Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Implantat Oberkiefer: Entzündung

Alex78
Alex78

Hallo liebes Forum,

hier mal meine Leidensgeschichte in Zusammenhang mit meinem Implantat:

Am 03.11. wurde in meinem Oberkiefer an einem Backenzahn (Nr. 26) ein Implantat (Sinuslift) eingebracht. Gleichzeitig wurde ein Knochenaufbau gemacht. Schon im Rahmen der Implantation lief nicht alles nach Plan. Nach Aussage des Behandlers sei das Wurzelloch, das der extrahierte Zahn hinterlassen habe, noch nicht verheilt (Extraktion war im Februar), weshalb das Implantat nicht 100% mittig gesetzt werden konnte. Zudem sei die Schneidersche Membran dicker und "schleimiger" (den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr) als üblich, was für eine Entzündung in diesem Bereich spräche.

Nach der Behandlung hatte ich eine starke Schwellung und starke Schmerzen (wobei das nur meine subjektive Wahrnehmung ist, das es sich um meine erste Implantation handelt). Beim Fäden Ziehen eine Woche nach der Implantation wurde eine Entzündung ertastet und ein Antibiotikum verschrieben. Einige Tage später ließen die Schmerzen dann auch langsam nach, allerdings nahm die Schwellung immer weiter zu, weshalb ich am Sonntag beim zahnärztlichen Notdienst war, der die Eiterblase öffnete und den Eiter abfließen ließ.

Am Tag danach, also vorgestern, war ich beim Vertreter meines behandelten Zahnarztes (eigentlicher Behandler ist auf einer Fortbildung), der das Zahnfleisch nun seitlich geöffnet, das entzündete Knochenmaterial entfernt und das Implantat, das noch festsitzt, gereinigt hat. Nach seiner Aussage sei der Bereich am Kiefer nicht entzündet, lediglich der hintere Teil, wo sich das Knochenaufbaumaterial befand, sei von der Entzündung betroffen und die Erfolgsaussichten deshalb immer noch ganz gut.

Heute zwei Tage nach dieser Behandlung ist das Zahnfleisch an dieser Stelle bereits wieder sehr stark geschwollen und ich verliere langsam die Hoffnung, dass die Implantation noch ein erfolgreiches Ende nehmen wird.

Vielleicht hat irgendjemand hier ähnliche Erfahrungen gemacht (egal ob als Patient oder Behandler) und kann mir eine Rückmeldung geben, ob ich noch Hoffnung haben kann, das Implantat zu behalten. Zudem wäre ich an Informationen interessiert, inwieweit es problematisch ist, das Implantat im jetzigen Stadium wieder zu entfernen.

Herzlichen Dank im Voraus für jede Antwort.



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4008 Beiträge

hallo,
bei ihrer implantatbehandlung scheint schon von anfang an der wurm drin gewesen zu sein. meist ist es besser, bei unklarer knöcherner situtation auf das einbringen eines implantats zu verzichten. aber die hoffnung stirbt ja zuletzt. wenn eine bakterielle entzündung in der einheilphase das implantat erreicht hat, ist die aussicht auf einen dauerhaften erfolg verschwindend gering. eine schnelle entscheidung für die entfernung und einen erneuten versuch in ein paar monaten dürfte weniger frustierend sein.
gruß
b. zahedi



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
314 Beiträge

Auch ich als Betroffene meine, dass es sich nicht lohnt dieses Implantat zu retten. Da das Knochenmaterial bereits entfernt wurde - was bei einer Keimbesiedlung sinnvoll ist, denn es kommt in dem Fall ohnehin nicht zu einer Umwandlung in humanen Knochen - wird es nicht zu einem stabilen Knochen-Implantat-Verbund reichen (vollständige Verknöcherung mit der Implantatoberfläche).

Das bedeutet, auch wenn es jetzt so aussieht, als ob es noch "gerettet" werden könnte, wird es keine lange Lebensdauer haben - oder bei Belastung (beim Kauen, wenn die Krone drauf ist) immer schmerzen. Dann ist nicht nur das Geld für das Implantat weg, sondern auch noch für die Weiterbehandlung und die Suprakonstruktion.

Da das Implantat erst vor 19 Tagen inseriert wurde, kann es sehr wahrscheinlich ohne viel Aufwand entfernt bzw. rausgedreht werden. Meines konnte nach 6 Wochen einfach mit einer Pinzette aus dem Zahnfach gehoben werden.

Alles Gute!



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