Lexikon

Atrophie des Kieferknochens

Atrophie bezeichnet den Schwund von Körpergewebe, der mit einer Funktionseinschränkung einhergeht. Der Vorgang ist nicht auf ein bestimmtes Gewebe beschränkt und kommt in der gesamten Medizin vor. Unterschieden werden unter anderem:

  • Inaktivitätsatrophie — Muskel- oder Knochenschwund durch fehlende gewebegerechte Belastung.
  • Druckatrophie — Gewebeschwund durch dauernde punktuelle Überlastung.

Bedeutung in der Zahnmedizin

Am Kieferknochen zeigt sich die Atrophie vor allem nach Zahnverlust: Der Alveolarkamm erhält keine Kaubelastung mehr und geht in Breite und Höhe zurück. Auf der zur Mundhöhle gerichteten Knochenoberfläche bleiben knochenabbauende Zellen aktiv, ohne dass ihnen ein entsprechender Aufbau gegenübersteht — der Kamm verliert dadurch dauerhaft an Substanz. Auf natürlichem Wege kommt dieser Knochen nicht zurück.

Der zahnmedizinische Vorgang wird ausführlich unter Knochenabbau im Kieferknochen behandelt — mit Ursachen, zeitlichem Verlauf, den Unterschieden zwischen Ober- und Unterkiefer sowie den Folgen für Prothesenhalt und Implantierbarkeit.

Literatur

Literatur und Quellenangaben
  1. Kondo T, Kanayama K, Egusa H, Nishimura I. Current perspectives of residual ridge resorption: Pathological activation of oral barrier osteoclasts. Journal of Prosthodontic Research 2023;67(1):12–22. doi:10.2186/jpr.JPR_D_21_00333
  2. Jahangiri L, Devlin H, Ting K, Nishimura I. Current perspectives in residual ridge remodeling and its clinical implications: A review. The Journal of Prosthetic Dentistry 1998;80(2):224–237. doi:10.1016/S0022-3913(98)70116-7

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