Zahnpflege bei Baby und Kleinkind: ab wann, womit, wie viel
Geputzt wird ab dem ersten Zahn, zweimal täglich, einmal davon abends vor dem Schlafen. Bis zum zweiten Geburtstag genügt eine reiskorngroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid, danach eine erbsengroße. Die Eltern putzen nach, bis das Kind etwa sieben bis acht Jahre alt ist.
Wann die ersten Zähne kommen und was beim Durchbruch hilft, steht unter Zahnen beim Baby; weitere Elternfragen beantwortet das Kapitel Kinderzahnheilkunde.
Auf einen Blick
| Beginn | Ab dem ersten Zahn |
|---|---|
| Wie oft | Zweimal täglich, einmal davon abends vor dem Schlafen |
| Bis 2 Jahre | Reiskorngroße Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid (im 1. Lebensjahr alternativ Fluoridtablette, dann ohne Fluoridzahnpasta) |
| 2 bis 6 Jahre | Erbsengroße Menge mit 1.000 ppm Fluorid |
| Ab 6 Jahren | Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid |
| Nach dem Putzen | Ausspucken, nicht mit Wasser nachspülen |
| Nachputzen | Bis etwa 7 bis 8 Jahre |
| Trinken | Keine süßen Getränke, keine Flasche zum Einschlafen; ab etwa einem Jahr aus Becher oder Tasse, nachts keine Milchflasche mehr |
| Schnuller und Daumen | Je früher abgewöhnt, desto besser für den Biss |
| Kasse | Sechs Früherkennungsuntersuchungen mit Fluoridlack bis 6 Jahre, danach Individualprophylaxe |
Ab dem ersten Zahn
Sobald der erste Zahn durchbricht, wird er geputzt; wann welcher Zahn kommt, zeigt die Seite Wann kommt welcher Zahn? Um die Mitte des ersten Lebensjahres steckt ein Baby ohnehin alles in den Mund; das lässt sich nutzen, um es schon vorher mit einer weichen Kinderzahnbürste vertraut zu machen.
Im ersten Lebensjahr gibt es zwei gleichwertige Wege, die Zähne mit Fluorid zu schützen:
- Das Baby bekommt eine Tablette mit Fluorid und Vitamin D; geputzt wird dann ohne Zahnpasta oder mit wenig fluoridfreier Zahnpasta.
- Das Baby bekommt eine Tablette nur mit Vitamin D; geputzt wird zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid.
Fluoridtablette und Fluoridzahnpasta werden nicht kombiniert. Ab dem ersten Geburtstag putzen alle Kinder mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Wie Fluorid wirkt, steht im Lexikon unter Fluoride.
Wie viel Zahnpasta in welchem Alter?
Zahnpasta mit Fluorid schützt die Zähne vor Karies, und das umso besser, je regelmäßiger geputzt wird. Kleinkinder verschlucken allerdings einen Teil davon. Deshalb richtet sich die Menge nach dem Alter:
| Alter | Menge | Fluoridgehalt |
|---|---|---|
| Erster Zahn bis 2 Jahre | reiskorngroß, zweimal täglich | 1.000 ppm |
| 2 bis 6 Jahre | erbsengroß, zweimal täglich | 1.000 ppm |
| Ab 6 Jahren | zweimal täglich | 1.450 ppm (Junior- oder Erwachsenenzahnpasta) |
Nach dem Putzen wird der Schaum ausgespuckt, aber nicht mit Wasser nachgespült; so bleibt mehr Fluorid an den Zähnen. Ausspucken klappt meist ab etwa drei Jahren.
So wird geputzt
Ein Baby kann zum Putzen auf dem Schoß oder auf dem Wickeltisch liegen. Wichtiger als eine bestimmte Technik ist, dass jede Fläche drankommt; dabei hilft eine feste Reihenfolge, etwa erst die Kauflächen, dann die Außen- und zuletzt die Innenflächen.
Die Zahnbürste ist weich und hat einen kleinen, altersgerechten Kopf. Hand- und elektrische Zahnbürste reinigen beide gut; mit einer elektrischen Kinderzahnbürste bleibt meist etwas weniger Belag zurück.
Kinder wollen früh selbst putzen, und das dürfen sie auch. Bis etwa sieben bis acht Jahre putzen die Eltern danach noch gründlich nach, denn erst dann gelingt es den meisten Kindern allein.
Trinken und Essen: was die Milchzähne schützt
Etwa jedes siebte dreijährige Kind hat bereits Karies (frühkindliche Karies). Süße Getränke aus der Flasche, an denen das Kind lange oder zum Einschlafen nuckelt, erhöhen das Risiko; typisch ist dann die Flaschenkaries an den oberen Schneidezähnen.
- In die Flasche gehören Muttermilch, Säuglingsnahrung oder Wasser, aber keine süßen Getränke. Die Flasche ist keine Einschlafhilfe und kein Dauernuckel.
