Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Re:Psychische Probleme in der Behandlungsphase

UZet
Mitglied seit 05. 05. 2012
4 Beiträge

Guten Tag,

eingangs möchte ich mich bei jenen bedanken, die diese Website und das Forum eingerichtet haben. Es hat mich während meiner fast einjährigen Leidenszeit begleitet. Vor 5 Jahren stellte mein Zahnarzt einen erheblichen Knochenabbau fest, meine Zähne im Oberkiefer waren seit 20 Jahren mit einer Brücke überkront. Er riet mir, alle Zähne, die im Ansatz gesund, aber locker waren, ziehen zu lassen und mit Zahnersatz auf Implantaten voll zu ersetzen.
Ich wurde recht umfassend über die medizinischen und technischen Details sowie die Kosten informiert, aber welche erheblichen psychologischen Auswirkungen die Schmerzen, die Zahnlosigkeit und das Leben mit einer provisorischen Zahnprothese hat, wurde nicht einmal angedeutet. Nach dem Zähneziehen, was wie bekannt, eine schmerzhafte Angelegenheit ist, bekam ich eine provisorische Prothese, die ständig wackelte und scheuerte. Nach 8 Wochen folgte der Sinuslift durch den Kieferchirurg. Danach wieder 4 Wochen Schmerzen. Ein halbes Jahr später wurden 6 Implantate eingesetzt, die 3 Monaten später mit 2 langen Schnitten freigelegt wurden. Nach dem Freilegen passte die Prothese gar nicht mehr und ich musste diese mit Haftcreme im Mund "verkleben", was zu Entzündungen der Schleimhaut führte, so dass es ich meist nur ohne Prothese ausgehalten habe.
Seit gestern wurde meine neue Zahnreihe eingesetzt und seitdem bin ich auch ein neuer Mensch. Es ist ein wunderbares Gefühl, wieder in einen Apfel beißen zu können.
Als Firmenchef bin ich darauf angewiesen, mich und mein Unternehmen professionell zu präsentieren. Durch die Schmerzen, die Unsicherheit und das permanente Gefühl der Zahnlosigkeit bekam ich nach einigen Monaten Depressionen und habe mich aus dem öffentlichen Leben fast vollständig zurückgezogen, die Auswirkungen waren nicht unerheblich. Es ist nicht einfach, morgens im Spiegel in ein zahnloses Gesicht zu blicken.
Deshalb denke ich, dass bei all der Diskussion um zahntechnische Aspekte der Implantologie nicht außer Acht gelassen werden sollte, dass die Vollversorgung mit Implantaten und Knochenaufbau ein Leidensweg ist, auf den man sich psychologisch vorbereiten sollte.
Gibt es Angebote oder Informationen, wie man sich darauf vorbereitet ?



Hilda
Hilda

Hallo
Da ich mich in Zukunft auch so sehe, habe ich schon jetzt schwere Depressionen.
Obwohl ich seit ich 30 bin, penible auf meine Zähne achte, verliere ich als Folge der alten Restaurationen immer wieder Zähne.( z.B. Wurzelbruch, 2 Zähne wegen Periimplantitisschmerz verloren= durch Ärztepfusch u.s.w.).Wenn ich dann Gleichaltrige treffe, die nur Füllungen haben und sonst nichts, weine ich innerlich.
Nun frage ich: Was sehen andere Leute bei Dir, wenn Du lachst:Sie sehen die Zähne und sehen sie auch das Zahnfleisch? Hast Du ein künstliches Zahnfleisch ( Kunststoff) oder das eigene?
Hilda



UZet
UZet

Hallo Hilda,

meine Zahnarzt und der Zahntechniker haben sehr viel Wert auf die Optik gelegt.
Der Zahnersatz hat zwar "künstliches" Zahnfleisch, aber die Zähnreihe ist so angeordnet, dass man es nicht sieht.
Wenn ich lache, sieht man nur die Zähne und es sieht aus wie vor 30 Jahren, als alles noch natürlich war.
Das Beste aber daran ist, dass man dasselbe "Gefühl" hat, als ob man richtige Zähne hat. Auch wenn es ein sehr schwerer Gang war, aber das Ergebnis, ein frisches Lachen mit gut aussehnden Zähnen entschädigt für Kosten, Schmerzen und die Depressionen.

