implantate.com - die unabhängige Infoseite über Zahnimplantate und Zahnersatz

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln. Sie ähneln einer breiten Schraube und werden mit einer kleinen Operation in den Kiefer eingesetzt. Der Knochen verbindet sich nach einiger Zeit fest mit dem Implantat und sorgt so für eine dauerhaft stabile Basis für Zahnersatz. So füllen Implantate Zahnlücken, geben Zahnprothesen festen Halt oder ermöglichen sogar feste Zähne bei Zahnlosigkeit.

Auf implantate.com erfahren Sie was Zahnimplantate kosten, was bei einer Zahn-Implantation passiert, welche Risiken Implantate haben und welcher Zahnersatz-Alternativen es gibt. Für eigene Fragen ist Platz in unserem großen Implantat-Forum.
Nun zu den Grundlagen....

Wie sind Zahnimplantate aufgebaut?

Implantataufbau mit Abutment und Krone

Beim Aufbau eines Zahnimplantats  unterscheidet man den Implantatkörper, der „Dübel“ , der in den Knochen eingepflanzt wird, und die Aufbauteile, die als Bindeglied zur Befestigung einer Krone oder einer Prothese dienen. Die meisten Implantatsysteme sind zweiteilig (wie in dem Bild zu sehen), dadurch ist man in der Wahl der Aufbauteile flexibel und kann entscheiden, wie der aufgesetzte Zahnersatz fixiert werden soll. Es gibt aber auch einteilige Implantate, bei denen das Verbindungselement schon integriert ist. Dadurch ist man zwar weniger flexibel, jedoch sind einteilige Implantate preiswerter.

Sind Implantate sicher?

Zahnimplantate sind seit über 50 Jahren erfolgreich. Nahezu 100% der Implantate werden erfolgreich eingesetzt und sie können sogar ein Leben lang halten. Aufgrund der nachhaltigen Daten aus wissenschaftlichen Studien ist die Implantologie schon seit 1982 als gesicherte Therapie in Deutschland anerkannt.

Besser aus Titan oder aus Keramik?

Reintitan hat sich als das Material für zahnärztliche Implantate durchgesetzt. Es bildet mit dem Knochen einen besonders stabilen Verbund, verhält sich biologisch neutral (biokompatibel) und löst im Knochen keine allergischen oder Fremdkörperreaktionen aus. Dazu ist Titan in ausreichender Menge verfügbar und lässt sich sehr gut bearbeiten, was die Entwicklung der perfekten Oberfläche für eine schnelle und dauerhafte Einheilung erleichtert. Trotzdem scheint es in seltenen Fällen zu Unverträglichkeit gegenüber Titan zu kommen, so dass Titan nicht mehr völlig unumstritten ist.
Als mögliche Alternative rücken in den letzten Jahren Keramikimplantate in den Fokus. Sie bestehen aus Zirkoniumdioxid, das extrem bruchstabil und biologisch optimal verträglich ist. Es hat auch den Vorteil, der natürlichen Zahnfarbe deutlich näher zu kommen (weiß statt grau), was bei ästhetischen Versorgungen von Vorteil sein kann. Die Verarbeitung von Zirkonoxid ist jedoch schwieriger und teurer.

Welche Vorteile haben Implantate?

Zahnimplantate können verloren gegangene Zähne 1:1 ersetzen: feste Zähne, die sich auch optisch nicht von den eigenen unterscheiden. Dabei bleiben die eigenen Zähne nicht nur unangetastet, sie werden durch die zusätzliche Abstützung auch entlastet. Gerade bei Patienten mit Parodontose kann das dafür sorgen, dass die noch vorhandenen Zähne länger halten.  
Am bekanntesten sind Implantat dafür, dass sie lockeren Prothesen sicheren Halt geben. Nichts wackelt mehr und man kann wieder alles kauen.
Zahnimplantate helfen auch, den Knochen zu erhalten. Nach Zahnverlust kommt es nämlich zum Knochenabbau, denn der Körper baut Gewebe ab, das er nicht benötigt. Durch Implantate hat der Knochen wieder eine richtige Aufgabe und bleibt erhalten.