- Ab etwa einem Jahr trinkt das Kind aus Becher oder Tasse und braucht auch nachts keine Milchflasche mehr; Durst wird dann mit Wasser gelöscht.
- Zucker so selten und so wenig wie möglich: Häufige Zuckerkontakte über den Tag sind für die Zähne besonders ungünstig.
Wie Karies an Milchzähnen entsteht und behandelt wird, steht unter Milchzahnkaries.
Schnuller, Daumen und der Biss
Saugen beruhigt, und Schnuller wie Daumen gehören für viele Babys dazu. Je länger und häufiger ein Kind daran nuckelt, desto eher verändert sich aber der Biss: Die Schneidezähne treffen nicht mehr aufeinander (offener Biss), die oberen Schneidezähne stehen weiter vor, oder die Seitenzähne beißen über Kreuz. Ein seitlicher Kreuzbiss kommt beim Schnuller häufiger vor, eine größere Frontzahnstufe beim Daumen.
Wird die Gewohnheit früh aufgegeben, kann sich ein offener Biss von selbst zurückbilden. Als Orientierung gilt, Schnuller und Daumen bis etwa zum dritten Geburtstag abzugewöhnen. Wie sich der Biss im Zahnwechsel weiterentwickelt, steht unter Zahnwechsel beim Kind.
Schnuller und Daumen abgewöhnen
Beim Abgewöhnen können Lob und kleine Belohnungen für jeden Tag ohne Schnuller oder Daumen helfen. Hält das Daumenlutschen länger an, kann der Zahnarzt eine kleine Gaumenhilfe einsetzen, die das Saugen erschwert. Hat sich der Biss bereits deutlich verändert, kommt eine kieferorthopädische Behandlung infrage.
Was die Krankenkasse zahlt
Gesetzlich versicherte Kinder haben vom 6. bis zum vollendeten 33. Lebensmonat Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen (Z1 bis Z3) im Abstand von mindestens vier Monaten und vom 34. bis zum 72. Lebensmonat auf drei weitere (Z4 bis Z6) im Abstand von mindestens zwölf Monaten. Dazu gehören Fragen zur Mundhygiene und zum Gebrauch der Nuckelflasche sowie zweimal je Kalenderhalbjahr ein Fluoridlack zur Härtung des Zahnschmelzes.
Vom 6. bis zum 18. Geburtstag folgt die Individualprophylaxe mit Mundhygiene-Befund, Aufklärung, Fluoridierung und der Versiegelung der großen Backenzähne. Eine kieferorthopädische Behandlung, um Lutschgewohnheiten abzugewöhnen, zahlt die Kasse schon vor dem späten Wechselgebiss, wenn der Biss bereits ausgeprägt verändert ist; die Einzelheiten stehen unter Zahnwechsel beim Kind.
implantate.com-Fazit
Ab dem ersten Zahn zweimal täglich putzen, mit der zum Alter passenden Menge Fluoridzahnpasta, und bis ins Grundschulalter nachputzen: Damit ist das Wichtigste getan. Dazu kommen Wasser statt süßer Getränke in der Flasche und ein Schnuller, der rechtzeitig wieder verschwindet. Die Früherkennungsuntersuchungen sind die Gelegenheit, Fragen zur Zahnpflege mit der Zahnarztpraxis zu klären.
Ab wann müssen Babys Zähne geputzt werden?
Ab dem ersten Zahn, zweimal täglich.
Ab wann Zahnpasta mit Fluorid?
Ab dem ersten Zahn eine reiskorngroße Menge mit 1.000 ppm Fluorid. Bekommt das Baby im ersten Lebensjahr Fluoridtabletten, wird ohne Fluoridzahnpasta geputzt. Ab dem ersten Geburtstag putzen alle Kinder mit Fluoridzahnpasta.
Wie viel Zahnpasta braucht ein Kind?
Bis zum zweiten Geburtstag eine reiskorngroße Menge, von zwei bis sechs Jahren eine erbsengroße, jeweils mit 1.000 ppm Fluorid. Ab sechs Jahren Zahnpasta mit 1.450 ppm.
Ausspülen oder ausspucken?
Ausspucken, aber nicht mit Wasser nachspülen. So bleibt mehr Fluorid an den Zähnen.
Bis wann müssen Eltern nachputzen?
Bis etwa sieben bis acht Jahre. Selbst putzen darf das Kind schon vorher.
Ist eine elektrische Zahnbürste für Kleinkinder sinnvoll?
Beide reinigen gut. Mit einer elektrischen Kinderzahnbürste bleibt meist etwas weniger Belag zurück.
Wann sollte der Schnuller weg?
Als Orientierung bis etwa zum dritten Geburtstag. Je früher, desto eher kann sich ein veränderter Biss von selbst zurückbilden.
Wann geht es zum ersten Mal zum Zahnarzt?
Die erste Früherkennungsuntersuchung ist ab dem 6. Lebensmonat vorgesehen, also etwa mit dem ersten Zahn.
