Das Artma Virtual Patient® System war ein Navigationssystem für die computergestützte Chirurgie. Es arbeitete mit Augmented Reality: Bilddaten des Patienten wurden dem Live-Videobild des Operationsfeldes überlagert, sodass der Operateur die geplante Position in der realen Ansicht sah. Der Hersteller bezeichnete das Verfahren als Interventional Video Tomography.
Das System war für die stereotaktische Navigation von Operationsmikroskop, Endoskop, Ultraschallsonde und Laser ausgelegt und ließ sich mit handelsüblichen Trackern kombinieren – sowohl mit optischen als auch mit elektromagnetischen. Weitere Funktionen waren die Datenfusion mit Live-Video, die Ausgabe über ein Head-Mounted Display und eine Echtzeit-Bewegungsanalyse. Die Konfiguration wurde jeweils an die Mikroskope, Endoskope und Instrumente der einzelnen Klinik angepasst.
Eine Besonderheit war die Netzwerkanbindung im Operationssaal: Über sie konnten Kolleginnen und Kollegen aus der Ferne zugeschaltet werden – vom Hersteller vor allem für die Abstimmung innerhalb der Klinik über das lokale Netz gedacht, demonstriert aber auch über größere Distanzen.
In der zahnärztlichen Implantologie wurde das System zusammen mit dem Artma Virtual Implant Navigator eingesetzt. Angeboten wird es nicht mehr: Die Artma Medical Technologies AG wurde 2010 im österreichischen Firmenbuch von Amts wegen gelöscht. Weitere Produkte des Herstellers: Artma.