Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

mimi-implantate erfahrungen

Dr. Darius Moghtader
Mitglied seit 04. 10. 2009
11 Beiträge

Wie Kollege Wollschläger bereits vollkommen richtig beschrieben hat ist ganz genau genommen der Begriff MIMI’® Verfahren für die champions Implantate rechtlich geschützt.
Diese Implantate sind genauso dick und stabil wie die nach dem klassischen Verfahren eingesetzten.
Alle meine Angaben zu dem MIMI’® Verfahren beruhen auf dem champions System.

Viele Grüße

Dr. Darius Moghtader



Reinfall
Reinfall

Hallo, Herr Dr. Moghtader,
was sollte der damalige Zahnarzt (dort bin ich nicht mehr in Behandlung) für Lösungsvorschläge haben ? Noch einmal MINI (nicht Mimi) Implantate nachsetzen lassen, die sehr filigran sind und wieder zu riskieren, dass beim Bohren überhitzt wird, kommt nicht infrage. Dieser Zahnarzt kann nur diese Implantate setzen und macht das auch nicht so oft, wie ich jetzt weiß. Was bleibt also übrig ? Eine Prothese mit großem Gaumen ! Die hatte ich schon mal und musste sie mit Haftcreme befestigen und auch dann fiel sie nach einigen Stunden heraus. Deshalb wollte ich ja eine implantatgetragene Prothese haben mit kleinem Gaumen. Ich habe für die 6 Minis + die Kosten für 2 verlorene und die Prothese ca. 3.450 Euro bezahlt. Mittlerweile haben sich wieder 2 verabschiedet. So sind sowohl das Geld als auch die Implantate und die spezielle Prothese verloren !!



Ralf
Ralf

Ich denke hier werden 2 verschiedene Methoden in einem Strang diskutiert, es geht hier um die MIMI-Methode. Was mich interessiert ist folgendes: Ich brauche 2 Implantate (5 und 6) im Oberkiefer. Mein Hauszahnarzt empfiehlt einen externen Sinuslift wegen der Knochendicke im OK, die Implantation würde also gemeinsam mit diesem Sinuslift, bei dem Knochenmaterial eingebracht wird stattfinden. Ein anderer Zahnarzt der mit der MIMI-Methode arbeitet empfiehlt eine Implantation und ist der Meinung, ein Sinuslift sei nicht von Nöten.

Wie soll ich nun als Laie feststellen was ich machen soll? Abgesehen von den Kosten die bei der herkömmlichen Methode mit dem Sinuslift doppelt so hoch wie bei der Mimi-Methode sind gehts mir ja auch um die viel invasivere Operation die mir bevorstünde wenn ich einen Sinuslift machen lassen müsste.

Ich vertraue meinem Zahnarzt - es ist ein guter und sorgfältiger Zahnarzt bei dem ich schon lange Zeit Patientin bin. Ich war immer zufrieden- aber bei der Sache bin ich mir so unschlüssig.

Wenn ich wüsste dass die herkömmliche Methode die haltbarere ist würde ich die ganze Metzelei ja beruhigter über mich ergehen lassen.

LG



Dr. Darius Moghtader
Mitglied seit 04. 10. 2009
11 Beiträge

Hallo,

so ich erzähle jetzt mal wie ich als klassischer Implantologe zur MIMI-methode gekommen bin.

Im Prinzip war es ein ähnlicher Fall wie bei Ihnen, nur dass ich damals der Zahnarzt war, der zum Sinuslift geraten hatte.
Die Patientin erklärte mir die Situation, die absolut deckungsgleich zu der von Ihnen geschilderten war.

Die Patientin bat mich doch mit zu einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema MIMI zu kommen.
Dort wurden dann in meinem Beisein 7 MIMIS ohne Sinuslift eingesetzt, was ich vorher nicht für möglich gehalten hatte.

Die absolute bis heute beschwerdefreie Einheilung bei nur geringer Knochenhöhe hat mich überzeugt und ich bin zum MIMI Zahnarzt mutiert. Natürlich gibt es auch hier Misserfolge, wobei zu beachten ist, dass viele komplizierte Fälle mit MIMIS einfach und schmerzarm versorgt werden, bei denen sonst nur aufwendige Operationen mit Knochenaufbau und Sinuslift zum Erfolg geführt hätten.

Mein Rat: Machen Sie ihren Zahnarzt zum MIMI Zahnarzt!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Darius Moghtade



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

so sehr auch die Vorteile eines minimalinvasiven Vorgehens sinnvoll diskutiert werden können, so muss an dieser Stelle klargestellt werden, dass hier mit dem Namen MIMI für ein Implantatsystem geworben wird, dass in seinen Eigenschaften weder einzigartig ist, noch die Erfindung des minimalinvasives Vorgehen in der Implantologie für sich verbuchen kann.
Ein Sinuslift wird bei einem vertikalen Knochenmangel im Oberkieferseitenzahnbereich angewendet, wenn eine bestimmte Implantatlänge eingesetzt werden soll, und das Knochenangebot für ein direktes Einbringen nicht ausreichend ist. Die Alternative ist u.a. das Verwenden kürzere Implantate (eines jedweden Herstellers). Das wird erfolgreich seit Jahren von vielen Implantologen praktiziert, schon bevor der Name MIMI überhaupt geboren wurde. Aber unter einer gewissen Knochenhöhe (6mm?) wird es wohl bei rotationssymmetrischen Implantaten nicht funktionieren. Kein Verfahren oder kein Implantatsystem sollte das in einem Patientenforum versprechen. Ich würde mich freuen, wenn wir das im Fachbereich diskutieren könnten, Hr. Kollege Moghtader, der Thread ist ja in vollem Gange:
http://www.implantate.com/forum/das-zahnaerzte-implantologie-forum/kurze-implantate-wann-auf-der-sicheren-seite/view.html
Ich wünsche mir an dieser Stelle, dass hier in Zukunft unabhängig weiter diskutiert wird und die Einflussnahme von Seiten der Industrie und Interessengruppen weiterhin gering bleibt.
Gruß
B. Zahedi



Hallo Herr Dr. Zahedi,

in diesem Zusammenhang muesste auch diskutiert werden, inwieweit zweigliedrige Implantate ueberhaupt sinnvoll sind.

