Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

OK-Implantate - langer Behandlungsverlauf?

dodo
Mitglied seit 13. 11. 2008
170 Beiträge

Hallo,
vor über einem Jahr war ich schon mal in diesem Forum - ich habe die Behandlung noch ein Jahr hinausgezögert, nun ist es aber höchste Eisenbahn. Ich habe im OK eine sehr große Problematik. Stand ist, dass ich vor vier Jahren vier Teleskopkronen mit einer Brücke gesetzt bekam. Unter dieser Brücke gab es Zahnentzündungen, deswegen musste ein Zahn später noch einer gezogen werden - nun hält dieses Teilprothese natürlich nicht mehr, die letzten vier Zähne wackeln wie wild und wieder haben sich Entzündungen darunter gebildet. Alternative Behandlung ist Vollprothese (ich bin erst 54 J.) und dies ist schwierig, da ich einen ganz flachen OK habe und die Sache schlecht hält. Also war ich zuerst bei einem Implantologen, dann wieder bei meinem Zahnarzt, der hat mich zwecks 2. Angebot zu einem Kieferchirurgen (Praxisklinik mit 2 Ärzten, beide sind Dr. med und Dr. dent.) geschickt - und da lasse ich das nun machen. Also am 8. Mai werden meine letzten Zähne gezogen, dann kriege ich eine vorübergehende Vollprothese (oh Graus und Schreck die habe ich schon zu Hause und sie sieht schrecklich aus), dann 6 - 8 Wochen abheilen, dann kommt ein Knochenaufbau aus dem Kiefer und dann wieder einige Wochen Pause - immer noch vorübergehende Vollprothese - und dann werden die Implantate gesetzt und dann wieder warten - also bis Weihnachten wäre ich wohl beschäftigt.
Ist das so normal?

Ich habe auch große Angst und habe die positiven Berichte mit großer Freude gelesen. Am meisten habe ich halt vor dieser Vollprothese Bammel. Ich bin berufstätig und muss sprechen können und telefonieren und arbeiten.
Was könnt Ihr mir dazu sagen?

Danke und Gruß
dodo



Hany
Hany

Hallo,

das Erlangen den Dr.med Dr. dent Titel oder überhaput den Dr. Titel verlangt sehr intensive Forschung in einen bestimmten Teama und es kann bis 3 Jahren dauern, ABER das hat wenig zu tun mit dem Können eines Zahnartzes oder eines Implantologe, viel mehr zählt die Erfahrung des Behandlers, wenn Sie z. B Ihren Führschein vor 30 gemacht haben und Einer , der gestern die Fahrprfüng bestanden hat, hat im Vergelich zu Ihnen sehr wenig Erfahrung im Strassenverkehr und bei knifigen Situation würde ratlos da stehen, was hier zählt ist die Erfahrung , es gibt sehr viele ZÄ mit Dr. Titel aber ohne Implantologische Erfahrung, mache haben nicht einmal ein einziges Implantat gesetzt .

Wer hat bestimmt , daß Sie sehr flache OK haben?.Auch bei flachen Ok ist eine Vollprothese möglich und sogar ohne Haftcream.
Wenn Sie unbedingt im OK implantate haben wollen, dann tun Sie es, ansonsten ist in der Regel eine Totale im Ok ohne weiteres möglich.

Gruß



Heike D
Heike D

Hallo Dodo
den Bammel vor dem Vollprothesen-Provisorium kann ich gut nachvollziehen. Mußte auch ein paar Monate mit sowas rumlaufen bis die Implantate festgewachsen waren und hab das klapprige Ding wirklich gehaßt. Ich war heilfroh, daß ich kein Implantat verloren habe, nicht wegen der erneuten OP sondern weil ich das Ding dann wegwerfen konnte.
So wie du es schreibst hast du doch keine Alternative, die letzten wackligen Zähne verlierst du sowieso bald, ohne Implantate wäre dann ja auch eine Vollprothese fällig.
Für die Übergangszeit hilft nur ganz viel Haftkleber unter die Gaumenplatte. Die größte Einschränkung ist nicht beim Sprechen sondern beim Essen. Ich hab die ersten drei Tage ganz viele Kinderlieder wie "Fuchs du hast die Gans gestohlen" gesungen, danach war die Aussprache ganz passabel (hörte sich zumindest nicht mehr an wie Inge Meysel).
Beim Essen hab ich in der Zeit alles kleingeschnitten, ganz Hartes ging nicht, brauchst also kein Krustenbrot kaufen.
Außerdem hat mich sehr gestört, daß sich alles was ich gegessen habe unter die Prothese geschoben hat bin nach jedem Essen erst mal ausspülen gegangen. Hab in der Zeit fast 20 kg abgenommen, war das einzig Gute daran.
Hatte nach der Zeit aber auch die Gewissheit, daß Implantate die richtige Entscheidung für mich waren, auf Dauer möchte ich nicht so eingeschränkt sein auch wenn manche Menschen gut mit dem KK-Modell klarkommen.
Freu dich in der Zeit einfach auf das danach. Ich bin 2 Tage nach der endgültigen Versorgung erst mal zum Italiener feiern gegangen und hab ohne Probleme in die kleinen harten Cabbata Brote beißen können, also plane auch schon mal deine Zähnesindfertigfeier für Dezember.
lg Heike



