Wann kommt welcher Zahn? Zahnentwicklung beim Kind

Der erste Zahn, der erste Backenzahn, der erste Wackelzahn: Kaum ein Thema beschäftigt Eltern so früh wie die Frage, ob die Zähne „pünktlich“ kommen. Die Antwort ist entspannter, als viele Tabellen vermuten lassen. Jeder Zahn hat eine Zeitspanne, in der er üblicherweise durchbricht, und viele Kinder liegen ein paar Monate davor oder danach.

Diese Seite zeigt, wann welcher Milchzahn und welcher bleibende Zahn meist kommt, was als normal gilt, wann eine Kontrolle sinnvoll ist und welche Untersuchungen die Krankenkasse bezahlt. Weitere Elternfragen beantwortet das Kapitel Kinderzahnheilkunde.

Auf einen Blick

Erster Zahn Meist um den 6. Lebensmonat, häufig ein unterer mittlerer Schneidezahn
Milchgebiss 20 Zähne, meist mit zwei bis drei Jahren vollständig
Erster bleibender Zahn Der erste große Backenzahn mit etwa 5½ bis 7 Jahren, hinter dem letzten Milchzahn
Zahnwechsel Etwa vom 6. bis zum 11. oder 12. Lebensjahr
Bleibendes Gebiss 28 Zähne, mit Weisheitszähnen 32; Weisheitszähne meist zwischen 17 und 30 Jahren
Abweichungen Einige Monate früher oder später sind bei Milchzähnen kein Grund zur Sorge
Wer zahlt? Zahnärztliche Früherkennung ab dem 6. Lebensmonat und Fluoridlack sind Kassenleistung

Die Milchzähne

Der erste Zahn bricht meist um den 6. Lebensmonat durch. Häufig ist es ein unterer mittlerer Schneidezahn. Danach folgen in der Regel die oberen mittleren und die seitlichen Schneidezähne, dann die ersten Milchbackenzähne, die Eckzähne und zuletzt die zweiten Milchbackenzähne. Mit zwei bis drei Jahren ist das Milchgebiss meist vollständig: 20 Zähne, je zehn im Ober- und im Unterkiefer. Mehr zu Aufbau und Aufgaben der Milchzähne steht im Lexikon unter Milchzahn.

Zahn Oberkiefer Unterkiefer
Mittlerer Schneidezahn 6 bis 10 Monate 5 bis 8 Monate
Seitlicher Schneidezahn 8 bis 12 Monate 7 bis 10 Monate
Erster Milchbackenzahn 11 bis 18 Monate 11 bis 18 Monate
Eckzahn 16 bis 20 Monate 16 bis 20 Monate
Zweiter Milchbackenzahn 20 bis 30 Monate 20 bis 30 Monate

Die Zeitspannen sind Richtwerte. Kinder in Europa bekommen ihre Milchzähne im weltweiten Vergleich eher früh. Ob Junge oder Mädchen, spielt bei den Milchzähnen kaum eine Rolle.

Grafik: Zeitspannen, in denen die Milchzähne im Ober- und Unterkiefer durchbrechen, vom mittleren Schneidezahn mit etwa 5 bis 10 Monaten bis zum zweiten Milchbackenzahn mit 20 bis 30 Monaten

Wann die Milchzähne durchbrechen: übliche Zeitspannen im Ober- und Unterkiefer.

Die bleibenden Zähne

Der erste bleibende Zahn ist meist der erste große Backenzahn, der sogenannte 6-Jahr-Molar. Er bricht mit etwa 5½ bis 7 Jahren hinter dem letzten Milchzahn durch, ohne dass dafür ein Milchzahn ausfällt. Seine tiefen Furchen lassen sich mit einer Fissurenversiegelung schützen.

Zahn Oberkiefer Unterkiefer
Erster großer Backenzahn 5½ bis 7 Jahre 5½ bis 7 Jahre
Mittlerer Schneidezahn 7 bis 8 Jahre 6 bis 7 Jahre
Seitlicher Schneidezahn 8 bis 9 Jahre 7 bis 8 Jahre
Eckzahn 11 bis 12 Jahre 9 bis 11 Jahre
Erster kleiner Backenzahn 10 bis 11 Jahre 10 bis 12 Jahre
Zweiter kleiner Backenzahn 10 bis 12 Jahre 11 bis 13 Jahre
Zweiter großer Backenzahn 12 bis 14 Jahre 12 bis 14 Jahre
Weisheitszahn 17 bis 30 Jahre 17 bis 30 Jahre

Das bleibende Gebiss hat 28 Zähne, mit den vier Weisheitszähnen 32. Bei Mädchen brechen die bleibenden Zähne meist etwas früher durch als bei Jungen, im Unterkiefer meist etwas früher als im Oberkiefer.

