Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Schmerzen beim Eindrehen der Implantatkrone? Wieder entfernt!

Herta Huber
Herta Huber

Sehr geehrte Damen und Herren

Seit November 2013 habe ich ein Straumann Implantat (Zahn 25) inkl. seitlichem Knochenaufbau, welches von einem Kieferchirurgen eingesetzt wurde.
Es lief laut Kieferchirurg alles gut und bei der Schlussbesprechnung ergab der Festigkeitstest 80% bzw. sagte er das Röntgenbild sei in Ordnung.
Der nromale Zahnarzt sollte jetzt die Implantatkrone einschrauben.

Beim Eindrehen der Implantatkrone hatte ich Schmerzen. Der Zahnarzt drehte immer wieder ein bisschen und wartete immer wieder 3-5 Minuten ab. Ist dies so normal? Das Eindrehen ging streng und mit jedem Drehen war es schmerzhaft.

Da das Endergebnis nicht passte (der Bauch der Krone ist aussen 1mm zu dick und somit die Optik nicht schön) wurde die Implantatkrone wieder herausgedreht und die Implantatkrone wird nachbearbeitet.

Seit diesem Eindrehen bzw. Ausdrehen habe ich nun Schmerzen - es sind unangenehme Druckschmerzen beim Implantat und auf der Oberkieferseite. Ist dies normal?

Der Arzt will nächste Woche die Krone fix schrauben. Ich bin unsicher.

Ist diese Art von Eindrehen mit 3-5 Minuten Wartezeit zwischendurch (4-5 mal wiederholt) normal oder sollte das Eindrehen der Implantatkrone nicht normal leicht gehen? Ist es normal während des Drehens immer wieder 5 Minuten abzuwarten?

Ist es möglich, dass der falsche Aufsatz des Straumann Implantates benutzt wurde (auch beim Abdruck ging es schon streng). Möglich, dass das Implantat schief steht und der Zahnarzt probiert eine gerade Implantatkrone "reinzuwürgen"?

Soll ich mit diesen Druck-Kieferschmerzen nächste Woche die Implantatkrone überhaupt befestigen lassen? Was wäre jetzt das beste weitere Vorgehen?

Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe!

Vielen Dank für Ihre Rückantwort und freundliche Grüsse Herta Huber



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
3996 Beiträge

hallo,
an sich soll der zahnfleischformer das zahnfleisch für die aufnahme des aufbauteils und der krone vorbereiten. wenn diese aber dicker sind, wird das zahnfleisch beim einsetzen aufgedehnt, waas -weie sie bemerkt haben. sehr schmerzhaft sein kann (betäubung?). wahrscheinlich hat sich ihr zahnfleisch noch nicht erholt. es sollte schon schmerz- und entzündungsfrei vor dem nächsten versuch sein. vielleicht suchen sie ihren behandler vorab noch einmal auf, damit er den bereich spült, evtl. eine salbe einlegt.
gruß
b. zahedi



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
300 Beiträge

Hallo Herta,

hattest du Schmerzen beim Eindrehen des Abutments? Das sind die Unterteile, die in das Implantat reingeschraubt werden. Die Krone wird ja nicht "eingedreht", sondern sie wird ja nur "gesetzt"

Solltest du beim Eindrehen dieser Teile in den Kiefer Schmerzen gespürt haben, dann sollte unbedingt den Sitz des Implantats überprüft werden. Leider kann das weder mit einem Röntgenbild noch mit einer 3D-Aufnahme einwandfrei geklärt werden. Ich kann davon - und von den Schmerzen - ein Lied singen. Die Schmerzen waren beim Eindrehen meines Abutments unerträglich! Aber laut Röntgenbild und 3D-Aufnahme alles bestens... Auch bei mir wurde das Abutment immer wieder entfernt und nachgearbeitet. Nach sieben Jahren der Tortur: Explantation! Beim Hochklappen der Mundschleimhaut offenbarte sich dann die Ursache: das Implantat war nur zu einem Drittel im Knochen verankert.