Welche Risiken haben Zahnimplantate?

Es gibt keine Behandlung ohne Risiko. Bei Implantaten unterscheidet man, was während der Operation "schief gehen" kann, und Probleme, die sich erst im Laufe der Zeit ergeben.
Bei der Implantation im Kieferknochen müssen wichtige Strukturen, wie Nervenbahnen und Zahnwurzeln geschont werden. Verletzungen sind mit einer exakten Planung durch Röntgenbilder (gegebenenfalls auch 3D-Röntgen/CT, DVT) und einem sorgfältigen Vorgehen eigentlich immer zu vermeiden.
Als langfristiges Risiko ist vor allem die Entwicklung einer Entzündung am Implantat (Periimplantitis) zu nennen, die ganz ähnlich einer Parodontitis an den Zähnen, zu einem frühzeitigen Implantatverlust führen kann. Brüche am Implantat oder Aufbauteilen kommen eher selten vor. Auch eine Unverträglichkeit gegenüber Titan dürfte ein sehr seltenes Ereignis darstellen.

Wann gehen Implantate nicht?

Am häufigsten wird auf Implantate wahrscheinlich aus Kostengründen verzichtet. Angst vor dem Eingriff oder fehlende Kompetenz des Zahnarztes sind ebenfalls häufige Gründe. Nur selten sprechen medizinische Gründe gegen ein Implantat. Eine unbehandelte Parodontose, Rauchen, Diabetes mellitus, Herz- und Nierenerkrankungen erhöhen zwar das Risiko für einen Misserfolg, sind aber kein Grund für ein striktes „nein“. Bei einer Titanallergie oder Tiitanunverträglichkeit wären Keramikimplantate eine Alternative. Zu wenig Knochen kann durch einen Knochenaufbau oder die Wahl kurzer oder dünner Implantate angegangen werden.
Lediglich nach intravenöser Gabe von Bisphosphonaten, die zur Erhöhung der Knochendichte bei schwerer Osteoporose oder Knochentumoren eingesetzt werden, ist das Risiko für einen Knochenschaden durch eine Implantation unkalkulierbar hoch.

Kurze und dünne Implantate machen es einfacher

kurzes, normales und dünnes Implantat
kurzes, normales und dünnes Implantat

Schon seit langem gilt nicht mehr die Vorstellung, dass nur Implantate mit über 3 mm Durchmesser und über 10mm Länge auch dauerhaft funktionieren. Dünne Mini-Implantate zeigen unter anderem für die Fixierung von Vollprothesen hervorragende Ergebnisse, und selbst Implantate mit einer Länge von 8 mm (und darunter) haben sich bewährt. Das ist in den nicht so seltenen Fällen von Knochenmangel eine große Erleichterung: wenn man früher erst kompliziert den Knochen aufbauen musste, so kann man heute beruhigt kürzere oder dünnere Implantate einsetzen, ohne den Erfolg zu gefährden.

Wie viele Zahnimplantate sind nötig?

Wenn nur ein fehlender Zahn ersetzt werden muss, ist die Frage leicht zu beantworten. Jede Einzelzahnlücke benötigt ein Implantat. Bei größeren Lücken gilt: nicht jeder verloren gegangene Zahn muss auch durch ein Implantat ersetzt werden. Eine Lücke von 3-4 Zähnen kann man z. B. sehr gut mit 2 Implantaten und einer Implantatbrücke schließen.
Wenn sehr viele Zähne fehlen kann fester Zahnersatz teuer werden. Insbesondere wenn die Zukunft der noch vorhandenen Zähne auf der Kippe steht, kann ein herausnehmbarer Zahnersatz, der auf Implantaten "eingeklickt" (fixiert) wird, die flexiblere und auch preiswertere Lösung darstellen.

