PRP, PRGF® und PRF beim Knochenaufbau

Eigenblutkonzentrate aus dem Blut des Patienten werden in der Implantologie seit über 25 Jahren eingesetzt — als biologisches Adjuvans bei Sinuslift, Knochenanlagerung und Socket Preservation. Der Reiz ist offensichtlich: keine Fremdsubstanz, keine Tierprodukte, keine Allergierisiken, kein BSE-Restrisiko. Patienten finden das einleuchtend, Praxen werben damit, Hersteller liefern Geräte und Röhrchen.

Die Frage ist eine andere: Was leisten PRP, PRGF® und PRF wirklich? Sind sie Wachstumsbeschleuniger, ein echter Mehrwert für die Augmentation — oder vor allem ein wirtschaftlich interessantes Zusatzangebot mit überschaubarer klinischer Evidenz?

Diese Seite ordnet die drei Generationen der Eigenblutkonzentrate, betrachtet die aktuelle Studienlage zu den wichtigsten Knochenaufbau-Indikationen und benennt, wo die Daten klar sind und wo nicht.

Die drei Generationen im Schnellüberblick

Drei Generationen der Eigenblutkonzentrate sind im klinischen Einsatz. Sie unterscheiden sich in Aufbereitung, Konsistenz und der Frage, ob Leukozyten und chemische Aktivatoren beteiligt sind.

Substanz Generation Unterschied Nutzen
PRP 1. Generation (1990er) Flüssiges Plasmakonzentrat, Antikoagulantien nötig Wundheilung verbessert; auf die Knochenneubildung kein konsistenter Effekt
PRGF® Subtyp der 1. Generation (Anitua) Reines plättchenreiches Plasma ohne Leukozyten Daten zur Socket Preservation positiv, aber überwiegend aus der Erfindergruppe
PRF (L-PRF, A-PRF, i-PRF) 2.–3. Generation (Choukroun ab 2006) Fester Fibrinpfropf, keine Antikoagulantien Sinuslift: bessere Implantatstabilität (ISQ); Socket Preservation: gut belegter Zusatz; Knochenneubildung: marginaler Effekt

Die zentrale Botschaft vorweg: Alle drei Substanzgruppen verbessern die Wundheilung. Die Behauptung, sie würden zusätzlichen Knochen bilden, ist deutlich schwächer belegt als die Wundheilungseffekte. Bei Sinuslift und Augmentation zeigt der Zusatz von PRP oder PRF gegenüber dem Knochenersatzmaterial allein bestenfalls marginale Verbesserungen der Knochenneubildung — wobei sich die Implantatstabilität in einigen Studien tatsächlich erhöht.

Drittes biologisches Adjuvans neben PRP/PRGF/PRF: Hyaluronsäure mit am besten belegter Wirkung in der Socket Preservation.

PRP — die erste Generation

Plättchenreiches Plasma (PRP) wurde Mitte der 1990er Jahre eingeführt und Ende der 1990er erstmals systematisch in der oralen Chirurgie beschrieben. Das Prinzip: Patientenblut wird zentrifugiert, die Thrombozyten werden vom Blutplasma getrennt und in höherer Konzentration als im Vollblut wieder eingebracht. Aus den aktivierten Thrombozyten setzen sich Wachstumsfaktoren wie PDGF, TGF-β und VEGF frei.

Das technische Verfahren ist aufwendig: Antikoagulantien wie Trisodiumcitrat sind erforderlich, eine zweite Zentrifugation oder eine biochemische Aktivierung mit Kalziumchlorid und Thrombin schließt sich an. Das Ergebnis ist ein flüssiges Konzentrat, das mit dem Knochenersatzmaterial vermischt oder als Gel auf die Wunde appliziert wird.

Die Studienlage zu PRP beim Knochenaufbau ist nach mehreren systematischen Übersichtsarbeiten differenziert: Bei gesunden Patienten zeigt PRP keine konsistente klinische Überlegenheit gegenüber Vergleichsgruppen ohne PRP. Bei Risikopatienten — bestrahlten Kiefern, autologen Knochenblock-Eingriffen — liefert PRP in einzelnen Studien Vorteile. Eine ältere Cochrane-Übersicht zum Sinuslift kam zu einem ähnlichen Schluss: kein klar belegter Mehrwert.