Bei Schmerzen im Kiefer keine Risiken eingehen! Diese lassen sich von Schmerzen im Zahnfleisch gut unterscheiden - vom Patienten. Der Arzt schließt bei einwandfreiem Röntgenbild immer darauf, das die Schmerzen vom "empfindlichen" Zahnfleisch kommen. Wenn es pocht und hämmert im Kiefer, dann ist es auch der Knochen. Wenn das Implantat nicht ganz von Knochen bedeckt ist, dann bekommt der Knochen beim Eindrehen des Abutments Risse. Und deshalb ist auch Tage nach dem Eindrehen noch ein auffälliger Druck im Knochen spürbar.

Alles Gute



Kathy83
Mitglied seit 03. 10. 2012
22 Beiträge

Hallo Herta,

ich hatte ein sehr ähnliches Problem im Unterkiefer!
Mir wurden dort auch 2013 4 Keramikimplantate gesetzt, die sind auch gut eingeheilt usw.
Dann wurden die unter Vollnarkose (weil es bei mir sehr schwierig war) freigelegt und die Zahnfleischformer draufgemacht.
Als der Doc sie allerdings wieder abmachen wollte....naja zum Abdrucknehmen....da hat eines sehr starke Schmerzen verursacht...ich habe direkt gesagt, dass ich glaube, das es locker ist, bzw es sich so anfühlt.
Die konnte ich nicht aushalten! Ich habe die Behandlung abgebrochen und er vermutete, dass es das Zahnfleisch sei weil man auf dem Röntgenbild nichts sehen würde. Er wollte es dann in zwei Wochen nochmal mit Betäubung machen. Naja End vom Lied war das es bis zum neuen Termin wahnsinnig druckempfindlich war und echt weh getan hat. Bei dem neuen Termin mit Betäubung hatte ich immernoch extreme Schmerzen, daraufhin stellte sich eben raus, das das Implantat locker war. Er konnte es drehen....also ist es im Dämmerschlaf entfernt worden.
Das Dumme ist nur, dass sich das Implantat daneben auch irgendwie seltsam anfühlt.....

Ich hoffe das bleibt Dir erspart, aber Du solltest bei Schmerzen in jedem Fall alles kontrollieren lassen!!!! Es sind immerhin Deine Schmerzen, die so ein Doc nicht unbedingt lokalisieren kann. Und fühlen erst recht nicht!

GlG



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
300 Beiträge

ich kann nur bestätigen, was Kathy83 zum Eindrehen von Teilen in das Implantat beschreibt. Wenn trotz störungsfreiem Einwachsen des Implantats in den Kiefer, es beim Eindrehen der Abdruckpfosten oder der Aufbauteile zu Schmerzen im Kiefer kommt, dann ist das Implantat nicht fest im Knochen verwachsen.

Siehe dazu meinen Beitrag:
http://www.implantate.com/forum/diskussionsforum-zahnimplantate/falsch-sitzendes-implantat-nicht-durch-aufnahmen-darstellbar-41924/view.html?tx_mmforum_pi1[fid]=2

Heute habe ich mein drittes Implantat an der gleichen Stelle gesetzt bekommen. Frontzahn 11. Inzwischen habe ich für dieses eine Implantat drei Implantatsetzungen, eine einfache Explantation, eine komplizierte Explantation und Kiefer und Gaumenrekonstruktion (3 Std-OP) und mehr als 100 Terminen bei verschiedenen Zahnärzten, MKG-Chirurgen und Techniker wahrgenommen. Es sind Kosten im 5-stelligen Bereich entstanden. Seit der ersten Implantatsetzung und heute sind mehr als sieben Jahre vergangen. Nun muss mein heutiges Implantat noch 6 Monate einwachsen.

Der fehlerhafte Sitz des zweiten Implantats konnte weder durch Röntgenaufnahmen noch durch eine 3D-Aufnahme nachgewiesen werden. Kurz vor der OP wurde eine 3D-Aufnahme gemacht. Beim Hochklappen der Mundschleimhaut während der OP zeigte sich, dass das Implantat nachweislich zu zwei Drittel nicht mit Knochen bedeckt war. Dies wurde fotografisch festgehalten. Damit ist bewiesen, dass die kurz zuvor gemachte 3D-Aufnahme den Ist-Zustand nicht abgebildet hat.

Zu verdanken habe ich das Grauen dem unzuverlässlichen Nachweis der Falschpositionierung durch Rö- bzw. 3D-Aufnahmen. Mit diesem Beitrag möchte ich nicht nur Betroffenen, sondern vor allem auch Zahnärzte erreichen, die sich auf diese Aufnahmen verlassen.



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