Implantatbrücke auf 3 Implantaten
Implantatbrücke auf 3 Implantaten

Bei Zahnlosigkeit gibt es viele Implantat-Möglichkeiten

Möglich ist: herausnehmbarer Zahnersatz auf 2-6 Implantaten, je nach Geldbeutel und Komfortbedarf. Für den sicheren Halt können konfektionierte Verbinder wie Kugelanker oder Locatoren® verwendet werden. Individuell gefertigte Stege stützen besser ab, sind aber teurer. Am teuersten sind Teleskope als hochwertigste Halteelemente.
Auch Mini-Implantate sind eine immer populärer werdende Option. Hier benötigt man meist 4-6 pro Kiefer. Die Kosten sind viel geringer, allerdings kann man die Aufbauten nicht wechseln.
Eine feste Brücke bei Zahnlosigkeit ist ab 4 Implantaten möglich (All-on-4®-Konzept). Klassische Versorgungen benötigen für eine breitere Abstützung 6 Implantate. Da man für die klassische Lösung nur selten eine 3D-Bohrschablone benötigt, ist diese Variante mit 6 Implantaten auch nicht viel teurer, als die Lösung mit 4.

2 Kugelkopfanker zum Halt einer Prothese
2 Kugelkopfanker zum Halt einer Prothese

Was kosten Zahnimplantate?

Wenn man die Suchanfragen im Internet analysiert, scheinen bei Zahnimplantaten die Kosten wohl das zu sein, was am meisten interessiert. Die Preise sind dabei von 3 Faktoren abhängig:
1. Was nimmt der Zahnarzt an Honorar? Es gibt zwar einen Rahmen durch die geltende Gebührenordnung, aber da ist viel Spielraum für schwierige Situationen (z.B. Knochenaufbau) und die Selbsteinschätzung des Behandlers.
2. Welches Implantasystem wird verwendet? Alleine beim Implantat liegt die Spanne zwischen 60 und 450€. Dazu kommen noch Aufbauteile.
3. Das Zahnlabor. Eine Implantatkrone (mit Aufbau) aus Vollkeramik aus einem deutschen Meisterlabor liegt bei 650€ und mehr. Eine verblendete Implantatkrone mit Stahlbasis als Import kostet mitunter die Hälfte.
Daraus lassen sich folgenden Preise ableiten (Gesamtkosten, Erstattungen durch die Krankenkasse nicht eingerechnet):

Implantat-Kronen und -Brücken
Versorgung Preis
Einzelzahnimplantat Seitenzahn 1850 – 2900€
Einzelzahnimplantat Frontzahn 2200 – 3750€
Implantatbrücke 2 Pfeiler 1 Brückenglied 4300-5000€
Feste Brücke bei Zahnlosigkeit auf 6 Implantaten ab ca. 14.000€
Herausnehmbarer Zahnersatz
Versorgung Preise
2 Implantate Kugelkopf/Locator® 3800-4200€
4 Implantate Kugelkopf/Locator® 6200-7800€
4 Implantate Steg 7200-9600€
5 Miniimplantate ca. 3200€
1 Implantat in vorhandene Prothese 1400-1650€
Preise sind inklusive Zahnersatz (neue Prothese), Festzuschuss der Krankenkasse kann noch abgezogen werden.
Was übernimmt die Krankenkasse?

Der Festszuschuss ist der Anteil, den die Krankenkasse bei jedem Zahnersatz beisteuern muss. Diesen Kassenanteil kann man von den oben genannten Gesamtkosten abziehen, um den Eigenanteil zu ermitteln.

Der Festzuschuss liegt je nach Bonusheft (ohne Härtefallregelung) bei:
Regelleistung ohne/bis 30% Bonus Härtefall
Zahnlücke (Backenzahn) 336-437€ 673€
Zahnlücke im Sichtbereich 387-504€ 775€
Zahnlosigkeit 315€ -435€ je Kiefer 627-669€
Private Krankenversicherer übernehmen je nach Vertrag zwischen 60-80% (selten 100%) der Kosten.

