Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Implantate im OK

EVa
EVa

Hilfe...

liebes Expertenteam,
liebe Forumleser und Schreiber,

ich hatte soeben einen Besprechungstermin bei einem Kieferchirugen vor Ort. Dieser war zwar sehr sympatisch und hat sich einigermaßen Zeit für das Gespräch genommen. Allerdings hat er mir nicht gerade gute Aussichten für die Implantation gemacht. Er weiß nicht genau, ob Knochenaufbau notwendig sein wird, das müsse er erst sehen, wenn alle Zähne (!!!) im OK extrahiert sind. Ich frage Sie lieber Experte, ist das möglich dass erst während der Behandlung festgestellt werden kann, was dann gemacht wird und ob überhaupt? Da gehe ich ja so unsicher an die Sache heran und weiß nicht was raus kommen wird!
Genauso schlimm finde ich die Tatsache, dass er mir sagte, nach dem Extrahieren der Zähne müsse ich bis zur Ausheilung (ca. 3-6 Monate) eine Prothese tragen, die nicht halten wird, und ich damit nicht zufrieden sein werde. Auf meine Frage :und was schlagen Sie mir für eine befriedigendere Lösung vor? sagte er es gäbe keine befriedigende Lösung in meinem Fall.
Jetzt habe ich dazu zwei Fragen:

1. Ist es wirklich so, dass ich sobald ich meine Restzähne extrahiert bekommen habe, ein Provisorium bekomme das nicht halten wird und mir ständig Probleme bereiten wird?

2. Kann es sein, dass nach dem Öffnen des Kiefers erst festgestellt werden wird, ob genug Knochenmasse vorhanden ist, und wenn nicht, wird gleich Knochenaufbau gemacht, sofern das geht, wenn das nicht was dann?

3. Wieso konnte der erste Implantologe, den ich aufgesucht habe, mir gleich einen Kostenvoranschlag machen und wußte wie er vorgehen würde?

Ich muß sagen, ich habe zu dem heutigen etwas mehr Vertrauen gehabt, warum kann ich nicht sagen, wahrscheinlich zählte die Sympathie etwas mit.

Ich bitte um entsprechende Info und wenn möglich weitere Aufklärung.

Herzlichen Dank im voraus.

Eva



Snowflake
Snowflake

Hallo Eva,

hört sich alles wirklich ein wenig kurios an und super das Du dich kümmerst.

Ich stand Anfang 2004 genau an deinem jetzigen Punkt und möchte deshalb versuchen Dir ein wenig zu helfen.

zu 1) wenn der Implantologe jetzt schon nicht definitiv sagt das Knochenaufbau notwendig ist, es also auch durchaus sein kann das der Knochen genügt, dann finde ich die Aussage mit der wackelnden Prothese doch sehr übertrieben.

Natürlich wackelt eine Prothese nachdem alle Zähne frisch gezogen wurden, aber mit Haftcreme und ein wenig Zeit (bei mir wars eine Woche) hält auch eine Prothese sogut das man den Alltag spielend schafft.

Ich könnte es nachvollziehen wenn man sofort per Röntgenbild den schon absolut zurückgegangenen Knochen gesehen hat, so aber nicht. Prothesen sind dazu da im zahnlosen Kiefer zu halten, einzige Gegenanzeige wäre eine Atrophie (siehe Lexikon) Meine provisorische Prothese im zahnlosen OK hält seit 05/2004 und ich kann alles damit tun.

Abheilzeit zwischen Zähne ziehen und nochmal schauen ob an allen Stellen genügend Knochen für Implantate ist war bei mir 6 Wochen!

zu 2) Mein ZA tendierte auch zum Knochenaufbau (wobei er keine Implantate macht), einfach aus seiner Sicht des Röntgenbildes. Da er aber kein Experte ist verwies er mich nach der Aktion Zähne ziehen an verschiedene Implantologen die nach Verheilung der wunden per Röntgenbild feststellten das kein Knochenaufbau notwendig ist. Ich denke es ist immer möglich auch gleichzeitig Knochenaufbau zu machen, aber vielleicht ist der ja garnicht nötig wenn du auch so ein Wackelkandidat bist wie ich.