Uli



Tonja
Tonja

Hallo Uzet,
das was du beschreibst ist wahr. Es war für mich auch ein schlimmer Moment, als mir 3 Zähne im Frontbereich gezogen wurden....und es waren "nur 3 ..." Ich brauchte 2 Tage, um mich im Spiegel ohne Prov. anzusehen.Aber, da muß man durch, da gibt es nix.
Man muß aber das Ziel im Auge behalten, und wie du sagst, positiv denken, dann kann man sich nachher über seine neuen Zähne auch freuen.
@Hilda: Du mußt an dein Zahnproblem versuchen positiver dranzugehen. Wenn man deine Berichte hier liest, egal in welchem Beitrag, du schreibst nur negativ. Leute, die sowieso schon verunsichert sind, machst du mit deinen negativen Beiträgen meiner Meinung nach nur noch verrückter. Sicher ist es eben nicht immer optimal, und viele Leute haben große Probleme mit ihren Zähnen und wollen sich informieren. Aber ich finde, du malst nur schwarz und strahlst nichts Positives aus. Vielleicht ist dies auch dein Problem das es immer wieder zu neuen Problemen bei dir kommt.
Ich kann verstehen, wenn man viel Schlechtes erlebt hat, dass man andere "warnen" will, aber Hilda, es gibt nicht nur Mißerfolge, aber das sagen deine Beiträge leider aus.
Wünsche dir alles Gute.
Tonja



Hilda
Hilda

@UZet
Fein, dass alles gut geworden ist. Wie teuer kommt das alles?
@Tonja
Ich habe in den letzten Jahren wirklich nur Negatives erlebt.Bis zu einem gewissen Grad kann es nur mehr bergab gehen, wenn man älter wird ( bin knapp 61).Ich wünsche mir aber einmal auch, dass ich beidseits essen kann und dass ich ein Mal wenigstens ein paar Jahre Ruhe habe. Das war jetzt ca 10 Jahre lang nicht der Fall. Ich hatte sicher Pech mit dem Zahnarzt, der zwar seriös wirkt und alles Mögliche verspricht, aber funktioniert hat nichts bei ihm!!!
Wie gesagt, an der Uniklinik ( Kiefer) lachte man über ihn , weil man seine Arbeitsqualität kennt.Seine Kronen passen auch an keinem Ende,!!!
Ich wäre froh und dankbar gewesen, hätte man mich auf die Folgen schlecht gemachter und schlecht gewarteter Implantate hingewiesen.Ich bin keine Gegnerin von Implantaten.Ich glaube nur, dass man die Implantationen und eventuelle negative Folgen einfach bewusst verschweigt, weil das gegen das Geschäft ist.
Ich habe zum Beispiel jetzt den Eindruck, dass die Knochenentzündung am Implantat im OK nach 3 Behandlungen schon sehr gebessert ist. Ich kann dort schon fast schmerzfrei aufbeissen.Das ist etwas Positives.Also wenn sich ein Arzt auskennt,können Implantate sicher etwas Gutes sein.Man glaubt leider, dass sich jeder Arzt auch auskennt, wenn er implantiert.Das ist aber nicht so.
Das Einsetzen der Implantate in den Kiefer ist erst der Beginn meiner Erfahrung nach.Ich hoffe, dass es Dir in 3 Jahren auch noch so gut geht wie jetzt.
Gerade das Verschweigen und Totschweigen der Risken ist schlecht, finde ich.Dann ist man völlig hilflos, wenn mal etwas nicht funktioniert.
So, das war ein langer Roman.
Hilda



UZet
Mitglied seit 05. 05. 2012
4 Beiträge

Hallo Hilda
in Summe kostete das 11500,- € für den kompletten Oberkiefer.



Hilda
Hilda

@Tonja
Einen Satz von Dir finde ich nicht logisch: Dass meine Ausstrahlung an den Problemen schuld ist!!! Das verstehe ich nicht, wie das funktionieren soll.
Vielleicht habe ich bei Zahnärzten einen schlechten Griff oder ich gehe eher als andere der Sache nach, wenn etwas danebengegangen ist.Ich verließ mich auf Empfehlungen.Genaugenommen steckt fast immer irgendein Versagen dahinter, wenn man hier bei den Implantaten landet.P.S.
Beim Autokauf bin ich eher riskant , habe dort bisher immer eine gute Hand gehabt oder eine gute Ausstrahlung.
Umgekehrt wäre es besser!!.
Hilda



Susanne
Susanne

hallo Hilda, ich muss Tonja recht geben, Du solltest alles, was deine Zähne betrifft, vielleicht etwas positiver sehen! Schau, fast ale, die hier sind, haben ähnliche Erfahrungen gemacht, viele haben die Behandlung noch vor sich und sind verunsichert, wenn man immer nur liest, wie schwierig alles ist oder evtl. sein kann. Mit 61 Jahren hast du noch alle Zeit der Welt, Deine \'Neuen\' zu genießen. Ich bin 73 Jahre alt, freue mich über einen kompletten neuen Oberkiefer und lache jetzt noch lieber als vorher. Essen, lachen,sprechen: klappt alles prima.
Mach dir also keine Gedanken über das was du bisher geschrieben hast, sondern schreibe künftig nur noch positiv!



lilalu
Mitglied seit 16. 09. 2011
36 Beiträge

Ja lieber Uli,die psychische Probleme in der "zahnlosen Phase" sind schon enorm, und von denen bekommet man vorher auch nix gesag. Gerade jetzt kann ich ein lied davon singen.... Seit Mittwoch ist meine Prothese in Reperatur. Besser gesagt sie muß ganz neu angefertigt werden (verstärkt- anders halt) weil sie den Belastungen nicht stand hielt. War nach einer Wochen gebrochen. Pech. Und seither besucht mich Gott und die welt- ist nur Peinlich für mich. ich schäme mich soooo! Essen kann ich auch nur flüssig oder püriert, damit die Teleskope nicht so Druck abbekommen. Da muß ich durch. Hoffe, daß morgen der ZA anruft.