Welcher Implantologe ist der richtige?

Zahnimplantate haben ihren festen Platz in der modernen Zahnheilkunde- dementsprechend weit verbreitet ist auch die Implantologie in der Zahnarztpraxis. Möglicherweise setzt auch Ihr Zahnarzt erfolgreich Implantate, ohne dass Sie es wissen. Natürlich ist langjährige Erfahrung und gute Übung von Bedeutung, die man nicht durch eine handvoll gesetzter Implantate bekommt. Fachgesellschaften stellen Qualifikationsnachweise in Form von Tätigkeitsschwerpunkten oder Spezialisten-Zertifikaten aus. Aber die Betreuung sollte über das fachlich korrekte Implantieren hinausgehen. Individuelle Beratung, Kostentransparenz und Sicherheit für den seltenen Fall, dass es mal nicht so läuft, wie gewünscht, sind wichtige Kriterien für die Zahnarztwahl.
Auf der Suche nach einem Spezialisten sind wir in sofern besonders hilfreich, da Sie bei unserer Suchmaschine eine große Anzahl von Spezialisten finden können, die Preisgarantie und Gewährleistung auf Implantate anbieten. Zudem können Sie nach speziellen Qualifikationen und Angeboten, wie Knochenaufbau oder Keramikimplantaten filtern.

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Gute Beratung und Planung für den Erfolg

Welche Möglichkeiten und Risiken gibt es, welche Kosten sind zu erwarten? Passen ihre Wünsche zu den Voraussetzungen? Gibt es vielleicht sinnvolle(re) Alternativen beim Zahnersatz?
Vor Beginn der Behandlung sollten gesunde Mundverhältnisse geschaffen werden: Parodontitis, Karies oder abgestorbenen Zähne sind ein Risiko. Auch Kiefergelenk und Biss sollten überprüft werden.

Ohne Röntgenbild geht nichts

Um den Knochen und wichtige Strukturen in der Implantatregion zu beurteilen, und um zu messen, wie viel Platz der Knochen für ein Implantat bietet, braucht man ein Röntgenbild. In manchen Fällen ist eine 3D-Aufnahme (DVT, CT)  für die sichere Beurteilung des Knochenangebots und umliegender Strukturen (Nervverlauf, Ausdehnung der Kieferhöhle) nötig. Auch Modelle des Kiefers können für die Planung nützlich sein. Schliesslich kann über die Planung die bestmögliche Implantatlänge und auch der Durchmesser gewählt werden.

Implantat-Planungssoftware nach DVT (3D-Röntgen)

Je komplexer der Fall, desto sorgfältiger wird die Planung ausfallen. Es ist sogar möglich, das Endergebnis vorab zu simulieren. Bei der sogenannten Rückwärtsplanung (Backward Planning) wird der ideale Zahnersatz vorab entworfen und anprobiert und danach die Position der Implantat mittels 3D-Planung festgelegt.

Aufklärung und Einverständnis

Jede Operation setzt eine schriftliche Einwilligung des Patienten voraus. Daher muss vor der Implantation eine individuelle Aufklärung über den Behandlungsablauf, die Alternativen, sowie die Risiken der Implantatbehandlung erfolgen. Auch die Kosten müssen vorab durch die Vorlage eines schriftlichen Heil- und Kostenplans geklärt sein.

Für ein Implantat reicht fast immer eine Spritze

Wie auch beim Zahnziehen, reicht für eine schmerzlose Implantation eine lokale Betäubung, eine „Spritze“, fast immer aus. Der Knochen selbst ist kaum schmerzempfindlich und moderne örtliche Betäubungsmittel  erzielen eine verlässliche Wirkung. Wenn der Behandlungsstress aber zu stark wird, kann eine zusätzliche Sedierung mit Dormikum® oder Lachgas Abhilfe schaffen. Dann kann es losgehen.