Ich sag mir immer: Knochenaufbau kost auch Geld, und das nicht zuwenig, also lauf ich lieber mit meiner Prothese ein paar Wochen durchs Land (die mich übrigends 150,00 € gekostet hat) als das ich Geld ausgebe das vielleicht nicht nötig ist.

zu 3) auch all meine Implantologen (5 an der Zahl) konnten alle gleich KVA machen.

Sinnvoll ist es sicherlich definitiv zu wissen ob wirklich alle Zähne raus müssen, wenn ja dann diese Sache in Angriff zu nehmen. Danach kannst Du immer noch zu verschiedenen Implantologen gehen, die dann aufgrund des ausgeheilten Kiefers besser die Lage beurteilen können.

Bei mir lief alles nach dem ziehen, die Implanteurssuche und die KVA. Eben weil die Implantologen dann den End-Kiefer-Zustand sehen konnten. Meine Implantate sind heut fest im Kiefer ohne Knochenaufbau und ich bin froh das ich nichts überstürzt habe, bei mehreren Implantologen war und preislich absolut verglichen habe.

LG Snowflake



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

Hallo,
mit der richtigen Diagnostik (Rö, Modelle, NewTom) läßt sich eigentlich schon vorab sagen, was geht. Eine Übergangsprothese läßt sich übrigens auch mit Übergangsimplantaten (Interimsimplantate) fixieren. Teurer, aber funktioniert gut.
Gruß
B. Zahedi



Eva
Eva

Hallo Snowflake,

vielen Dank für die ausführliche Schilderung Deiner Situation. Das macht mir wieder etwas mehr Mut. Allerdings frage ich mich, wie ich die Monate mit der Prothese überstehen soll. Wenn ich mich daran gewöhnt habe, wäre ja der schlimmste Weg gegangen und ich könnte mit Pothese weiterleben oder? Da wird mir alleine beim Schreiben schon ganz unwohl.. Du siehst wie unsicher ich dabei bin.
Und noch eine Frage bitte, was meinst Du mit KVA?
Und eine weitere Frage habe ich. Wurden DIr alle Zähne auf einmal gezogen? Und hast Du dann gleich die Prothese in einer Sitzung bekommen? (Da wird mir schon wieder schlecht vor lauter Angst davor).

Danke im voraus für Deine Mitteilung.

Lb Eva



Eva
Eva

Sehr geehrter Herr Dr.Zahedi,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Diesen Tipp hat mir der Kierchirurg nicht gegeben, was soll ich davon halten. Muß ich davon ausgehen,dass er sich nicht genu Mühe macht? Außer einer Röntgenaufnahme hat er nichts gemacht. Kein Modell, kein NewTom (was ist das eigentlich)?
Von dem Interimsimplantat ist er abgekommen aufgrund der Röntgenaufnahme. Da meinte er das ginge nicht.. Den Kollegen, den ich vorher schon mal konsultiert habe, der hatte gleich diese Lösung angeboten, war aber sonst nicht ganz korrekt. Die Implantate waren zu viel an der Zahl angesetzt (8 Stück) hier wären es nur 5, desweiteren hatte der eine Knochenaufbau mit Granulat angeboten, der jetzige lehnt dies strickt ab und würde nur Eigenknochen verwenden. Es ist schwierig den richtigen Weg zu finden, wenn so viel unterschiedliche Meinungen auf mich hereinprasseln.

Vielleicht können Sie mir ja noch etwas Licht ins Dunkle senden?

Liebe Grüße
Eva



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

Hallo,
wenn man viele Zähne zieht, ist es meistens möglich Interimsmplantate zu setzen. NewTom ist ähnlich dem CT ein "3D-Röntgen" siehe Lexikon.
Bei 5 Implantan kann man beim zahnlosen Kiefer wine herausnehmbare Arbeit machen, ei 8 eine feste Brücke. Was genau bei Ihnen richtig/sinvoll ist. läßt sich von hier aus nicht sagen.
Alles Gute!
B. Zahedi



Theo
Theo

Hallo.
Bei mir ist die Situation ähnlich. Ich brauche nur
kein Knochenaufbau. Ich bekomme im OK
Zahnlos 6 Implantate und eine Gaumenfreie
Prothese. Für das setzen der Implantate verlangt der Implantologe 3600€und das Labor
für den Zahnersatz nochmal 2000€ das ist für mich sehr viel Geld. Ist das bei Euch auch so teuer?
Wünsche Eva viel Glück und Erfolg.
M.f.G Theo



Ute
Ute

Hallo Eva,

ich verfolge seit Anfang März, seit dem Verlust meiner Zähne im gesamten Kiefer während einer OP in Vollnarkose, die Beiträge in diesem Forum täglich.

