Schmelzmatrixproteine bei Periimplantitis: Tendenz ja, Beleg nein

Der adjuvante Einsatz von Schmelzmatrixproteinen (SMP/EMD) zeigt bei der Periimplantitis-Therapie positive Trends, aber keine statistisch gesicherten Vorteile.

Was die aktuelle Meta-Analyse untersucht hat

Eine koreanische Arbeitsgruppe um Song hat in einem systematischen Review mit Meta-Analyse zusammengetragen, was die kontrollierte Studienlage zum Off-Label-Einsatz von Emdogain bei Periimplantitis hergibt. Aus 54 Treffern erfüllten fünf randomisierte kontrollierte Studien die Einschlusskriterien – drei zur chirurgischen, zwei zur nicht-chirurgischen Therapie, mit insgesamt 167 ausgewerteten Patienten und Nachbeobachtungszeiträumen von drei Monaten bis fünf Jahren.

Positive Trends, aber keine Signifikanz

Analysiert wurden Sondierungstiefenreduktion, marginaler Knochengewinn und Blutung auf Sondieren. Über alle Auswertungen hinweg deuten die Daten auf einen Nutzen der SMP-Anwendung hin, signifikante Unterschiede zur Kontrollgruppe ließen sich jedoch nicht belegen. Das Verzerrungsrisiko der eingeschlossenen Arbeiten war gering, die Studienzahl insgesamt aber klein und die Designs nur eingeschränkt vergleichbar.

Biologisch plausibel

Biologisch ist der Ansatz nachvollziehbar: SMP beeinflussen Entzündungsparameter und Angiogenese und fördern die frühe Wundheilung – ein etabliertes Argument aus der regenerativen Parodontalchirurgie.

implantate.com-Fazit

Für die Praxis bleibt EMD bei Periimplantitis ein Verfahren mit nachvollziehbarer Rationale, aber dünner Evidenz. Wer es einsetzt, sollte wissen: Ein gesicherter Mehrwert gegenüber der reinen Standardtherapie ist derzeit nicht belegt. Größere RCTs mit längerer Laufzeit sind nötig.

Mehr zum Thema: Wissens-Abstracts zur Periimplantitis – aktuelle Studienzusammenfassungen zu Prävention, Diagnostik und Therapie.

Quelle: Song HJ, Jang KJ, Han SH, Kim NJ, Park WJ, Park JB. „Evaluation of Long-Term Outcomes of Enamel Matrix Derivative in the Treatment of Peri-Implant Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis.“ Bioengineering (Basel) 2025;12(12):1296. doi: 10.3390/bioengineering12121296

Letzte Aktualisierung am Freitag, 22. Mai 2026