Wenige Bohrschritte mit Wasserkühlung

Nach Munddesinfektion wird zunächst das Zahnfleisch an der Implantatstelle mit einem Schnitt oder einer Stanze freigelegt. Gegen ein Abrutschen des Vorbohrers wird der Knochen an der richtigen Stelle „angekörnt“. Für das Bohren muss dann die richtige Achse eingehalten werden. Dafür kann eine vorab gefertigte Bohrschablone hilfreich sein. Es bietet sich an, nicht ganz bis auf die Endlänge vorzubohren. Eine Messschablone im Bohrkanal bestätigt im Kontrollröntgenbild, dass man in korrekter Länge geplant hat. Korrekturen sind aber noch möglich. Danach wird der Knochen mit aufsteigenden Bohrergrössen auf das geplante Implantat vorbereitet, welches dann eingeschraubt wird.

Die Animation zeigt eine Implantation im Unterkiefer (Zahn 34)

Ein fester Halt des Implantats im Knochen stellt einen wichtigen Faktor für eine sichere Einheilung dar. Auch entscheidet die sogenannte Primärstabilität darüber, ob eine Sofortbelastung des Implantats möglich ist oder nicht. Aber nicht übertreiben! Bei sehr hartem Knochen muss dann ein Gewindeschneider für ein problemloses Eindrehen des Implantats sorgen.

Dicht vernähen oder offen lassen?

Nachdem das Implantat eingesetzt ist, hat man 2 Optionen, die beide gleichwertig funktionieren: Man vernäht das Zahnfleisch wieder dicht (geschlossene Methode mit einer Verschlussschraube), oder man kann einen kleinen Pfosten zur direkten Zahnfleischformung (Gingivaformer) einsetzen und das Zahnfleisch darum vernähen (offene Methode). Nur bei schwierigeren Situationen (z.B. Knochenaufbau) ist die geschlossene Methode klar zu bevorzugen.

 
Implantat mit Zahnfleischformer (offene Einheilung)


Bei einteiligen Implantaten schaut der Implantataufbau übrigens immer heraus und kann für eine Sofortversorgungung (Pfosten für Kronen, Kugelkopf zur Fixierung von Prothesen) genutzt werden.

Wie schmerzhaft ist eine Implantatbehandlung?

Die Schmerzausschaltung während des Eingriffs ist durch die moderne Lokalanästhesie eigentlich gesichert. Mit Schmerzen danach muss man zwar rechnen, aber die sind nicht so arg, wie man befürchtet. Das liegt vor allem an der Beschaffenheit des Knochens. Anders als die Haut hat er kaum Schmerzendigungen von Nerven. Nur wenn er freiliegt, wird es unangenehm. Da das gebohrte Loch ja direkt wieder mit einem Implantat versiegelt wird, wirkt es wie ein Pflaster. Wenn sich also nichts ungeplantes im Knochen abspielt, ist der Wundschmerz am Tag des Eingrffs mit einfachen Schmerzmitteln gut unter Kontrolle zu bringen. Am Tag danach geben die meisten Patienten an, gar keine Schmerztablette mehr zu benötigen. Anhaltende Schmerzen sind für Implantate untypisch.

Es kann nachher dick werden

Eine Schwellung kann schon ein paar Tage anhalten, nach einem Knochenaufbau umso mehr. Auch mit einem Bluterguss sollte man rechnen. Der kann sogar durch die Spritze verursacht werden.

Angst vor dem Eingriff?