Hallo Dodo,

ich kann Hany nur zustimmen, eine Vollprothese ist kein Weltuntergang und durchaus eine annehmbare Möglichkeit. Meine VP im OK hält ohne Haftcreme sieht super aus und bereitet keinerlei Schmerzen. Wenn die Prothese nicht passt wie z.b. bei Heike, dann kann es wirklich unangenehm sein, das ist mit einem guten Zahnarzt und einem guten Zahnlabor aber gut zu ändern.

Kurz nach Eingriffen, wenn noch Schwellung vorhanden ist und alles abheilt sitzt die Prothese natürlich nicht immer so super, dafür aber wenn alles abgeheilt umso besser (ev. Unterfütterungen können nötig werden)

Implantate sind immer Luxusvarianten und sie dauern. Nach dem eventuellen Knochenaufbau darf dieser kurzfristig nicht mit einer Prothese belastet werden, nach dem Implantate setzen auch nicht, gefährdet die Heilung und das festwachsen. Im OK sollten Implantate 6 Monate einheilen, die Zeit des abheilens des Knochenaufbaus nch nicht mit eingerechnet. Dann dauerts auch noch nen Moment bis die Implantate freigelegt, das Zahnfleisch geformt und der endgültige Zahnersatz fertiggestellt ist.

Ich persönlich würde mir die Option Implantate offen lassen, aber man muss natürlich eine Prothese als ein Teil von sich annehmen, man muss wollen und akzeptieren dann funktioniert es auch.

Viel Erfolg wünsch ich dir!

lg Snowflake



Conni
Conni

Hallo Dodo,
auch ich kann Deine Bedenken gut nachvollziehen. Es ist wirklich alles ein langwieriger Prozess. Das mit der Vollpothese ist auch so eine Sache. Mir wurden im November 06 alle Zähne im OK gezogen. Nun meine Erfahrungen: Vom Aussehen her, klasse! Hatte vorher im Frontbereich alles überkront und durch einen starken Knochenabbau sah man die Kronenhälse, wirklich hässlich, hatte schon garnicht mehr lachen wollen, wurden Fotos gemacht, konnte ich mich selbst nicht mehr sehen.
In den ersten zwei Monaten bin ich fast drei mal die Woche beim Zahnarzt gewesen, ewig hat irgendwo etwas gedrückt, essen war am Anfang mega schwierig, bin von 59 kg auf 52 kg runter, hat also alles seine Vor und Nachteile
Bis der Kiefer dann endlich verheilt war und die endgültige Unterfütterung gemacht werden konnte, ist die VP drei mal provisorisch unterfüttert worden, denn um so mehr der Kiefer abheilte, um so mehr wackelte die blöde Klapperdieklapp ! Beißen und kauen war eine Qual, wenn ich links versuchte zu kauen, klappte nach rechts alles runter. Abbeißen? Nicht dran zu denken, habe mir alles klein geschnitten. Im April also sollte meine VP zurück zum Zahntechniker, wegen der endgültigen Unterfütterung, also einen kompletten Tag "Oben ohne". Abends sollte ich sie dann zurück bekommen und......? Sie war versaut, nichts hat mehr gepasst ich hätte heulen können. Nun mußte eine nue angefertigt werden, meine "versaute" wurde wieder provisorisch unterfüttert, das Teil wurde nun immer dicker, ich konnte mir nicht einmal mehr ein mon cheri zwischen die Zähne schieben, denn soweit habe ich den Mund nicht öffnen können. Nun habe ich seit drei Wochen meine neue VP. Soweit alles ok, anfangs gab es natürlich erst einmal wieder zwei drei Druckstellen, Abbeißen kann ich mit diesem Teil nicht, ich schneide noch immer alles klein, ich weiß nicht, ob das so bleiben wird, andere sagen mir, sie können abbeißen
Nun kommt bei mir noch dazu, dass mir auch unten die beiden Einser & Zweier fehlen und ich auch dort ein Provisorium mit Metallklammern eingesetzt habe. Das Sprechen ist mir von Anfang an ganz leicht gefallen, einfach drauf los reden, Freund sagten mir, dass sie keinen Unterschied von vorher hören.
Ich bin nun mitten bei den Voruntersuchungen, wegen der Implantat Geschichte, es muß auch ein Knochenaufbau (UK) gemacht werden, darum bin ich auch auf dieses Forum gestossen. Denn davor habe ich Bammel. Bin am überlegen, ob ich nicht einfach eine Brücke machen lasse. Soll aber einiges teurer sein.
Oben möchte ich die blöde Klapperdiklapp nicht ewig tragen, aber was macht man - und es ist ja alles soooooo langwierig.