Und liebe Hilda, die anderen haben schon recht, du mußt die Zahnsache positiver anfangen. Sonst zerbrichst du daran.
Ich hab seit 13 jahren Schei** an der Backe, im Wahrsten Sinne des Wortes. Habe lange gebraucht, um positiv in die Zukunft zu blicken. Davon war ich auch voll mit Zweifel, und von der Unfähigkeit mancher Ärzte überzeugt. Zumal ich von Fach komme. Ich habe eine Gespächstherapie gemacht, um die ganze Tumorgeschichte zu verarbeiten.
Mein Lebensmotto lege ich dir ans herz:
Nichts ist so schlimm, daß es nicht was Gutes hat.
Man muß nicht alles hinteerfragen, und auch nicht alles wissen. Man muß sich gut aufgehoben fühlen. Erkundigedich nach den Leumund deines behandlers und hör auf dein Bauchgefühl. Und wenn da alles in grünen Bereich ist, wirds auch gut gehen.
Ich bin der beste Beweis. naja. muß schon einräumen, das auch meine behandler nicht zaubern können. zumindest nicht immer ( sonst würd ich nicht jetzt ohne meine breites Lächeln dasitzen- grinzzz) aber diesmal bestimmt-*Zwinker*



Tonja
Tonja

@Hallo Hilda,
ich wollte dir nicht zu nahe treten, aber versuch doch einfach mal, dich über kleine Erfolge mehr zu freuen...Was meine ich damit: Z.B. ist es bei mir auch so, dass das Zahnfleisch zwischen den 3 Implantaten natürlich nicht mehr so ausgeformt ist (sprich eine Papille) wie es irgendwann einmal, als es gesund war, gewesen ist. Jetzt kommt es ...ich kann pessimistisch und negativ sein und sagen:" ja, schlecht bin ich beraten worden, der Chirurg hat schlechte Arbeit gemacht, die Ästhetik ist nicht mehr so wie beim gesunden usw....." dies könnte ich auch so in diesem Forum schreiben...ich kann aber auch optimistisch und positiv sein( und so bin ich :-) ) und sagen: "OK... mein Zahnfleisch ist nicht mehr ganz so dort, wie es irgendwann einmal gewesen ist...ABER: Der Chirurg hat die Knochenhöhe wieder genau hinbekommen, die Kronen sind sehr natürlich geworden, der Zahntechniker hat diese Zwichenzahnräume optimal kaschiert, ich kann wieder fest zubeissen für mich ist das Optimale rausgeholt worden...!" Ich kann wieder ganz natürlich lachen weil ich zufrieden bin....und das strahlt ein Mensch aus, diese Zufriedenheit. Wenn ich aber immer denke:" Ohh, man sieht es bestimmt das das nicht meine eigenen Zähne sind ...."usw...dann lachst du auch unnatürlich und verkrampft und bist unzufrieden..und das merken andere, und das wiederum fällt auf deine Stimmung zurück weil du denkst, jeder sieht es, dabei bist du selbst diejenige, die das ausstrahlt....verstehst du was ich meine...
Versuche dich über die positiven Dinge deiner neuen Zähne zu freuen...
ich habe auch schon nicht optimale Dinge erfahren bei meinem früheren zahnarzt...deswegen sage ich aber doch auch nicht, alles was er gemacht hat war schlecht, oder...alle zahnärzte sind deswegen schlecht. Auch ist sicher das Einholen von mehreren Meinungen ein Weg, aber ich bin der Meinung, je mehr Meinungen, desto mehr Verunsicherung. Man muß auch mal dem Behandler die Chance geben und ihm Vertrauen, wenn der Arzt weiß, dass ich ihm vertraue, dann ist ihm doch auch daran gelegen, dass es gut wird, schliesslich möchte er ja mein Vertrauen auch nicht mißbrauchen...Also so ist es jedenfalls bei mir....wenn ich aber hinter jedem Zahnarzt den potentiellen Halsabschneider, Pfuscher und Nichtskönner vermute und ihm das auch suggeriere, dann brauche ich mich nicht wundern, wenns dann in die Hosen geht.
Ich hoffe Hilda, ich konnte dir klar machen was ich meine...und wünsche dir alles Gute
@ Susanne:
Hallo Susanne, ja genauso sehe ich es auch!