Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Unerträgliche Schmerzen Zahnimplantat 21

Andrea
Andrea

Hallo,
ich brauche bitte einen Rat.
Ich habe mir nach 30 Jahren, zwei WSR im März diesen Jahres ein Implantat 21 setzen lassen. Alles verlief sehr gut, bis ich vor ca. 8 Wochen den Eingriff zur Schraube erhielt um die Krone zu setzen.
Seit dem laufe ich die Wände hoch. Es hilft kein Antibiotikum, oder nur wenig. Röntgen und CT sind unauffällig. Ein MRT steht noch aus. Was kann es sein? Ich nehme abends Carbamazepin und Novalgin um etwas schlafen zu können.... aber ist das die Lösung?



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
349 Beiträge

Ist die Schraube (Abutment) noch drin? Wenn ja, wieder entfernen lassen! Nach 8 Wochen wird sich da nichts mehr ändern. Wenn dann der Schmerz allmählich nachlässt, hat sich sehr wahrscheinlich beim Eindrehen des Abutments das Implantat im Knochen mitgedreht. Das heißt, dass der Knochenverbund zwischen Implantatoberfläche und Knochen abgerissen bzw. der Knochen gebrochen ist - sehr schmerzhaft. Der Knochenabriss lässt sich nicht mit Röntgen oder CT darstellen.
WSR in der Vergangenheit? Wurde der Knochen mit Knochenersatzmaterial aufgebaut? Wenn noch Restkeime im Knochen vorhanden waren, kann sich das KEM nicht in humanen Knochen umwandeln. Eine fehlende oder brüchige Knochenummantelung VOR und HINTER dem Implantat ist auf den genannten Aufnahmen nicht darstellbar.
Ich hatte das gleiche mit Implantat in Regio 11.

Alles Gute



Andrea
Andrea

Hallo, vielen Dank für die Rückmeldung. Wer trägt die Kosten für die Entfernung?

Ich hatte 2 WRS's an dem Zahn. Der Zahn daneben wackelt inzwischen leicht. Bin am Ende. Vor der Schraube war alles gut.

Es wurde 2x ein Knochenaufbau gemacht.

Zu gerne stelle ich ein Bild hier ein, weiss nur nicht wie das geht.



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
349 Beiträge

Noch mal zu meiner ersten Frage: Ist das Abutment noch im Implantat drin?

Das "Abutment" ist das Verbindungsteil, welches in einem zweiteiligen Implantat eingeschaubt wird nach Einheilung des Implantats im Knochen - also nach 6 Monaten, siehe
https://www.implantate.com/lexikon/abutment.html



Andrea
Andrea

Guten Morgen,

Ja, das Implantat ist fertig mit Krone, auch wenn sie nicht optimal aussieht.

Ich soll jetzt für 7 Tage ein Antibiotikum nehmen 3x am Tag.

Wer trägt die Kosten, wenn die Schraube wieder raus muss? Der Kieferchirurg sagt immer wieder, alles sieht gut aus. Ich habe Schmerzen bis in die Schulter/Halswirbel und inzwischen tränt auch mein Auge. Kann das wirklich vom Trigeminusnerv sein, den hier alle Ärzte immer wieder in Zusammenhang bringen? Danke und LG



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
349 Beiträge

Da in der Vergangenheit Antibiotikum nicht gewirkt hat, wird es jetzt auch nicht helfen. Der Grund für die Schmerzen wird sehr wahrscheinlich ein anderer sein.
Trigeminus Nerv? Im Oberkiefer soll es keinen größeren Nerven geben, den man verletzen kann, siehe
https://www.implantate.com/nervverletzung-durch-implantate.html

Ich sagte bereits, dass die genannten Aufnahmen nicht geeignet sind um festzustellen, ob es VOR und HINTER dem Implantat eine vollständige und stabile Knochenummantelung gibt. Diese Bereiche werden von der Helligkeit des Implantats selbst komplett verdeckt. Aufnahmen alleine sind kein Beweis um zu behaupten, dass alles gut aussähe.

Hier der Link zu meinem Implantat (11), welches von der Frontseite nicht mit Knochen bedeckt war. Der MKG-Chirurg, der auf den Aufnahmen nichts feststellen konnte, führte einen Drucktest durch in der Nasenöffnung über dem Implantat. Da ich vor Schmerzen schrie, meinte er, wenn er die Mundschleimhaut hochklappen würde, könne er die Knochenummantelung sehen. Dies sei jedoch eine OP. Termin gemacht. Und tatsächlich zeigte sich, dass das Implantat von der Frontseite NICHT von Knochen bedeckt war. Er machte davon mehrere Bilder, eins davon hier: https://abload.de/image.php?img=fehlpositionierungfrozyjqk.jpg

Siehe auch was der Forumadministrator, selbst Arzt und Zahnarzt, zu meiner Frage vor 8 Jahren zu der Aussagekraft von Aufnahmen geschrieben hat:
https://www.implantate.com/forum/diskussionsforum-zahnimplantate-und-zahnersatz/falsch-sitzendes-implantat-nicht-durch-aufnahmen-darstellbar-41924/view.html?tx_typo3forum_pi1%5baction%5d=show

Wurde denn ein Periotest oder Ähnliches durchgeführt um die Festigkeit zu testen?