Für viele ist die psychische Belastung einer Operation hoch. Die Angst ist neben der finanziellen Belastung vielleicht die grösste Hürde für eine Implantatbehandlung. Um den Stress aus der Behandlung zu nehmen, haben sich daher moderne Sedierungskonzepte für die zahnärztliche Praxis entwickelt:

Orale Sedierung und/oder mit Lachgas

Sedativa, z.B. Midazolam (Dormicum®) wirken angstlösend und beruhigend, sogar schläfrig so dass eine Behandlung kaum wahrgenommen wird. Ein weiterer Effekt ist, dass man sich danach oft gar nicht an den Eingriff erinnern kann (Amnesie). Es ist die preiswerteste und einfachste Art der Sedierung, die als Tablettenform oder als Flüssigkeit oral eingenommen werden kann. Durch die nur langsam verschwindende Benommenheit, darf man danach nicht Autofahren. Es ist sogar eine Betreuung notwendig.

Lachgassedierung für Implantatbehandlung
Gesteuerte Sedierung mit Lachgas


Lachgas wird über eine Maske eingeatmet. Auch Stickoxydul (N2O) wirkt angstlösend, beruhigend, entspannend und ist im Grunde nebenwirkungsfrei. Die Wirkung von Lachgas kann über den prozentuellen Anteil sehr genau dosiert werden, und sie endet mit dem Abstellen des Gases, so dass man schnell wieder fit ist und selbst wieder mit dem Auto fahren darf.

Vollnarkose nur selten

In ganz schweren Angstfällen kann auch eine Vollnarkose zum Einsatz kommen. Die sogenannte Allgemeinanästhesie macht eine Beatmung erforderlich, was die Vollnarkose teuer (zusätzlich: Anästhesist), belastender und risikoreicher macht.

Wann und wie bekomme ich meine neuen Zähne?

Die Zahnimplantate sind drin, und damit liegt das „Schlimmste“ bereits hinter Ihnen. Wenn es auch Konzepte für eine Sofortbelastung der Implantate gibt, wird in der Regel abgewartet, bis die Implantate eingeheilt sind, bevor man diese mit dem Zahnersatz belastet. Selbst mit den High-Tech-Titanoberflächen muss man der sogenannten Osseointergration ein wenig Zeit geben: 4-8 Wochen wird von den Herstellern genannt. Dann kann es mit dem Zahnersatz auf Implantaten losgehen.
Wenn die Implantate noch unter dem Zahnfleisch ruhen, müssen sie zunächst einmal freigelegt werden. Für das Einsetzen des sogennanten Zahnfleischformers ist dann die Betäubung des Zahnfleischs notwendig. Nach etwa einer Woche hat sich eine sichere Zahnfleischmanschette gebildet und es kann der Abdruck für den Zahnersatz genommen werden. Es gibt verschiedene Techniken um die Information „wo steht das Implantat im Kiefer“ an das Zahnlabor weiterzugeben. Am geläufigsten ist der sogenannte Übertragungspfosten, der in das Implantat erst eingeschraubt wird und dann im Abdruck verbleibt.

Der Abdruck erfolgt mit Hilfe eines Übertragungsposten.

Der Zahntechniker erstellt mit Hilfe des Abdrucks dann ein Gipsmodell. Gegen den Übertragungspfosten wird dabei ein Modell-Implantat geschraubt, das dann im Gipsmodell exakt an der Stelle des Implantats im Mund positioniert ist. Auf diesem Modellimplantat kann dann die Zahnkrone gefertigt werden oder Aufbauteile für einen herausnehmbaren Zahnersatz, je nachdem, welche Lösung geplant ist.

Verschraubt oder zementiert?

Bei festen Zahnkronen und Brücken auf Implantaten gibt es 2 Philosophien: Beim Verschrauben wird die Krone auf das Implantat in der korrekten Position eingesetzt, was durch präzise Steckverbindungen zwischen Implantat und Aufbau gewährleistet wird. Eine Schraube sichert diese Verbindung. Man benötigt also ein Loch in der Krone, das nachher mit Füllungsmaterial verschlossen werden muss. Alternativ gibt es noch das "Zementier-Verfahren", dafür wird erst ein Pfosten in das Implantat eingeschraubt, auf dem die Krone dann fest eingeklebt wird. Beide Verfahren haben ihre Vorteile und Fans.

