Röntgendiagnostik der Periimplantitis

Nur ein Röntgenbild ist in der Lage, das Ausmaß des periimplantären Knochenabbaus bei einer Periimplantitis darzustellen. Die Röntgendiagnostik ergänzt und sichert damit die klinische Diagnose der Periimplantitis. Auch können gefährdete und gefährdende Strukturen in der Nachbarschaft des betroffenen Implantats identifiziert werden. Zudem sind sie für eine Verlaufskontrolle, zur Abschätzung und Dokumentation eines Therapieerfolgs, oder auch zur Entscheidungsfindung bezüglich einer etwaigen Implantatentfernung, unverzichtbar.
In der Regel ist die klassische 2-dimensionale Bildgebung (Zahnfilm, evtl. Panorama-Schichtaufnahme/Orthopantomogramm/ OPG) als Röntgendiagnostik ausreichend.

Zahnfilm

Das Röntgenbild (Zahnfilm) hier zeigt eine Entzündung an einem Zylinderimplantat in der Bildmitte, erkennbar durch den dunklen Saum um das Implantat (aufgelöster Knochen). Die beiden anderen Schraubenimplantate sind ohne röntgenologische Periimplantitiszeichen. Das Implantat wurde entfernt. Die eher saumförmige Entzündung könnte auf eine Störung bei der Osseointegration hinweisen.

Periimplantitis an einem Zylinderimplantat.

Das untere Röntgenbild zeigt einen ausgeprägten Knochenverlust durch Periimplantitis, erkennbar durch eine Aufhellung (ein Röntgenbild ist ein "Negativ") um die Implantatschulter, die bis zur 6 Windung geht. Es dürfte sich hier um eine chronische Periimplantitis handeln. Implantaterhalt durch Periimplantitistherapie fraglich.

Ausgeprägter Knochenverlust durch Periimplantitis.

3D-Röntgen: DVT und CT

In einigen Fällen mag der Knochenabbau allerdings innerhalb der Röntgenrichtung (vor oder hinter dem Implantat) durch das klassische Röntgenbild nicht gut darzustellen sein. Bei selteneren Ursachen oder untypischen Entzündungspositionen in der Tiefe z.B. Fremdkörper oder sekundäre Enzündungsherde, die auf Implantate übergreifen können, kann die 3D-Röntgendiagnostik (DVT,CT) hilfreich sein.

Bei der einfachen Diagnostik, insbesondere zur radiologischen Verlaufskontrolle einer Periimplantitis, stehen 3D-Verfahren in keinem begründbaren Verhältnis, was Aufwand / Kosten / Strahlenbelastung und Nutzen angeht.

Literatur:
N.U. Zitzmann, C. Walter1, T. Berglundh; Ätiologie, Diagnostik und Therapie der Periimplantitis - eine Übersicht. Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift 61(2006)
Hemant Kumar Gupta, Amit Garg, Navjot Kaur Bedi; Peri-Implantitis: A Risk Factor In Implant Failure; Journal of Clinical and Diagnostic Research Feb, Vol-5(1):138-141, 2011

Letzte Aktualisierung am Montag, 12. März 2018



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