Der nächste Schritt in deinem Fall ist eine Diagnose, denn ohne diesen wirst du keinen Arzt finden, der dir das Implantat entfernt (ich habe dazu 6 Jahre gebraucht). Ein Frontzahnimplantat, auch wenn es nicht vollständig von Knochen ummantelt ist, kann nicht einfach herausgedreht werden. Es gibt verschiedene Verfahren, aber es ist immer eine OP (meine hat drei Stunden gedauert). Zu den Risiken verweise ich wieder auf meinen Link.

In der Regel werden Implantatentfernungen wie Zahnentfernungen betrachtet. Meine Krankenkasse hat die Kosten übernommen, auch für die Vollnarkose (wegen der erwartete OP-Dauer war ein Eingriff unter lokaler Betäubung nicht möglich). Aber keine Krankenkasse ist wie die andere. Da solltest du bei deiner Kasse nachfragen.

Alles Gute!



Andrea
Andrea

Guten Morgen,

vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Mein Kieferdoc hat mir angeboten das Implantat wieder rauszumachen, aber er ist der Meinung, dass es mir nichts bringt.
Wir warten das Antbiotikum ab, ansonsten kommt ersteinmal die Schraube / Krone raus. Aber eine Lösung ist das nicht. Vor dem Schraubenwechseln war alles gut.

Ich habe einen Wanderschmerz im Kiefer, Auge, Ohr, Hals... darum die Vermutung von Trigeminusneuralgie. Garbamazepin hilft auch einwenig. Vielleicht ist es nur ein Zufall.

Hast du heute an der Stelle ein neues Implantat? Habe Angst was danach kommt...

LG Andrea



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
349 Beiträge

hallo Andrea,

Auch bei mir war bis zum Einschrauben des Abutments alles gut, null Probleme.

Die Vorgehensweise mit Entfernung der Krone und Abutment (nach der Antibiotikumkur) ist genau richtig. Wenn die Spannung im Kiefer nachlässt bzw.die Beschwerden sich lindern, dann kann der Arzt daraus den Schluss ziehen, dass an den Stellen wo die Aufnahmen keine Auskunft geben, der Knochen um das Implantat herum – womöglich - fehlt. Daraufhin kann er weitere Maßnahmen einleiten (bei mir zunächst Hochklappen der Mundschleimhaut und anschließend Explantation).

Bei einem Wanderschmerz sollte dem Verdacht auf Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) nachgegangen werden. Der Reiz könnte an die Nervenverästelungen gelangen und die Beschwerden auslösen. Auch diese Art von Entzündung kann auf den genannten Aufnahmen nicht dargestellt werden.

Bei mir konnte nach der Explantation und eine Kieferrekonstruktion mit Eigenknochen (Ausheilung 8 Monate) wieder ein neues Implantat gesetzt werden - das dritte an dieser Stelle. Das erste war gar nicht erst eingewachsen, es wurde 6 Wochen nach der Implantation mit einer Pinzette wieder aus dem Kiefer herausgehoben. Der 11er war ein Unfallzahn, der in der Folge zigmal behandelt werden musste.

Diese Art von Zähnen sind generell keimbelastet – und damit problematisch für spätere Implantate.

Viel Erfolg mit der Weiterbehandlung!



Andrea
Andrea

Halli hallo, mein Ergebnis der letzten Tage. Der Kieferchirurg ist auch nach dem 3. Antibiotikum der Meinung, dass alles gut aussieht und der Schmerz vom Nachbarzahn kommt. Der grosse, erste Zahn, weil er eine kurze Wurzel hat und sich das Zahnfleisch zurückgebildet hat.

Das 3. Antibiotikum bringt auch nur wenig. Ich habe noch immer einen Kiefer Wanderschmerz. Ohrenschmerzen und auch das Gefühl von Halsschmerzen. Ich soll Sensodyne nutzen. Ich kann es mir kaum vorstellen, dass ein Zahnhals solche Schmerzen verursacht. Ich soll jetzt mal abwarten... ich weiss nicht, wer mir noch weiterhelfen kann? Den Augendruck habe ich leider auch immer wieder... bald kann ich nicht mehr. Ich nehme 4 bis 5 Schmerztabletten täglich. Hast du noch eine Idee? Ich muss mich ja wegen der Gewährleistung weiterhin an den Kieferchirurgen wenden, oder? Er wird die Schraube nicht rausnehmen, er sieht keine Veranlassung. Danke für deine Hilfe LG



Andrea
Andrea

Hallo nochmal, was mich wundert, äusserlich ist keine Beule oder Entzündung sichtbar. Da müsste man doch etwas sehen, wenn Eiter etc. im Spiel wäre, oder?