Verschraubtes Zirkon-Abutment – zementierte Implantatkrone

Wie pflege ich meine Implantate richtig?

Sie sollen lange halten, die Implantate, für die man gelitten und viel Geld bezahlt hat. Das soll doch an der eigenen Nachlässigkeit nicht scheitern, oder? Zunächst einmal die gute Nachricht: die Implantatpflege ist kein Hexenwerk. Das erlernte Putzen der eigenen Zähne kann hier durchaus als gute Basis dienen. Einen grundsätzlichen Unterschied gibt es aber. Implantate können keine Karies bekommen. Das Augenmerk bei der Pflege liegt daher auf dem Zahnfleischsaum um das Implantat, der sauber und entzündungsfrei gehalten werden muss.  

Zahnzwischenraumbürsten auch für Implantate


Man schreibt der elektrischen Zahnbürste eine grundsätzlich bessere Putzwirkung zu. Aber auch die gut geführte Handzahnbürste tut ihren Dienst. Als Hilfsmittel sollte man auf flauschige Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten nicht verzichten. Für Implantatpatienten gilt die Empfehlung, 2 mal jährlich eine professionelle Zahnreinigung (PZR) zu nutzen. Die PZR dient nicht nur der optimalen Reinigung auch in den Bereichen, die in der häusliche Pflege evtl. vernachlässigt wurden, sondern auch der Früherkennung von Problemen, die sich am Zahnfleisch äußern können.

Wie lange halten Implantate? Welche Probleme kann es geben?

Statistisch gesehen sind nach 10 Jahren noch über 90% der eingesetzten Zahnimplantate in Funktion. Dabei gibt es deutliche Unterschiede in der Lebensdauer: Wenn auch Implantate durchaus ein Leben lang halten können, gibt es in manchen Fällen einen Frühverlust zu beklagen. Als Hauptursache ist die Periimplantitis, eine Entzündung des Knochens um ein Implantat, auszumachen. Die Entwicklung einer Periimplantitis korreliert mit einer nicht ausreichenden Implantatpflege. Das Rauchen stellt einen weiteren Hauptrisikofaktor dar, aber es wurden auch genetische Faktoren als problematisch identifiziert.
Natürlich unterliegen die Aufbauten auf den Implantaten und dem darauf gesetzten Zahnersatz einem gewissen Verschleiß. Die Belastung durch den Zubiss und das Kauen ist schließlich enorm. Falls es irgendwann dann zu einem Schaden an der sogenannten Suprakonstruktion kommt, lässt sich diese meist instandsetzen oder erneuern, die Implantate müssen dann nicht ersetzt bzw. erneuert werden.

Welche anderen Möglichkeiten des Zahnersatzes habe ich?

Nicht immer ist die Implantatversorgung die sinnvollste Option. Es gab schon sehr guten Zahnersatz vor der Ära der Implantologie, und auch dieser ist weiterentwickelt worden. Genau wie bei Implantaten gibt es dabei festsitzende und herausnehmbare Versorgungen.

Fester Zahnersatz: Brückenversorgung

abgeschliffene Zähne für eine Brücke
Deutlich abgeschliffene Zähne für eine Brücke

Die Klassische Zahnbrücke ist auch heutzutage noch die häufigste Versorgung, um eine Zahnlücke zu schließen. Sie ist festsitzend und ästhetisch perfekt zu gestalten. Als Nachteil ergibt sich die Notwendigkeit, die sogenannten Pfeilerzähne zu beschleifen. D.h. die Substanz der Zahnkrone abzutragen bis ein sogenannter Zahnstumpf entsteht, damit eine Krone aufgesetzt werden kann. Wenn aber ein Zahn neben einer Lücke bereits eine Krone hat oder mit einer großen Zahnfüllung belastet ist, ergibt sich hingegen kein Nachteil. Im übrigen besteht auch die Möglichkeit sowohl einen Zahn als auch ein Implantat gemeinsam für eine Brücke zu nutzen: die Hybrid-Brücke.
Eine Brücke kann über mehrere Zahnpfeiler, wenn nötig sogar über eine ganzen Kiefer gehen. Zwischen 2 Zähnen dürfen aber aus statischen Gründen maximal 3 Zähne fehlen. Wenn die letzten Backenzähne fehlen (Freiendsituation), ist auf eigenen Zähnen hingegen keine Brücke möglich, da die Abstützung nach hinten fehlt. Hier gibt es nur Implantate oder die herausnehmbare Lösung.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Vollprothese: einfachster herausnehmbarer Zahnersatz