Eine neuere Meta-Analyse zur Wirkung von reinem PRP auf die Socket Preservation zeigte signifikante Effekte auf die Knochenneubildung und die Knochendichte. Diese Arbeit stammt allerdings aus dem Umfeld der PRGF®-Erfindergruppe — eine kritische Bewertung der Datenlage muss diese Quellenherkunft entsprechend einordnen.

PRGF® — der Anitua-Ansatz

Plasma Rich in Growth Factors (PRGF®) ist ein eingetragenes Verfahren des spanischen Implantologen Eduardo Anitua, das er Ende der 1990er Jahre vorstellte. Technisch gehört PRGF® zur Familie der reinen plättchenreichen Plasmen (P-PRP) — im Unterschied zu klassischem PRP enthält es keine Leukozyten und arbeitet mit einer einzigen Zentrifugation und Kalziumchlorid-Aktivierung.

Das Konzept hinter dem Leukozytenfreiheits-Ansatz: Leukozyten setzen proinflammatorische Zytokine frei, die das Heilungsmilieu negativ beeinflussen sollen. Die alleinige Konzentration von Wachstumsfaktoren ohne Leukozyten soll die regenerative Wirkung verbessern. Die wissenschaftliche Diskussion dieser Hypothese ist nicht abgeschlossen — die zweite Generation der PRF-Produkte (A-PRF, L-PRF) folgt bewusst dem entgegengesetzten Konzept, in dem Leukozyten als Teil der antibakteriellen und immunmodulatorischen Wirkung gesehen werden.

PRGF® wird in Spanien, Italien und in Lateinamerika häufiger eingesetzt als in Deutschland. Studien zur Anwendung in der Socket Preservation, beim Sinuslift und bei der GBR sind überwiegend mit positivem Ergebnis veröffentlicht — wobei der Großteil der hochwertigen Arbeiten direkt oder indirekt mit der Erfindergruppe verbunden ist. Unabhängige Replikation auf Meta-Analyse-Niveau steht noch aus.

In Deutschland ist PRGF® als Verfahren zugelassen, kommt im zahnmedizinischen Alltag aber seltener vor als die später entwickelten PRF-Methoden, die ohne Antikoagulantien und ohne Aktivierungschemikalien auskommen.

PRF — die zweite und dritte Generation

Plättchenreiches Fibrin (PRF) wurde 2001 vom französischen Arzt Joseph Choukroun eingeführt und stellt einen technischen Bruch mit den Vorgängergenerationen dar: Es wird ohne jegliche Antikoagulantien oder biochemische Zusätze gewonnen. Das frisch entnommene Patientenblut wird sofort zentrifugiert — die natürliche Gerinnung läuft währenddessen ab und es bildet sich ein fester Fibrinpfropf, in dem Thrombozyten und Wachstumsfaktoren physiologisch eingelagert sind.

Drei wichtige Subtypen sind im klinischen Einsatz:

L-PRF (Leucocyte and Platelet-Rich Fibrin). Klassisches Choukroun-Protokoll. Hochgeschwindigkeits-Zentrifugation, dichter Fibrinpfropf, viele Leukozyten — antimikrobiell wirksam, langsame Wachstumsfaktorenfreisetzung über bis zu sieben Tage.

A-PRF (Advanced PRF). Niedrigere Zentrifugationsgeschwindigkeit, porösere Fibrinstruktur, höhere Wachstumsfaktorenkonzentration im distalen Bereich des Pfropfens, mehr neutrophile Granulozyten an der Grenze zur Erythrozytenphase.

i-PRF (injectable PRF). Flüssige Form, gewonnen durch noch niedrigere Zentrifugationsgeschwindigkeit. Kann mit Knochenersatzmaterial gemischt oder injiziert werden — etwa in eine Sinusbodenelevation oder zur Augmentation kleinerer Defekte.

