Lexikon
Verblockung
Als Verblockung wird die Verbindung von zwei oder mehr Zähnen bzw. Implantaten über den aufgesetzten Zahnersatz bezeichnet. Durch eine Verblockung kann eine höhere Stabilität des Zahnersatzes mit reduzierter Belastung erreicht werden, da seitliche Belastungen durch die Verbindung auseinanderstehender Pfeiler auf das ganze System verteilt und die Belastung für einzelne Zähne oder Implantate deutlich verringert wird.
Primäre Verblockung von Zahnersatz
Hier wird die Zahnersatzstruktur fest, d.h. für den Patienten nicht lösbar, auf Zähnen eingesetzt.
Die verblockten Pfeiler werden dadurch untereinander maximal gestützt und sind in der Lage, vor allem auch nicht axiale (seitliche) Kaukräfte gemeinsam aufzufangen, ohne einzelne Pfeiler zu überlasten.
Auch die klassische Zahnbrücke ist im Prinzip eine primäre Verblockung, obwohl sie hier nicht der Stabilisierung der Zähne dient, sonder dem Schliessen einer Zahnlücke. Aber auch hier kann eine Erweiterung um einen zusätzlich Zahnpfeiler aus Stabilitätsgründen verblockend erfolgen.
Primär Verblockung von implantatgetragenem Zahnersatz
Beispiele für die primäre Verblockung sind die festsitzende implantatgetragene Brücke bei Zahnlosigkeit, zu der auch das All-on-4®-Konzept gehört.
Verblockung ermöglicht Sofortbelastung bei Implantaten
Die primäre Verblockung ermöglicht auch eine Sofortbelastung, da die verbundenen Implantate sich gegenseitig stabilisieren und Mikrobewegungen einzelner Implantate während der Einheilphase reduziert werden.
Typischer Vertreter ist die Stegversorgung auf Implantaten.

Sekundäre Verblockung von Zahnersatz
Die Verbindung zwischen den Pfeilern ist bei der sekundären Verblockung durch den Patienten lösbar. Die gegenseitige Stützung ist gegenüber der primären Verblockung nicht ganz so hoch, da noch ein gewisser Spielraum zwischen Pfeilern und Zahnersatz vorliegt.
Beispiele für die sekundäre Verblockung sind
Wann ist eine Verblockung sinnvoll?
Eine Verblockung wird besonders dann empfohlen, wenn einzelne Pfeiler geschwächt sind – etwa durch Knochenverlust bei Parodontitis oder bei kurzen Implantaten mit reduzierter Knochenverankerung. Auch bei ungünstiger Verteilung der Pfeiler im Kiefer kann eine Verblockung die Kräfteverteilung verbessern und den Langzeiterfolg der Versorgung sichern.