Bei Zahnlosigkeit gibt es kaum Auswahl: da bleibt nur die Vollprothese. Wenn noch Zähne vorhanden sind, dann ist die Palette des herausnehmbaren Zahnersatzes allerdings recht groß. Als einfachste Lösung steht die Klammerprothese zur Verfügung. Sie ist zwar nicht hübsch (wegen der sichtbaren Klammern), aber dafür preiswert und man kann die Zähne so lassen, wie sie sind.

Teleskop-Zahnersatz, Goldteleskope
Teleskop-Prothese mit Gold-Doppelkronen


Bei Klammer-freien Verankerungen geht es in den hochwertigen und auch teuren Bereich. Die Zähne müssen für eine Krone abgeschliffen werden. Weit verbreitet ist die Teleskopkrone, eine Doppelkrone, bestehend aus Innen- und Aussenteleskopkrone, die übereinander geschoben werden und so einen besonders sicheren Halt über Reibung (Friktion) erzielen.

Wie hoch sind die Kosten für normalen Zahnersatz

Auch herkömmlicher Zahnersatz hat seinen Preis. Während eine Klammerprothese zu den preisgünstigsten Versorgungen gehört, kann eine Teleskopprothese aus hochwertigen Materialien ordentlich ins Geld gehen und sogar teurer sein als eine alternative Implantatversorgung.

Preistabelle Zahnbrücken und Prothesen
Zahnersatz Preise
Zahnbrücke (Vollkeramik, 1 Zahn) 1200-1600€
Modellgußprothese 600-850€
Teleskopprothese (auf 2 Zähnen) 2400-2800€
Vollprothese je Kiefer 600-800€
Hybridbrücke Zahn-Implantat 2900-3500€
Es handelt sich um Gesamtkosten ohne Berücksichtigung von Zuschüssen. Fertigung im Meisterlabor in Deutschland.
Festzuschuss der Krankenkasse
Der Festzuschuss liegt je nach Bonusheft (ohne Härtefallregelung) bei:
Festzuschuss ohne/bis 30% Bonus Härtefall
Brücke Seitenzahnbereich 336-437€ 673€
Brücke Sichtbereich 387-504€ 775€
Vollprothese 315-435€ je Kiefer 627-669€
Modellgußprothese 340-442€ 680€
Für Teleskopkronen-Prothesen sind die Zuschussregeln kompliziert.

Hier gibt es ausführlichere Informationen zum Thema Zahnersatz-Kosten.

Das Forum als Platz für eigene Fragen

Selbst wenn Sie sich alle unsere vorbereiteten Infos durchgelesen haben, kann es immer noch die ein oder andere Frage geben, die in Ihrem persönlichen Fall offen steht. Dann nutzen sie einfach unser Implantatforum. Das Forum ist seit 2002 aktiv und hat schon auf 10.000 Fragen individuelle Antworten gefunden.

 

 

 

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Wussten Sie schon, dass...

moderne dentale Titanimplantate bereits seit über 50 Jahren in der Zahnheilkunde eingesetzt werden? Die zahnärztliche Implantologie aber bis 1982 brauchte, um dann aufgrund der fundierten wissenschaftlichen Dokumentation als anerkannte Heilmethode in Deutschland von der Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilhunde (DGZMK) akkreditiert zu werden? Mehr lesen...


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