Lexikon

Zirkonimplantat

Zirkonimplantate (Zirkonoxidimplantate) wurden bereits in den siebziger Jahren angewendet, aber seit Ende der achtziger Jahre wegen zu hoher Bruch-Komplikations-Raten nicht mehr propagiert. Durch die mitterweile hochfeste Yttrium-stabilisierte Zirkoniumdioxid-Legierung wird nun die entscheidende Frakturstabilität erreicht, um das Material für Zahnimplantate nutzen zu können. Das Zirkonoxid-Keramikimplantat ist biologisch optimal verträglich: das Zahnfleisch (Gingiva) reagiert besonders positiv auf Zirkon und schein hier dem Titan überlegen. Es kommt der natürlichen Zahnfarbe deutlich näher, was bei ästhetischen Versorgungen von Vorteil sein kann. Es gilt als absolut inert und wird deswegen für Allergie-Patienten beworben.

Nachteile:

U.a. höhere Kosten, eine noch geringe wissenschaftliche Dokumentation/Erfahrung. Gerade die Alterungseigenschaften von Zirkonoxid sorgen für eine kritische Beurteilung bei der Langlebigkeit. Auch die optimale Oberflächenbeschaffenheit für die Osseointegration ist noch Gegenstand der Forschung. Die Geschwindigkeit der Osseointegration wird zur Zeit als noch insgesamt als langsamer eingestuft als bei Titan, einteilige Implantate werden zurzeit mit Schienen viele Wochen vor zu früher Belastung geschützt. zweiteilige Keramikimplantate sind aber seit ca. 2010 verfügbar. Mittlerweile auch als verschraubte Systeme. Langfristige Erfahrung liegen hier aber noch nicht vor.
Eine Sofortbelastung scheint nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht sinnvoll zu sein. Bei den noch  meist einteiligen Zirkonimplantaten ist eine besonders exakte Implantation notwendig und es kann Schwierigkeiten bei Knochenaufbaumaßnahmen geben. Durch Beschleifen des Aufbaus wird die hier die individuelle Form erzielt, Rißbildung und Alterungsprozesse können dabei initiiert werden.
Für zweiteilige Implantate aus Zirkonoxid ist das Handling natürlich vergleichbar mit zweiteiligen Titanimplantaten. Es sind mit Sicherheit sehr vielversprechende Produkte, deren langfristige Dokumentation über die Verbreitung entscheiden wird. Hier finden Sie mehr Infos über Keramikimplantate .