Jedenfalls toi toi toi für Dein Vorhaben
Gruß
Conni



ob die Angst des Threadstarters nun durch diese Berichte weniger geworden ist?

Snowflake



Conni
Conni

Hallo Snowflake,
warum sollte man eine unangenehme Sache schönreden? Es ist so wie es ist, aber alles nicht schlimmer als Kinder kriegen.

Conni



welche unangenehme Sache?

LG Snowflake



Dr. D
Dr. D

Hallo Dodo
Der gesunde respekt vor diesen Eingriffen ist berechtigt und nachvollziebar.Dennoch erscheinen die angebotenen Therapien sehr fundiert zu sein.Es entspricht dem Stand der Wissenschaft. Die Frage nach dem Knochenaufbau müsste man konkretisieren. Die Übergangsprothese wird wenig Schwierigkeiten machen.Ich halte aber das Zeitfenster bis Weihnachten für ausgesprochen knapp kalkuliert. Also alles Gute.



dodo
Mitglied seit 13. 11. 2008
170 Beiträge

Hallo Ihr Lieben,
zunächst einmal vielen Dank für die vielen Zuschriften. Ganz besonderen Dank für die ehrlichen Schilderungen. Trotz allem: Ja die Angst bleibt natürlich, aber einige Bedenken konnnten ausgeräumt werden, z. B. die, dass man sogar mit einer VP im OK leben könnte, wenn es sein muss - insbesondere provisorisch. Für mich ist nicht das Nicht-Essen-Können nicht das Schlimmste (ich habe einiges Übergewicht und müsste sowieso dringend runde 25 kg abnehmen, wer weiß vielleicht klappt das dann ja), sondern in erster Linie das Aussehen und das Sprechen (ich arbeite im Sekretariat) - und das scheint nun ja zu funktionieren. Schwierigkeiten - schlechter Halt, Essen schiebt sich unter die Prothese usw., kenne ich ja schon von meiner schlecht sitzenden Teilprothese, weil sie nirgendwo mehr richtig hält und die Zähne/Teleskope darunter wackeln wie Kuhschwänze.

Auch dass die vor mir angenommene "lange" Behandlungszeit gar nicht sooo lange ist, war eine gute Antwort für mich.
Ich glaube, meine ausgewählten Ärzte - also der Zahnchirurg mit den zwei Dr. Dr. in der Praxisklinik und mein behandelnder Zahnarzt - arbeiten gut zusammen - und mein behandelnder Hauszahnarzt meint, der Zahnchirurg hat sehr viel Erfahrung mit Implantaten - seit 10 Jahren macht der das mind jede Woche mehrere Male, na denn. Ich habe schon Vertrauen, nur manchmal bekommt man halt so seine Gedanken, außerdem finde ich ihn auf dieser Homepage unter empfohlenen Implantologen nun auch nicht, aber vielleicht hat das nicht so vie zu sagen.
Das mit meinem flachen OK sagt mir zwischenzeitlich der vierte Zahnarzt innerhalb 10 Jahren, also muss wohl was dran sein.

Die Aussage, dass ich mit einer VP in meinem OK Probleme hätte und dafür Implantate für mich das Beste seien, kommt auch von mehreren Zahnärzten. Das hat mir einer schon vor 10 Jahren gesagt, habe ich damals jedoch nicht ganz ernst genommen, sonst hätte ich eine gute Zahnversicherung abgeschlossen

Naja, nächste Woche gehts los, die letzten Zähne im OK lass ich mir ziehen (schluchz schluchz, aber sie tun ja sowieso meistens irgendwo zwicken), dann gehe ich wirklich auf dem Zahnfleisch (dem "nicht ode schlecht vorhandenen" und dann berichte ich mal wieder.

Vielen vielen Dank und viele Grüße
die bald zahnlose (im OK)
dodo