Lexikon
OPG (Orthopantomogramm)
Das OPG ist eine Röntgen-Übersichtsaufnahme beider Kiefer. Der Name setzt sich zusammen aus „Ortho“ (gerade), „Pan“ (alles) und „Tomogramm“ (Schichtaufnahme). Die Aufnahme zeigt auf einem einzigen Bild sämtliche Zähne, beide Kieferknochen, die Kiefergelenke und Teile der Kieferhöhlen.

Für die Aufnahme steht oder sitzt der Patient vor dem Gerät und beißt auf eine kleine Halterung. Während der Aufnahme fährt die Röntgenröhre in etwa 15 Sekunden einmal um den Kopf herum. Der Patient muss dabei stillhalten und die Zunge an den Gaumen drücken, damit sie keine Schatten wirft.
OPG: Standardröntgen zur Übersicht
Das OPG ist die Standardaufnahme in der Zahnarztpraxis.
Bei Verdacht auf Parodontitis zeigt es, wo und wie viel Knochen bereits abgebaut wurde. Der Zahnarzt erkennt, ob der Abbau horizontal verläuft (gleichmäßig entlang der Zahnreihe) oder vertikal (trichterförmig an einzelnen Zähnen). Diese Information ist wichtig für die Prognose und die Behandlungsplanung. Auch versteckte Entzündungen an Wurzelspitzen, verlagerte Weisheitszähne oder Zysten werden sichtbar. Implantate sind ebenfalls gut zu beurteilen.
Strahlenbelastung beim OPG relativ gering
Die Strahlenbelastung eines digitalen OPG liegt bei etwa 10-20 Mikrosievert. Zum Vergleich: Die natürliche Hintergrundstrahlung in Deutschland beträgt etwa 2.400 Mikrosievert pro Jahr. Ein OPG entspricht damit ungefähr der Strahlung von ein bis zwei Tagen natürlicher Umgebungsstrahlung oder einem kurzen Flug.
Die Kernzahlen im Verhältnis: ein OPG entspricht etwa 4–10 Zahnfilmen
• Digitaler Zahnfilm: 1–5 µSv
• Digitales OPG: 10–20 µSv.
Gute Bildqualität für die meisten diagnostischen Fragestellung
Die Bildqualität reicht für die meisten Fragestellungen aus. Für Details an einzelnen Zähnen sind jedoch Zahnfilme (Einzelaufnahmen) überlegen, da sie eine höhere Auflösung bieten und Überlagerungen vermeiden. Bei komplexen chirurgischen Planungen, etwa vor Implantationen, kann ein dreidimensionales DVT (digitale Volumentomografie) sinnvoll sein.
Kosten: Orthopantomogramm ist Kassenleistung
Die Kosten für ein OPG werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt – bei Verdacht auf Parodontitis ist das regelmäßig der Fall.