PRF ist die am häufigsten untersuchte Eigenblutsubstanz der letzten zehn Jahre im zahnmedizinischen Bereich. Aktuelle systematische Reviews und Meta-Analysen kommen zu folgenden Befunden:

Sinuslift mit PRF + Knochenersatzmaterial vs. Knochenersatzmaterial allein. Bei der Knochenneubildung zeigt sich nur eine marginale, nicht signifikante Tendenz zugunsten der PRF-Gruppe. Die Knochenhöhe wird durch PRF nicht relevant beeinflusst. Allerdings verbessert PRF die Implantatstabilität (ISQ) signifikant.

Bone-Ridge-Augmentation mit PRF + xenogenem Knochenersatzmaterial. Die Wirkung von PRF in Kombination mit etabliertem Rinder-Knochenersatzmaterial bei der Knochenkamm-Augmentation vor Implantation ist nach den vorliegenden Daten nicht eindeutig nachweisbar.

Socket Preservation mit i-PRF. Aktuelle randomisierte Studien zeigen für i-PRF und Hyaluronsäure jeweils in Kombination mit bovinem Knochenersatzmaterial histomorphometrisch ähnliche Ergebnisse — kein klarer Vorteil einer Substanz.

PRF als alleiniger Knochenersatz? Bei kleinen Defekten und in Extraktionsalveolen kann PRF allein zu ausreichender Knochenbildung führen. Bei größeren Defekten — Sinuslift, vertikale Augmentation — fehlt PRF die Volumenstabilität und das osteokonduktive Gerüst, das Knochenersatzmaterialien bieten. Die Evidenz wird in jüngeren Übersichten als gemischt und uneinheitlich eingestuft.

Wie wirken Eigenblutkonzentrate biologisch?

Die wissenschaftliche Begründung ist bei allen drei Substanzgruppen ähnlich. Aktivierte Thrombozyten setzen Wachstumsfaktoren frei, die mehrere Heilungsprozesse parallel anstoßen:

  • PDGF (Platelet-Derived Growth Factor) — fördert Proliferation von Mesenchymzellen und Fibroblasten
  • TGF-β (Transforming Growth Factor) — steuert Differenzierung von Osteoblasten
  • VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) — fördert Angiogenese
  • IGF-1 (Insulin-like Growth Factor) — unterstützt Knochenmatrixbildung
  • EGF (Epidermal Growth Factor) — beschleunigt Epithelisierung der Wunde

Bei PRF kommt die Fibrinmatrix als zusätzlicher Aspekt dazu: Sie wirkt als dreidimensionales Gerüst, in das Zellen einwandern, Blutgefäße sich bilden und über mehrere Tage Wachstumsfaktoren langsam freigesetzt werden. Diese verzögerte, physiologische Freisetzung ist ein wesentlicher Unterschied zu PRP, das den Großteil seiner Wachstumsfaktoren innerhalb der ersten Stunden nach Aktivierung abgibt.

Was die Biologie nicht erklärt: Warum bei diesen vielfältigen Wirkungen der klinische Effekt auf den Knochenaufbau im engeren Sinne — gemessen als zusätzliche Knochenhöhe oder zusätzlich gebildetes Knochenvolumen — in den meisten kontrollierten Studien überschaubar bleibt. Eine plausible Antwort: Die Wundheilung profitiert messbar, der Endzustand nach 6–12 Monaten ist aber überwiegend durch die Eigenschaften des Knochenersatzmaterials und die chirurgische Ausführung bestimmt.

Wachstumsfaktoren in Eigenblutkonzentraten und ihre Zielzellen

Aus aktivierten Thrombozyten freigesetzte Wachstumsfaktoren wirken auf Mesenchymzellen, Osteoblasten, Endothel- und Epithelzellen.

Was Eigenblutkonzentrate beim Knochenaufbau leisten — und was nicht

Was sie nachweislich verbessern:

Indikations-Matrix Eigenblutkonzentrate beim Knochenaufbau

Synthese der Evidenzlage für PRP, PRGF® und PRF nach Augmentations-Indikation. Stand: Mai 2026.

