Lexikon

Explantation

Explantation setzt sich aus den lateinischen Begriffe "ex" für "aus" und "plantation" für "Pflanzung" zusammen und bezeichnet die Enfernung eines Implantats aus dem Kieferknochen, das aufgrund einer Periimplantatitis, eines Implantatbruchs oder falscher Positionierung nicht erhalten werden kann. Da es sich um eine direkte Leistung an einem Implantat handelt, kommen die gesetzliche Krankenversicherungen (AOK, BEK etc.) nicht für die Kosten für das Explantieren (meist unter 100€) auf.

Für die Explantation eines Zahnimplantats gibt es verschiedene Techniken:

1. Luxieren
Wenn die Lockerung eines Implantats schon weit fortgeschritten ist, oder nur noch ein geringer Knochenhalt besteht, ist es möglich, ein solches Implantat durch wechselnde Drücke/Hebelkräfte z.B. mit einer Zange (natürlich unter lokaler Betäubung) ähnlich wie bei der Zahnentfernung weiter zu lockern (Luxation) und damit zu explantieren.

2. Herausdrehen
Die meisten Zahnimplantate sind Schraubenimplantate, die mit speziellen Schlüsseln, welche in Innen- oder Aussenverbindungen am Implantatkopf greifen, in den Kieferknochen eingedreht werden. Das umgekehrte Vorgehen kann man auch nutzen, um Implantate mit schon reduziertem Knochenkontakt wieder herauszudrehen. Der Einbringschlüssel wird hierzu nach Abnehmen des Implantataufbaus (Abutment) in/auf den Implantkopf eingesetzt und mit Hilfe einer Ratsche (Drehmomentschlüssel) gegen den Uhrzeigersinn herausgedreht. Bei noch komplett festsitzenden Implantate besteht aber das Risiko der Fraktur von Kieferknochenanteilen oder des Implantats, weswegen hier das nächste Verfahren zu empfehlen ist.

3. Herausfräsen mittels Trepanbohrer
Wenn ein Implantat fest vom Knochen umschlossen ist (insbesondere bei Implantatbrüchen) gilt die Explantation mit einem Trepanbohrer (Hohlfräse) als die sicherste Methode. Herbei wird eine Hohlfräse mit einem Durchmesser knapp grösser als das Implantat gewählt, über das Implantat gesetzt. Niedrigtourig und mit Wasserkühlung wird dann immer tiefer, gegebenenfalls unter Röntgenbild-Kontrolle, um das Implantat herum gebohrt, bis nur noch noch ein geringer Knochenanteil an der Implantatspitze vorhanden ist. Dann können die Verfahren 1 oder 2 zur Anwendung kommen.

4. Thermoexplantation
Dieses Verfahren der Thermoexplantation wurde jüngst beschrieben und soll die schonende Entfernung eines Implantats durch die Auflösung der umgebenden Knochenschicht nach Kurzerhitzung mit Hochfrequenzstrom ermöglichen. Nach einigen Tagen soll ein Herausdrehen des Implantats einfach erfolgen können. Zu diesem Verfahren gibt es noch keine weiteren Berichte, es gilt daher noch nicht als sicheres Explantationsverfahren.

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