Welche Keime koennen sich in den Zwischenrauemen im Laufe der Jahre entwickeln/ansiedeln und diese zu einem Implantatverlust fuehren? Welche Erfahrungswerte gibt es?

Was passiert in den USA? Natuerlich werden dort vermehrt erfolgreich Minis eingesetzt. In Deutschland sind die Interventionen von den Meinungsbildnern und Fachgesellschaften leider zu maechtig. So viel Knochenvolumen ist dann wohl bei Minis nicht erforderlich. Auf den Einsatz von Knochenersatzmaterialien kann somit ueberwiegend verzichtet werden.

Knochenersatzmaterialien sind ohnehin ueberfluessig, weil Eigenblut ausreicht. Wieso wenden die Implantologen nicht das "Nach-Oben-Klopfen" des Zahnfleischs an und erzeugen durch das Bluten immerhin 3 mm Knochenhoehe?

Vielleicht recherchieren Sie mal international? Beispielsweise Kuala Lumpur.

http://smalldentalimplants.blogspot.com/2008_10_01_archive.html

Tja, bedauerlischerweise geht es in erster Linie um Forschungsgelder und Einflussnahme der Industrie. Schliesslich moechten sogenannte Wissenschaftler (teilweise nur Laienwissenschaftler) der Implantologie auch noch ihre "Daseinsberechtigung" behalten.

Zum Wohle des Patienten?

MfG
Truth



Ralf
Ralf

Lieber Dr. Moghtader, dass ist eine gute Idee- ich weiß zwar nicht ob mein Zahnarzt da mitmachen würde aber ich werde ihn mal darauf ansprechen ;-)

Lieber Dr. Zahedi, ich finde nicht dass man solche Diskussionen nur in Fachgremien, verborgen vor Laien, führen sollte. Immerhin sind es ja diese Laien, denen evtl. ohne Not eine umfangreiche Operation empfohlen wird. Denn auch wenn so ein externer Sinuslift in der Hand eines erfahrenen Implantologen ein Routineeingriff ist so handelt es sich um einen großen für den Patienten schon auch belastenden Eingriff.

Wo das Knochenangebot einfach keine gescheite Basis für welches Implantationssystem auch immer bietet ist ein Sinuslift sicherlich eine gute Alternative. Wenn aber die Erfahrung zeigt dass bei einem speziellen System genauso gute Ergebnisse wie bei der konventionellen Implantation erzielt werden können- und das ohne einen Sinuslift- wieso dann dem Patienten diese Methode vorenthalten?

Ich finde der Patient hat ein Recht darauf umfangreich aufgeklärt zu werden. Die Entscheidung muss er dann sowieso selbst treffen.

LG
Ralf



Dr. Darius Moghtader
Mitglied seit 04. 10. 2009
11 Beiträge

Herr Kollege Zahedi hat uneingeschränkt Recht, das minimalinvasive Verfahren funktioniert mit jedem dafür geeigneten und vorgesehenen System ab einer Restknochenhöhe von 5-6 mm.

Wichtig ist vor allem, dass die Unterscheidung zwischen mimi und mini Implantaten deutlich geworden ist und dass es auch bei dem mimi Verfahren Grenzen und
Misserfolge geben kann.

Dr. Darius Moghtader



Zahnarzt Impl.
Zahnarzt Impl.

Hallo,

also bei dem MIMI -Implantatsystem handelt es sich um ein einteiliges Schraubensystem ,welches transgingival eingebracht wird. ( MIniMalInvasiv ) Also ohne Lappenpräparation und Schnittführung.
Es soll Kosten reduzieren und Implantate für Jedermann erschwinglich machen .

Ich halte das System bei bestimmten Indikationen durchaus für angebracht z.B. Totalprothesenfixation im UK .
Bei Brückenversorgungen würde ich eher ein zweiteiliges erprobtes System empfehlen, da die Schrauben eher sehr dünn sind und zur Fraktur neigen. Ebenso weise ich darauf hin das in klinischen Studien sofortbelastete,offen einheilende Implantate signifikant eher verloren gingen als gedeckt eingeheilte nicht belastete.

Knochentraining ist OK aber die Beweglichkeit der Impl. darf in der Einheilphase nicht zu hoch sein ...max. 150 Mikrometer und wer will das bei Kaubelastungen zwischen 60 und 70 Kg /quadcm im Seitenzahnbereich auschliessen ??
Die Entscheidung liegt letztlich beim Zahnarzt und seiner Erfahrung mit dem System .......ich persönlich verwende TG -Implantate nur für obengenannte Indikation und hatte bisher keine Probleme !



Truth
Truth

Guten Morgen!

Über welche klinische Studie diskutieren Sie hier, dass das MIMI-System gegenüber konventionellen zweigliederigen Implantaten signifikant höhere Verlustraten demonstriert?

Wer hat diese durchgeführt und wer hat diese finanziert? Wo kann ich das nachlesen?

Welche Studien existieren bei Minis?

MfG
Truth