Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Knochenersatz

Beckel
Beckel

Wer kann mir detaillierte Infos geben zur Entnahme von Knochensubstanz aus dem Beckenknochen? (Gehbeschwerden, Langzeitfolgen, Dauer des wirklich sinnvollen und nicht kostspieligen stationären Aufenthaltes...) Das Ziel soll der Aufbau der Kieferknochen sein, um zwei Implantate zu setzen.

Danke!



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

Guten Tag Fr. Beckel!

Je nach erforderlicher Knochenmenge kann eine lokale Entnahme aus dem Kieferbereich oder aber eine Knochenspanentnahme aus dem Beckenknochen notwendig sein. Ambulante Entnahme dort und einbrinegen in den Kiefer ist theoretisch sicher möglich (Verantwortung des Operateurs). Ein Kurzaufenthalt von 2-3 Tagen Aufenthalt wird an einigen Kliniken praktiziert. Aufenthalte von 7 Tagen scheinen zur Zeit jedoch noch die Regel zu sein.

Je nach Entnahmetechnik (Beckeninnenseite oder -aussenseite) kommt es postoperativ zu mehr oder minder ausgeprägten Schmerzen mit Gehbehinderung, die die Beschwerden im Implantationsgebiet oft übertreffen. Schmerzhafte Gehbehinderungen über einige Wochen wurden beschrieben, sind abert bei der richtigen Technik wohl vermeidbar. Risiken der Behandlung sind natürlich Wundheilungsstörungen, -infektionen und das Risiko der Transplantatabstossung bzw. Sequestrierung. (Und natürlich das Narkoserisiko.)

Die chir. Risiken/Chancen sind abhängig von der Knochenqualität des Transplantats, des ortsständigen (Durchblutung!) Knochens, Pat.-Alter und Gesundheit sowie schlecht kalkulierbarer individueller Faktoren. Langfristige Probleme oder schwere Komplikationen an der Entnahmestelle sind nicht zu erwarten.

Die Einheilzeit des Knochens sollte 4-6 Monate in der Regel nicht unterschreiten. Bei aufwendigem Knochenersatz ist also mit einer Belastbarkeit der Implantate erst nach ca. 9 Monaten zu rechnen. Evtl. schneller durch PRP (siehe website i.com: glossar).

Grüsse

Dr. Dr. B.Zahedi



HeidrunRuppert
HeidrunRuppert

Hallo,
ich bin erst heute auf dieses Forum aufmerksam geworden.
Bei mir wurde im März d.J. ein Knochenaufbau im Oberkiefer vorgenommen. Der dazu notwendige Knochen wurde aus der Hüfte entnommen. Ich war 2 Tage im Krankenhaus, hatte zunächst ziemlich starke Schmerzen im Hüftbereich, konnte einige Tage sehr schlecht und ca. 3 Wochen schlecht gehen. Danach war es aber vorbei. Keinerlei Beschwerden mehr.
Die Schmerzen im Kiefer waren fast unbedeutend. Mein Gesicht war lediglich stark geschwollen und bunt. Nach 14 Tagen war allerdings auch dieses Problem erledigt. Der Knochen ist gut eingeheilt und ich werde in den nächsten Tagen die Implantate setzen lassen.
Gruß
H. Ruppert



Ulrich Sahm
Ulrich Sahm

mich würde dabei noch interessieren wer die kosten übernommen hat bzw. welchen zuschuss die krankenkasse getragen hat?



HeidrunRuppert
HeidrunRuppert

Ich mußte leider weitgehend alles selbst bezahlen. Einen kleinen Teil bekam ich von einer privaten Zusatzkrankenhausversicherung dazu.



Zach
Zach

Was ist mit den sog. Disk-Implantaten. Dabei soll die Entnahme von Beckenknochen nicht erfoderlich sein. Welche Nachteile hat dieses Verfahren ?



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