Ich werde kommenden Montag 40 Jahre. Ich weiss nicht wie alt du bist, aber mein Alter war doch entscheidend für meinen Entschluss.

Erst einmal möchte ich dir Mut machen, denn das was im Oberkiefer auf dich zukommt, damit läßt es sich im Gesamten ganz gut leben.

Wie gesagt, meine OP hatte ich Anfang März.
Direkt nach der OP, in der alle Zähne entfernt wurden, bis auf die 2 Eckzähne im Unterkiefer, hatte ich keine Schmerzen. Mein Provisorium hatte ich bereits zur OP dabei und hielt es in Händen. Es wurde allerdings erst drei Tage später eingesetzt, was ich heute nachträglich als sehr angenehm empfunden habe. Ich bin froh, dass es nicht gleich eingesetzt worden ist.
Das Schlimmste war in den ersten Tagen der seelische Verlust meiner Zähne.

Mit dem Provisorium zu leben, war auch nicht ganz einfach. Ich bin wirklich sehr häufig, in der Anfangszeit täglich, da es bei mir ja auch den Ober- und den Unterkiefer betraf, zum Zahnarzt gegangen, um die Druckstellen beseitigen zu lassen. Aber es wurde dadurch immer besser. Langsam, langsam konnte ich mich wieder an die richtige Ernährung herantasten.

Heute, zwei Monate später, kann ich eigentlich fast wieder alles essen. Na ja, so richtig hartes Fleisch oder ähnliches bereitet mir auch jetzt noch Schwierigkeiten, aber ansonsten bin ich ganz zufrieden. Ich befestige täglich mein Provisorium mit Haftcreme,trotz Unterfütterung, nicht zu viel nehmen, sonst gehts zur Reinigung sehr schwer runter und tut weh. In der Nacht gönne ich meinen Kiefern eine Erholzeit ohne Provisorien.

Ich habe mich aufgrund meines Alters gegen Implantation entschieden. Würde mir einer Brief und Siegel geben, dass die Implantate meine nächsten zu erwartenden 40 Lebensjahre mit machen, dann hätte ich diese horente Summe auch eventuell unter Ratenzahlung investiert. Aber was bringt mir mit 40 Jahren die Lebenserwartung eines Implantats von eventuell 5 Jahren oder 10 Jahren oder 15 Jahren. Vielleicht muss vorab der Knochen aufgebaut werden. Was glaubst du wie oft man in diesen aufgebauten Knochen erneut implantieren kann, so dass das neue Implantat dann wieder hält ?

Ich habe hier schon von anderen Leidensgenossen gelesen, die schon nach der Implantation bzw nach einem Jahr usw. wieder damit Schwierigkeiten hatten. Und das bei diesem Vermögen, das man da hinblättert und den Schmerzen, den OP `s, die man da bereit ist auf sich zu nehmen.

Zur Zeit habe ich einen Zustand erreicht mit dem es sich ganz gut leben läßt. Der Kiefer ist geschlossen. Es kommen keine Bakterien mehr hinein. Niemand gibt mir den Schwarzen Peter in die Hand, denn jetzt kann sich keine Paradontitis mehr ansiedeln. Mit Implantaten ist all das wieder möglich, ja sogar wahrscheinlich, denn ich war zuvor auch jemand, der pflechlichst Mundhygiene betrieben hat, und ich hatte Paradontose. Den Schwarzen Peter hatte immer ich, da konnte ich putzen und reinigen soviel ich wollte.

Heute reinige ich meine beiden übrigen Eckzähne noch viel sensibler als zuvor. Du sollst nicht glauben, was da um alle Seiten herum sich immer täglich anlagert. Ich glaube nicht, dass das bei Implantaten anderst wäre.
Wenn was schief läuft und ein Implantat oder mehrere nicht mehr intakt sind ist man immer selber Schuld. Da gibt es keine Garantie wie bei einem Fernseher und wenn doch muss man immer noch das Spiel mit dem Kieferknochen in Betracht ziehen, der ja auch nicht einfach Ein- und Ausbau so einfach mal des öfteren zu läßt.

