Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

ziehende Schmerzen 2 Wochen nach Implantat

Hallo,
ich bekam vor 2 Wochen ein Einzelimplantat Zahn 46 bei Knochenspreizung gesetzt, nachdem der Zahn vor genau einem Jahr gezogen werden musste. Vor einer Woche kamen die Fäden raus und etwa seit 8 Tagen habe ich (zunehmende) stechende und ziehende Schmerzen, die schon bei kleinster körperlicher Belastung pulsierend sind und mitunter bis in den OK ziehen. Der Schmerz gleicht etwas dem bei einer entzündeten Zahnwurzel vor einer Wurzelbehandlung.
Der Implantologe meinte nun, die Wunde sei unauffällig und die Schmerzen könnten noch von der Knochenspreizung kommen, ich solle noch mal eine Woche abwarten.
Heute war ich beim ZA, der meinte, die Schmerzen könnten auch von einer (zufällig) hinzugekommenen Nervenentzündung des 45 oder 47 kommen, wobei aber weder Klopf- noch Kältetest zu einer eindeutigen Lokalisierung führten. 45 und 47 (Füllung und Inlay) will ich eh machen lassen, da könne man dann sehen, wie sich die Schmerzen verhalten. (Ich wollte aber vor der „2. Baustelle“ eigentlich erst mal die „1. Baustelle“ abgeschlossen wissen.) Auf dem Panorama-Bild heute sieht man neben dem Implantat auf einer Seite angrenzend dunkle Flächen, die ich glaube auf dem Bild unmittelbar nach dem Einsetzen (noch) nicht gesehen zu haben. Daher meine Suche nach einem Rat – wie soll ich mich verhalten:
-erstmal eine Woche abwarten (und mich quälen), oder
-45 und 47 behandeln lassen, ggf. mit Wurzelbehandlung, oder
-das Implantat wieder entfernen lassen, oder
-Antibiotikum gegen eine etwaige Entzündung nehmen,
-oder?!?!
Schon jetzt im voraus vielen Dank für Ratschläge aus der Ferne und/oder Erfahrungsberichte!
Viele Grüße - Kai



Hallo. Wenn die Zähne 45 und 47 vorher schmerzfrei waren, muss man da nicht ran, dann kannst du schlimmstenfalls den einen vom anderen Schmerz gar nicht mehr unterscheiden. Wenn die beschriebenen Schmerzen wirklich erst nach der Implantation eintraten, kannst du ja eingrenzen. Wenn das Röntgen nach Implantation diese schwarzen Stellen zeigt, ganz wichtig: dieses Röntgen und das davor in guter Kopie aushändigen lassen! Hat der ZA sofort die richtige Achse erwischt? Eine Nervenentzündung der Nachbarzähne? Hhmm...Die schwarze Stelle kann nicht nur auf Entzündung im Knochen hindeuten, sondern auch auf Knochendefekt(falsche Achse, zu dicker Bohreinsatz etc.) Ist das Implantat fest? Wenn Entzündung, ist sicher ein Antibiotikum angesagt, um Ausbreitung zu verhindern: ZA sofort fragen. Nicht warten und mit Schmerzen quälen. . Aufbewahren. Wenn die Zähne 45 und 47 schon vorher Problemzähne waren, könnte eine Behandlung Aufschluss bringen und eingrenzen.Dunkle Stellen im Röntgen sind immer ein "unguter" Hinweis. Nochmal: unbedingt alle Röntgen aushändigen lassen, nicht spekulieren, sondern wirklich vergleichen, ob da vorher schon was war. Viel Glück und gute Besserung! knolle



Hallo und danke für die Hinweise.
War daraufhin nochmal beim ZA und bekam gestern nochmal eine Packung Antibiotikum (wieder Clindamycin / Sobelin) verschrieben. Wieder leide ich also (wie schon vor 2 Wochen, nach der Implantation) an dick belegter Zunge, Mattigkeit und äußerst lästiger Mundschleimhautentzündung.. noch dauern das Ziehen im UK unter dem Implantat und die leichte Schwellung außen an... aber Antibiotika sollen ja bekanntlich erst nach 2-3 Tagen Wirkung entfalten.
also warte ich eben mal ab und bleibe guter Hoffnung...
Kai



Hallo Kai,
ich habe deine Symptome gelesen und Sie als Oralchirurg mit eigenen Erfahrungen als Operateur verglichen. Obwohl ich mich aus der Ferne nicht in Wundheilungen und deren Abläufe einmischen sollte, sprechen die beschriebenen Schmerzen für eine postoperative Nekrose des umliegenden Knochens, welche durch eine Knochenkompression entstanden ist - in vielen Fällen geht das Implantat dann kurzfristig verloren - Schmerzen nach dieser Zeit sind ein eindeutiges Zeichen der bindegewebigen Einheilung. Grüsse Thomas



Hallo Kai. Dieses Antibiotikum haut ja ziemlich rein, oder? Was Thomas schreibt könnte richtig sein. Aber verstehst Du das auch? Bindegewebiges Einwachsen, bedeutet: nicht im Knochen. Verlust vorhersehbar. Aber wie sowas kommt muss nicht an einer Entzündung (postoperativ= nach Eingriff) liegen, was eine Knochennekrose nach sich zieht. Beim Implantieren können Fehler unterlaufen sein, die für die Rückbildung des Knochens verantwortlich sein können. Hier im Forum darf ich nur nicht zu detailliert darauf eingehen.Du sagst, es wurde ein Röntgen unmittelbar nach Implantation gemacht (gehört zur Dokumentation). Wenn die "schwarzen Stellen im Röntgen" auf diesem Röntgen unmittelbar nach der Implantation zu sehen sind, sagt das schon was aus. Schau doch mal nach. Oder sind die wirklich erst im späteren Röntgen? Sagt auch was aus. Hast Du Dir die Röntgen in guter Kopie aushändigen lassen? Nochmal gefragt: War das Implantat fest? Ist das Implantat noch fest? Du darfst übrigens auch Schmerzmittel nehmen. Ein Antibiotikum ist ja nicht schmerzstillend. Ich drücke die Daumen, dass Du einfach nur ein Patient bist, bei dem die Schmerzen ein bisschen länger brauchen. Auch ein kleiner Eingriff im Knochen ist ein Eingriff. Alles Gute! Dennoch: was hat denn der ZA genau gesagt? Oder hat er nur das Antibiotikum aufgeschrieben?



Hallo Kai

das dunkle auf dem zweiten Röntgenbild zeigt eigentlich schon das etwas nicht in Ordnung ist. Habe selber eine fehlgeschlagene Implantation hinter mir;
erstes Bild OK, zweites Bild nach OP auch OK, nach zwei Wochen wegen auffällig dickem Zahnfleisch im Oberkiefer vorsichtshalber geröngt, siehe da; alles dunkel um meinem Implantat. ZA musste es entfernen, und ich muss seit 7 Tagen Antibiotika schlucken, jeden Tag zur Kiefernspülung, alles an Eiter läuft mir aus der Nase weil meine Nasennebenhöhle in mitleidenschaft gezogen wurde. Wie sieht bei Dir der Behandlungsablauf aus?
Gruß sitara



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