  • Wundheilung und Reepithelisierung von Weichgewebe — gut belegt für PRF, dokumentiert auch für PRP
  • Postoperative Schmerzreduktion und Schwellungstendenz — mehrere randomisierte Studien für PRF
  • Implantatstabilität (ISQ) bei Sinuslift — signifikant in Meta-Analysen
  • Periimplantäre Weichgewebssituation um neu inserierte Implantate
  • Heilungsverlauf bei Risikopatienten (Diabetiker, Bestrahlte, Bisphosphonatpatienten) — Evidenz noch begrenzt, aber plausibel

Was sie nicht zuverlässig liefern:

  • Mehr Knochenhöhe nach Sinuslift — Daten zeigen marginale, nicht signifikante Effekte
  • Mehr Knochenvolumen bei vertikaler Augmentation — keine eindeutige Evidenz
  • Ersatz für Knochenersatzmaterial bei größeren Defekten — Volumenstabilität fehlt
  • Ersatz für autologen Knochenblock bei großen Augmentationen
  • Kompensation einer schlechten chirurgischen Technik

Wo der Einsatz klinisch sinnvoll erscheint: PRF in der Socket Preservation als kostengünstiger biologischer Zusatz — entweder allein bei kleinen Alveolen oder kombiniert mit Knochenersatzmaterial. Die Datenlage ist hier am besten, der Aufwand überschaubar, der Patient bekommt sein eigenes Blut zurück. PRF als Membran zur Abdeckung freigelegter Kieferhöhlenmembranen, als Beimischung zum Knochenersatzmaterial beim Sinuslift mit dem Ziel einer besseren Implantatstabilität, oder als Wundabdeckung bei Risikopatienten.

Wo der Einsatz fragwürdig wird: Ein PRP- oder PRGF®-Verfahren mit Antikoagulantien-Beimischung als Standardadjuvans für jede Augmentation — der Mehraufwand ist hoch, der klinisch belegte Mehrwert für die Knochenneubildung gering. Die Versprechen einzelner Praxen, mit Eigenblutkonzentraten „schneller mehr Knochen“ zu bekommen, sind durch die aktuelle Evidenz nicht gedeckt.

→ Allgemeine Risiken und Komplikationen beim Knochenaufbau — Wundheilungsstörungen, Materialaustritt, Entzündungen — sind in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Was kosten Eigenblutkonzentrate beim Knochenaufbau?

PRP, PRGF® und PRF sind in der GOZ 2012 nicht als eigenständige Leistungen aufgeführt. Die Abrechnung erfolgt als Analogleistung nach § 6 Abs. 1 GOZ — entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand vergleichbaren GOZ-Position. In der Praxis werden je nach Aufwand verschiedene Analogabrechnungen verwendet, häufig in Anlehnung an GOZ 9090 (Knochengewinnung, Knochenaufbereitung und -implantation) oder GOZ 9100 (Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen) zuzüglich der Sachkosten für Spezialröhrchen und Zentrifuge.

Die Materialkosten unterscheiden sich:

  • PRF (Choukroun). Spezialröhrchen rund 5–15 € je Röhrchen, üblich sind 4–8 Röhrchen pro Eingriff. Zentrifuge in der Praxis verfügbar.
  • PRP klassisch. Spezialröhrchen mit Antikoagulantien plus Aktivierungs-Kit, etwa 50–150 € pro Eingriff zusätzlich.
  • PRGF® (Anitua). Lizenzgebundenes System mit BTI-Geräten und -Verbrauchsmaterial. Mehrkosten typischerweise 100–200 € pro Eingriff.

