Lexikon

Implantataufbauten

Implantataufbauten sind die Bauteile, die auf einem im Kieferknochen verankerten Zahnimplantat sitzen und den Zahnersatz tragen. Die Bezeichnungen Implantataufbau, Aufbauteil und Abutment meinen dasselbe Bauteil und sind im deutschen zahnmedizinischen Sprachgebrauch gleichermaßen etabliert; sie unterscheiden sich nur im Gebrauch: Die zuletzt genannte Bezeichnung ist in der zahnärztlichen Fachsprache die gebräuchlichere und wird im verlinkten Eintrag ausführlich dargestellt, „Implantataufbau“ ist die beschreibende Form. Diese Seite behandelt die beschreibende Bezeichnung und klärt ihre Doppeldeutigkeit.

Zwei Bedeutungen des Begriffs

Der Ausdruck wird in zwei verschiedenen Bedeutungen verwendet, und beide begegnen Patientinnen und Patienten im Beratungsgespräch. Im fachsprachlichen Sinn ist der Implantataufbau ein einzelnes, austauschbares Bauteil – das Stück zwischen Implantat und Krone. Umgangssprachlich ist mit dem „Aufbau eines Implantats“ dagegen häufig die Struktur der gesamten Versorgung gemeint, also das Zusammenspiel aus Implantatkörper im Knochen, Aufbauteil und darauf befestigtem Zahnersatz.

Wer den Begriff in dieser zweiten Bedeutung sucht, findet die Beschreibung von Bestandteilen, Werkstoffen und Funktionsweise eines Zahnimplantats unter Aufbau, Material und Funktion von Zahnimplantaten. Dieser Lexikoneintrag behandelt ausschließlich die erste Bedeutung: das Bauteil.

Sitz und Aufgabe

Das Aufbauteil greift in die Innengeometrie des Implantats und wird dort in der Regel mit einer zentralen Schraube verspannt. Sein unterer Abschnitt liegt im Implantat, der mittlere durchtritt die Schleimhaut, der obere ragt in den Mundraum und bildet die Auflage für Krone, Brücke oder das Halteelement einer Prothese. Die Form des mittleren Abschnitts bestimmt das Emergenzprofil, also den Verlauf, mit dem der Zahnersatz aus der Schleimhaut austritt.

Ein eigenständiges Aufbauteil setzt ein zweiteiliges Implantat voraus. Bei einteiligen Implantaten ist dieser Anteil bereits fester Bestandteil des Implantatkörpers und lässt sich nicht wechseln. Bis der Zahnersatz eingegliedert wird, sitzt im Implantat häufig zunächst ein Gingivaformer, der die Schleimhaut ausformt.

Bauformen und Werkstoffe

Unterschieden werden konfektionierte, industriell vorgefertigte Aufbauten und individuelle Aufbauten, die im zahntechnischen Labor auf die Situation der einzelnen Patientin oder des einzelnen Patienten gefräst oder gegossen werden. Nach der Achse gibt es gerade und gewinkelte Ausführungen; gewinkelte Aufbauten gleichen eine von der geplanten Kronenachse abweichende Implantatachse aus. Eine eigene Gruppe bilden die Halteelemente für herausnehmbaren Zahnersatz – etwa Kugelkopfanker, Locatoren oder Stegaufbauten –, die keine festsitzende Krone tragen, sondern das Gegenstück einer Prothese aufnehmen.

Als Werkstoffe kommen Titan und Titanlegierungen, Zirkonoxid sowie Kombinationen aus einer Titanbasis mit aufgeklebtem Keramikanteil zum Einsatz; für provisorische Aufbauten werden auch Kunststoffe verwendet. Die Schnittstelle zwischen Implantat und Aufbauteil ist herstellerspezifisch und nicht frei kombinierbar. Einzelheiten dazu stehen im Eintrag Bauformen, Materialien und Verbindungsgeometrien im Detail.

Verschiedene Implantataufbauten für Zahnimplantate
Verschiedene Implantataufbauten (Aufbauteile) für die Versorgung von Zahnimplantaten

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