Grafik: Zeitspannen, in denen die bleibenden Zähne im Ober- und Unterkiefer durchbrechen, vom ersten großen Backenzahn mit 5,5 bis 7 Jahren bis zum zweiten großen Backenzahn mit 12 bis 14 Jahren

Wann die bleibenden Zähne durchbrechen: übliche Zeitspannen im Ober- und Unterkiefer.

Der Zahnwechsel

Mit etwa sechs Jahren beginnt das Wechselgebiss: Neben den Milchzähnen stehen die ersten bleibenden Zähne. Ungefähr zur gleichen Zeit oder etwas später fallen die ersten Milchschneidezähne aus, meist zuerst im Unterkiefer. Mit etwa elf bis zwölf Jahren ist der Wechsel weitgehend abgeschlossen; danach kommen die zweiten großen Backenzähne.

Geht ein Milchzahn deutlich zu früh verloren, etwa durch Karies oder einen Unfall, kann die Lücke zuwachsen und dem Nachfolger fehlt später der Platz. Dann kommt ein Lückenhalter infrage.

Was ist normal, wann zur Kontrolle?

Viele gesunde Kinder halten sich nicht genau an die Tabellen. Kommen die Milchzähne etwas später oder in ungewöhnlicher Reihenfolge, ist das für sich allein kein Grund zur Beunruhigung. Die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen sind der richtige Ort, um es anzusprechen.

Bei den bleibenden oberen Schneidezähnen sollte eine Verzögerung zahnärztlich abgeklärt werden, wenn

  • der Zahn auf der Gegenseite schon seit etwa sechs Monaten da ist,
  • beide oberen mittleren Schneidezähne fehlen, die unteren aber schon seit einem Jahr durchgebrochen sind,
  • die übliche Reihenfolge deutlich abweicht.

Mögliche Ursachen sind ein überzähliger oder fehlender Zahn, ein früherer Zahnunfall, ein zu früh verlorener oder ein nicht ausfallender Milchzahn, eine Zyste oder eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte; seltener stecken allgemeine Erkrankungen dahinter. Bricht ein Zahn auf einer Seite deutlich später durch als auf der anderen, kann auch eine Nichtanlage dahinterstecken.

Was die Krankenkasse zahlt

Gesetzlich versicherte Kinder haben vom 6. bis zum vollendeten 33. Lebensmonat Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen (Z1 bis Z3) und vom 34. bis zum 72. Lebensmonat auf drei weitere (Z4 bis Z6). Die Termine werden im Kinderuntersuchungsheft dokumentiert. Dazu gehört ein Fluoridlack, der bis zum sechsten Geburtstag zweimal je Kalenderhalbjahr aufgetragen werden kann, unabhängig vom Kariesrisiko; mehr zu Fluorid im Lexikon unter Fluoride.

Vom 6. bis zum 18. Geburtstag folgt die Individualprophylaxe: Mundhygiene-Befund, Aufklärung und Fluoridierung jedes Kalenderhalbjahr, bei hohem Kariesrisiko die Fluoridierung zweimal je Halbjahr. Die Versiegelung der großen Backenzähne zahlt die Kasse ebenfalls, beim ersten großen Backenzahn auch dann, wenn er schon vor dem sechsten Geburtstag durchbricht.

implantate.com-Fazit

Die Durchbruchszeiten sind Spannen, keine Termine. Bei den Milchzähnen sind einige Monate Abweichung oder eine andere Reihenfolge für sich allein unbedenklich. Bei den bleibenden oberen Schneidezähnen sollten ein deutlicher Seitenunterschied oder eine abweichende Reihenfolge abgeklärt werden. Die kostenlosen Früherkennungsuntersuchungen ab dem 6. Lebensmonat sind die beste Gelegenheit, Auffälligkeiten früh zu erkennen.

Wann kommt der erste Zahn?

Meist um den 6. Lebensmonat, häufig ein unterer mittlerer Schneidezahn. Einige Monate früher oder später sind normal.

Mein Kind hat mit einem Jahr noch keinen Zahn. Ist das schlimm?

Ein verspätetes Zahnen ist für sich allein kein Grund zur Beunruhigung. Bei der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung lässt sich das abklären.

Wann ist das Milchgebiss vollständig?

Meist mit zwei bis drei Jahren; dann sind alle 20 Milchzähne da.

Was ist der 6-Jahr-Molar?

Der erste bleibende große Backenzahn. Er bricht mit etwa 5½ bis 7 Jahren hinter den Milchzähnen durch, ohne dass dafür ein Milchzahn ausfällt.

Wann ist der Zahnwechsel abgeschlossen?

Mit etwa elf bis zwölf Jahren. Danach kommen die zweiten großen Backenzähne, die Weisheitszähne meist zwischen 17 und 30 Jahren.

Ab wann sollte ein Kind zum Zahnarzt?

Die erste zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung ist ab dem 6. Lebensmonat vorgesehen, also etwa mit dem ersten Zahn. Die Krankenkasse bezahlt sie.

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Letzte Aktualisierung am Montag, 05. Oktober 2026