederaufbau von Knochen. Beim Wiederaufbau des Zahnbetts kann Rauchen den Knochengewinn verringern, etwa bei der gesteuerten Geweberegeneration.

Langfristig. Rauchen kann auch das Risiko für Zahnverlust erhöhen. Wie es um Rauchen bei Zahnimplantaten steht, zeigt die Seite Rauchen und Implantate.

Rauchstopp: Risiko und Behandlungsergebnis

Ein Rauchstopp kann das Parodontitis-Risiko senken. Es kann sich dem von Menschen annähern, die nie geraucht haben. Beim Zahnverlust, der nicht nur durch Parodontitis entsteht, kann das Risiko auch nach einem Rauchstopp höher bleiben als bei Menschen, die nicht rauchen.

Auch die Behandlung kann besser wirken. Nach der Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen können die Taschen bei Menschen, die das Rauchen aufgegeben haben, stärker zurückgehen als bei Menschen, die weiter rauchen. Auf lange Sicht kann bei ihnen auch der Knochenabbau geringer ausfallen.

Hilfe beim Rauchstopp in der Parodontitisbehandlung

Zu den Hilfen beim Rauchstopp zählen eine kurze Beratung in der Praxis und Nikotinersatz. Bei Bedarf kann die Praxis zu einer vertiefenden Beratung oder zu ärztlicher Behandlung weitervermitteln.

Hilfen zum Rauchstopp: kurze Beratung in der Praxis und Nikotinersatz, bei Bedarf mit Weitervermittlung

Hilfen zum Rauchstopp im Überblick

Beratung in der Zahnarztpraxis zusammen mit Nikotinersatz erhöht die Chance, nach mindestens sechs Monaten rauchfrei zu sein, im Vergleich zu keiner Unterstützung oder nur einer kurzen Beratung. Fragen Sie Ihre Zahnarztpraxis nach Unterstützung beim Rauchstopp. Welche Hilfe zu Ihnen passt, klären Sie gemeinsam mit der Praxis oder Ihrer Hausarztpraxis.

Zur Begleitung des Rauchstopps bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit unter rauchfrei-info.de ein kostenloses Angebot mit Ausstiegsprogramm, Forum, Chat und Gruppenprogramm.

Kann ein Rauchstopp das Risiko für Parodontitis senken?

Das ist möglich. Das Risiko für Parodontitis kann sich dem von Menschen annähern, die nie geraucht haben, und die Behandlung kann besser wirken. Die Parodontitis selbst wird in der Zahnarztpraxis behandelt.

Wie wirkt sich ein Rauchstopp auf die Behandlung der Zahnfleischtaschen aus?

Bei Menschen, die das Rauchen aufgegeben haben, können die Taschen nach der Tiefenreinigung stärker zurückgehen als bei Menschen, die weiter rauchen.

implantate.com-Fazit

Rauchen erhöht im Mittel das Risiko für Entstehung und Fortschreiten einer Parodontitis auf knapp das Doppelte, kann den Behandlungserfolg mindern und in der Nachsorge das Zahnfleischbluten zu einem schwächeren Warnzeichen machen. Das Parodontitis-Risiko kann sich nach einem Rauchstopp dem von Menschen annähern, die nie geraucht haben, und die Behandlung kann besser wirken. Unsere Empfehlung: Planen Sie den Rauchstopp als festen Teil der Parodontitisbehandlung ein und sprechen Sie Ihre Zahnarztpraxis auf Unterstützung beim Rauchstopp an. Der Rauchstopp ergänzt die Behandlung in der Zahnarztpraxis und ersetzt sie nicht.

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Weiterführende Hilfe

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): rauchfrei-info.de. rauchfrei-info.de

Verantwortlicher Autor


Letzte Aktualisierung am Freitag, 06. November 2026