Patientenseitige Mehrkosten gegenüber dem Standardeingriff:

Indikation Mehrkostenrahmen
Socket Preservation mit PRF 80–200 €
Sinuslift mit PRF-Adjuvans 150–350 €
GBR mit PRF-Adjuvans 150–350 €
Sinuslift mit PRP/PRGF®-System 200–450 €

Diese Beträge kommen zum eigentlichen Honorar des Augmentationseingriffs hinzu. Gesetzliche Krankenversicherungen erstatten die Kosten nicht. Private Krankenversicherungen prüfen im Einzelfall — der Verweis auf „Privatleistung“ und § 6 Abs. 1 GOZ ist nicht selbsterklärend; eine Vorabanfrage beim Versicherer mit Behandlungsplan ist sinnvoll.

→ Mehr zu den Kosten des Knochenaufbaus

Welche Geräte und Systeme werden eingesetzt?

PRF-Systeme. Die Choukroun-Methode arbeitet mit Standard-Tischzentrifugen oder dedizierten Geräten. Marktüblich sind die Process-Linie (PROCESS for PRF, Frankreich), die IntraSpin-Zentrifuge (Intra-Lock, USA) und das Choukroun PRF Box-System. Die jeweiligen Spezialröhrchen (mit Glas- oder Plastikoberfläche, leer oder mit milden Aktivatoren) bestimmen das resultierende Fibrinprofil.

PRP-Systeme. Verschiedene kommerzielle Einweg-Kits, etwa GLO PRP, GPS, Magellan, SmartPReP, Curasan PRP — alle arbeiten mit Antikoagulantien und einer Aktivierungschemie. Die Vergleichbarkeit der Endprodukte ist eingeschränkt, weil Zentrifugationsparameter und Plättchenkonzentrationen sich erheblich unterscheiden.

PRGF®-System. Das BTI-System des spanischen Herstellers Biotechnology Institute mit eigenen Endoret®-Röhrchen, dedizierter PRGF®-Zentrifuge und festgelegtem Protokoll. Lizenzgebunden.

Wichtig für die Patienteneinordnung: Die Vielfalt der Systeme ist kein Indikator für den klinischen Mehrwert. Sie spiegelt vielmehr wider, dass der Markt für Eigenblutkonzentrate intensiv kommerziell bearbeitet wird. Die wissenschaftliche Bewertung muss vom konkreten Endprodukt ausgehen — und genau hier liegt die Schwäche der Studienlage: Verschiedene Studien verwenden unterschiedliche Protokolle, was Meta-Analysen erschwert.

implantate.com-Fazit

Eigenblutkonzentrate sind biologisch elegant: Patientenblut, kein Tier- oder Fremdmaterial, körpereigene Wachstumsfaktoren. Das macht sie zur sympathischen Beimischung in der Augmentationschirurgie — und tatsächlich verbessern sie nachweislich die Wundheilung, das Weichgewebsverhalten und die Implantatstabilität.

Was sie nicht im erwartbaren Maße liefern, ist zusätzlicher Knochen. Die Datenlage zu Sinuslift und vertikaler Augmentation zeigt überwiegend marginale, nicht signifikante Effekte auf die Knochenneubildung — bei substanziellen zusätzlichen Kosten. Das Versprechen, mit PRP, PRGF® oder PRF schneller mehr Knochen zu bekommen, hält der Überprüfung in randomisierten Studien nicht zuverlässig stand.

Die ehrliche Position lautet: PRF in der Socket Preservation und als Adjuvans bei kleineren Eingriffen ist ein vertretbarer biologischer Zusatz mit überschaubaren Mehrkosten und plausibler Wirkung. PRP- und PRGF®-Systeme bei jedem Augmentationseingriff sind durch die aktuelle Evidenz nicht zwingend gerechtfertigt. Wer als Patient eine Augmentation mit Eigenblutkonzentrat angeboten bekommt, sollte sich erklären lassen, welche der drei Substanzen verwendet wird, welche Indikation sie konkret unterstützt und welche Mehrkosten anfallen.

Eines aber ist klar: Eigenblutkonzentrate ersetzen weder ein Knochenersatzmaterial noch einen Knochenblock. Wer das umgekehrt erwartet, ist auf einer falschen Spur.

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Letzte Aktualisierung am Montag, 07. September 2026