Berg B, Cremer M, Flothkötter M, Koletzko B, Krämer N, Krawinkel M, et al. Kariesprävention im Säuglings- und frühen Kindesalter. Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben. Monatsschr Kinderheilkd. 2021;169(6):550-558. doi: 10.1007/s00112-021-01167-z
Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung, Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. S3-Leitlinie Kariesprävention bei bleibenden Zähnen – grundlegende Empfehlungen. AWMF-Reg.-Nr. 083-021, Version 2.0, Stand 28.01.2025. awmf.org
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. Fluoride für Kinder. Abgerufen 09.10.2026. kzbv.de
Department of Health and Social Care, Office for Health Improvement and Disparities, NHS England. Delivering better oral health: an evidence-based toolkit for prevention. GOV.UK, aktualisiert 10.09.2025. gov.uk
Walsh T, Worthington HV, Glenny AM, Marinho VC, Jeroncic A. Fluoride toothpastes of different concentrations for preventing dental caries. Cochrane Database Syst Rev. 2019;3:CD007868. doi: 10.1002/14651858.CD007868.pub3
Marinho VC, Higgins JP, Logan S, Sheiham A. Fluoride toothpastes for preventing dental caries in children and adolescents. Cochrane Database Syst Rev. 2003;(1):CD002278. doi: 10.1002/14651858.CD002278
Deinzer R, Weik U, Eidenhardt Z, Leufkens D, Sälzer S. Manual toothbrushing techniques for plaque removal and the prevention of gingivitis: a systematic review with network meta-analysis. PLoS One. 2024;19(7):e0306302. doi: 10.1371/journal.pone.0306302
Yaacob M, Worthington HV, Deacon SA, et al. Powered versus manual toothbrushing for oral health. Cochrane Database Syst Rev. 2014;(6):CD002281. doi: 10.1002/14651858.CD002281.pub3
Dağdeviren F, et al. The effectiveness of power versus manual toothbrushes on plaque removal and gingival health in children: a systematic review and meta-analysis. Int J Dent Hyg. 2025;23(4):682-702. doi: 10.1111/idh.12915
American Academy of Pediatric Dentistry. Policy on early childhood caries (ECC): consequences and preventive strategies. The Reference Manual of Pediatric Dentistry. Chicago, IL: AAPD; 2025:96-100. aapd.org
Team DAJ. Epidemiologische Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe 2016. Bonn: Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege; 2017. daj.de
Anil S, Anand PS. Early childhood caries: prevalence, risk factors, and prevention. Front Pediatr. 2017;5:157. doi: 10.3389/fped.2017.00157
Moynihan PJ, Kelly SA. Effect on caries of restricting sugars intake: systematic review to inform WHO guidelines. J Dent Res. 2014;93(1):8-18. doi: 10.1177/0022034513508954
Pombo-Lopes J, Silva ML, Neves B, Grillo-Evangelista J. Impact of sugar consumption on dental caries in children and adolescents: a systematic review of frequency versus quantity. BMC Public Health. 2026. doi: 10.1186/s12889-026-27780-9
Doğramacı EJ, Rossi-Fedele G. Establishing the association between nonnutritive sucking behavior and malocclusions: a systematic review and meta-analysis. J Am Dent Assoc. 2016;147(12):926-934.e6. doi: 10.1016/j.adaj.2016.08.018
Schmid KM, Kugler R, Nalabothu P, Bosch C, Verna C. The effect of pacifier sucking on orofacial structures: a systematic literature review. Prog Orthod. 2018;19(1):8. doi: 10.1186/s40510-018-0206-4
Gao C, Wang M, He H, Lei H, Mei L. Association between non-nutritive sucking habits and anterior open bite: a systematic review and meta-analysis. BMC Oral Health. 2025;25(1):1124. doi: 10.1186/s12903-025-06040-z
Heimer MV, Tornisiello Katz CR, Rosenblatt A. Non-nutritive sucking habits, dental malocclusions, and facial morphology in Brazilian children: a longitudinal study. Eur J Orthod. 2008;30(6):580-585. doi: 10.1093/ejo/cjn035
American Academy of Pediatric Dentistry. Management of the developing dentition and occlusion in pediatric dentistry. The Reference Manual of Pediatric Dentistry. Chicago, IL: AAPD; 2025:497-515. aapd.org
Borrie FR, Bearn DR, Innes NP, Iheozor-Ejiofor Z. Interventions for the cessation of non-nutritive sucking habits in children. Cochrane Database Syst Rev. 2015;(3):CD008694. doi: 10.1002/14651858.CD008694.pub2
Gemeinsamer Bundesausschuss. Richtlinie über die Früherkennungsuntersuchungen auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (FU-RL). In Kraft seit 01.01.2026. g-ba.de
Gemeinsamer Bundesausschuss. Richtlinien über Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen (Individualprophylaxe). In Kraft seit 01.01.2004. g-ba.de
Gemeinsamer Bundesausschuss. Richtlinien für die kieferorthopädische Behandlung. In Kraft seit 01.01.2004. g-ba.de
Verantwortlicher Autor

