Lexikon

PRGF

Das vom spanischen Implantologen Eduardo Anitua entwickelte Verfahren der Thrombozyten- bzw. Wachsttumsfaktoren-Gewinnung aus Blut des Patienten (Plasma Rich in Growth Factors), vergleichbar dem PRP, zur verbesserten Wundheilung bei Knochenaufbaumaßnahmen und Implantationen. Das Anitua-System zur Herstellung von PRGF arbeitet mit Zentrifugieren des Blutes und Pipettiervorgängen und konzentriert Thrombozyten in der PRGF-Fraktion auf das etwa 1,7 Fache im Vergleich zum Vollblut.

Durch die PRGF-Aufbereitung entsteht letztendlich eine gelblich-durchsichtige zähe Flüssigkeit, mit der Implantate oder Knochenersatzmaterialien beschickt werden, bevor sie in den Körper eingebracht werden. Es enthält im Gegensatz zu anderen Plättchenanreicherungs-Verfahren aus Blut nahezu keine Leukozyten. Die Effekte des PRGFs auf die Wundheilung dürften der anderer Verfahren der Blutplättchenanreicherung (PRP) vergleichbar sein. Eine verbesserte, schneller Wundheilung ist auf jeden Fall anzunehmen. Die vom Entwickler propagierten Vorteile bei der Knocheneinheilung konnten wissenschaftlich dagegen noch nicht abgesichert werden.

Das Verfahren ist -wie auch die anderen Plättchenanreicherungs-Verfahren- kosten- und zeitintensiv, stellt hohe Anforderungen an sterile Kautelen, welche in der Praxis nicht einfach  zu erreichen sind, und ist daher nicht unumstritten.