Ich will es jetzt erst einmal versuchen mit meinen Provisorien zu leben. Der Geschmack beim Essen ist einfach nicht der alte, aber arg viel weniger hat man mit Implantaten auch nicht im Mund bis auf den abgedeckten Gaumen, den man dann wieder frei hat und über den man dann wieder besser schmecken kann.

Vielleicht lasse ich einmal im Alter von 65 bis 80 Jahren so eine OP über mich ergehen.

Du kannst mich gerne zum Gesräch jeder Zeit über meine Email Adresse kontaktieren.
Gerne stehe ich dir mit Rat zur Seite.
Vielleicht erhalten wir ja auch noch mehr Resonanz auf unsere Berichte.

Bitte denke genau über deine Entscheidung nach. Implantieren in diesem Maß ist auch mit nicht gleich etwa ein halbes Jahr belastenden Provisorien, die irgendwie auf Notimplantaten aufgesteckt werden, eine langwierige komplizierte, aufwendige Geschichte, sicherlich wenns ein Leben lang hält und funktioniert ohne weitere Schmerzen und Kosten zu verursachen eine feine Sache, aber .......

Es grüßt dich und auch Snowflake

Ute



Éva
Éva

Sehr geehrter Herr Dr. Dr.Zahedi,

vielen Dank für Ihre Erklärung . Der Kieferchirurg den ich aufgesucht habe, hat nur eine Panoramaaufnahme gemacht und sich daraus die Diagnose erstellt. Ich weiß nicht ob da noch mehr kommt.Er sagte mir ich müsse erst einen ZA aufsuchen,mit der mich behandeln sollte. Andererseits hat er aber auch gesagt, er könne die Zähne auch entfernen und wenn ich will, unter Narkose. Sagen Sie mir bitte ist das sinnvoll? Ich bin eine sehr ängstliche und schmerzempfindliche Pat. Wie schmerzhaft wird das werden? Und was wird dann mit den Wunden ? Ich kann nicht ohne Zähne herumlaufen ,auch nicht eine Stunde...
Ich weiß nicht welchen Schritt ich als erstes tun soll, habe Angst mich auf etwas einzulassen und dann doch nicht den richtigen Weg zu gehen. Können Sie mir da noch etwas Unterstützung geben.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar.

Herzliche Grüße

Eva



Eva
Eva

Hallo Ute,

vielen Dank für Deine Beitrag. Ich habe ihn sehr aufmerksam gelesen und bin teilweise auch Deiner Meinung. Allerdings kann ich mir einfach nicht vorstellen, wie ich ohne Zähne leben soll, auch wenn ich eine Prothese trage, weiß ich doch, dass ich darunter keine Zähne habe. Der Kieferchirurg sagte mir, ich werde nicht zurecht kommen mit dem Provisorium,es wird nicht halten ... Soll das etwa heißen, er will mich in Richtung Implantate ziehen? Das war aber gar nicht notwendig, da ich ja sowieso nur Implantate im Kopf hatte. Er hätte also nicht werben müssen.
Wenn ich aber Deinen Bericht lese, dann unterscheidet dieser sich von vielen anderen, die so wie sie schreiben keine Probleme hatten mit der Prozedur. Ich weiß nicht wie ich reagieren werde. Ich bin gott sei dank mein ganzes Leben (62 Jahre) gesund gewesen, habe außer Blindarm und Geburt meiner Tochter, kein Krankenhaus gesehen und war auch sonst nicht krank. Also , was wird da auf mich zukommen? Ich möchte aber nicht dauerhaft mit Prothese leben. Es reicht die Horrorvorstellung dass das unausweichlich auf mich zu kommt.
Jetzt habe ich noch eine Frage an Dich: Wie bist Du letztendlich seelisch darüber hinweggekommen, dass Du keine Zähne mehr hast? .Und was hast Du während der 3 Tage ohne Zähne gemacht? Ich kann nicht ohne Zähne auf die Straße gehen!!! Ich bin selbständig und alleinstehend, also muß ich jeden Tag unter Leute sein. Haben die Ärzte Dir da keine Lösung angeboten? Wenn ja, was für eine, wenn nein, was hast Du selbst gemacht?
Für Deine Antwort wäre ich Dir sehr dankbar.

Lb.Grüße

Eva
Danke für Dein Angebot, uns über Mail zu unterhalten. Ich komme darauf zurück, welche Mail hast Du?