Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Implantat nur halb eingewachsen?

melody
Mitglied seit 09. 02. 2024
2 Beiträge

Hallo in die Runde, ich bin froh, diese Website und dieses Forum gefunden zu haben, da ich Probleme mit meinem Implantat habe, und dringend Rat bräuchte um zu entscheiden, was ich machen soll.

Zu meiner Geschichte: Ich habe Mitte November ein Implantat im Oberkiefer (Backenzahn) eingesetzt bekommen, ohne Knochenaufbau. Die Stelle war danach ein paar Wochen lang empfindlich, aber inzwischen wieder völlig unauffällig, wie vor dem Setzen des Implantats. Letzte Woche war ich dann zum Zahnfleischformer einsetzen beim Zahnarzt und dabei hat er mir gesagt, dass der Knochen nur an der Innenseite angewachsen ist, auf der Außenseite sei nur Bindegewebe, da hätte sich der Knochen zurückgezogen. Er würde das Implantat wieder herausschrauben und in ein paar Monaten einen neuen Versuch starten. Ich habe das erstmal abgelehnt, der Zahnfleischformer ist jetzt drin und der Plan ist jetzt, nochmal 2 Monate abzuwarten. Meine Frage wäre jetzt: Muss ich davon ausgehen, dass diese Diagnose endgültig ist, und das Implantat nicht richtig einwächst, auch wenn ich länger abwarte? Der Zahnarzt hat auf diese Frage etwas ausweichend geantwortet. "Normal sollte es schon ganz eingeheilt sein" und "Ich würde es entfernen". Er wollte oder konnte mir nicht sagen, ob die Möglichkeit besteht, dass es noch gut einheilt. Was könnte denn passieren, wenn ich mir die Krone auf dieses Implantat setzen lasse? Ich möchte mir eigentlich nicht nochmal am Knochen rumschrauben lassen, oder wenn dann nur mit Sedierung (Schlafmittel), was mein Zahnarzt nicht anbietet. Könnte ich denn während einer laufenden Behandlung den Arzt wechseln (bzgl. Kostenübernahme der KK)? Derzeit bereue ich es schon, mit dem Implantat überhaupt angefangen zu haben, die Lücke ist seit 7 Jahren da und hat mich kaum gestört. Habe es letztlich vor allem deshalb gemacht, weil der Zahnarzt meinte, der Knochen könnte sich da abbauen. Dass er das jetzt womöglich WEGEN dem Implantat tut, finde ich schon sehr ungünstig.

Schonmal vorab Danke für eure Hilfe.



dr.dr.b.zahedi
Mitglied seit 18. 10. 2013
13 Beiträge

hallo,
wenn die Beurteilung Ihres zahnarztes stimmt, dann ist die entfernung alternativlos.
ich kann sehr gut nachvollziehen, dass sie mit der behandlung hadern. dieser misserfolg hat keine positiven attribute.
die entfernung eines nicht osseointegrierten implantats ist unproblematisch. da müssen sie schon abwägen, ob ihnen die sedierung wichtig ist. oder eher mit ihrem behandler eine zufriedenstellende lösung zu finden.
gruß
b. zahedi



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
512 Beiträge

Zu der Frage:
"Was könnte denn passieren, wenn ich mir die Krone auf dieses Implantat setzen lasse?"

Dieser Zahnarzt wird dir keine Krone setzen, denn er weiß, was passieren wird. Vor der Krone muss ein Abutment in das Implantat eingeschraubt werden. Mittels Ratsche mit einem bestimmten Drehmoment. Wenn das Implantat von einer Seite nicht mit Knochen bedeckt ist, wird es sich im Knochen mitdrehen und die feste knöcherne Verbindung im hinteren Teil wird abreißen. Das ist so extrem schmerzhaft, das wird dieser Zahnarzt, der so offen und ehrlich zu dir ist, nicht antun.

Es wird sich an der Stelle auch keinen Knochen mehr bilden. Daher, wie Dr. Zahedi sagt, ist die Entfernung "alternativlos".

Ich habe das erlebt, allerdings im Frontzahnbereich. Beim Eindrehen des Abutments knackte es beängstigend im Kieferknochen - die Schmerzen unvorstellbar und unzumutbar. Obwohl die Krone - nach vielen Fehlversuchen - gesetzt wurde, musste das Implantat später entfernt werden.



Faustina
Mitglied seit 19. 02. 2024
22 Beiträge

Liebe Agnes, ich bin noch relativ neu hier. Wie kann ich Sie kontaktieren? Liebe Grüße



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
512 Beiträge

hallo Faustina,

man kann mich nur über das Forum kontaktieren. Ich habe hier zwar viel geschrieben, aber im Augenblick geht es mir nicht so gut, daher lege ich eine Pause ein.

Deine zahlreichen Anfragen habe ich gesehen (dadurch sind die anderen Beiträge abgesackt, die nun womöglich nicht mehr beantwortet werden). Doch die Erfahrungen anderer werden dich nicht weiterbringen, denn jeder Fall ist anders.

Am besten, du erstellst einen eigenen Beitrag, worauf andere Mitglieder oder die Experten antworten können. Enthalten soll er nach Möglichkeit nur Sachliches wie:
- Vorgeschichte (warum der oder die Zähne gezogen wurden)
- Zahnnummer
- Implantatsetzung, mit oder ohne Knochenaufbau mit Knochenersatzmaterial
- Zeitpunkt der Implantatsetzung, offene oder geschlossene Einheilung
- eventuell Fertigstellung, mit Angabe der Dauer der Einheilphase
- Beschwerden
- ein Röntgenbild als Anhang

Diesen Beitrag würde ich mir dann durchlesen und im Rahmen meiner Möglichkeiten beantworten.



Faustina
Mitglied seit 19. 02. 2024
22 Beiträge

Liebe Agnes, danke für die schnelle Antwort. Das hilft mir sehr, Ich war noch nie in einem Forum und daher entsprechend unsicher. Das antworten System habe ich noch nicht ganz durchschaut.. Ich wollte mich persönlich Bedanken für die vielen hilfreichen Angaben - von Ihnen Agnes - speziell zu einem nicht von Knochen bedeckten Implantat (Richtung bukkal) das hat mich persönlich dazu gebracht anders zu schauen und zu fragen. Das hätte ich nie ohne diese Beiträge gemacht.



melody
Mitglied seit 09. 02. 2024
2 Beiträge

Danke für die Antworten. Ich habe beim Fäden ziehen nochmal mit meinem Zahnarzt geredet, und er hat noch ein paar Details hinzugefügt. Demnach ist das Implantat nur die oberen 4mm auf einer Seite nicht eingewachsen (insgesamt ist es 10mm lang) und es ist fest. Es wäre halt sicherer, es zu entfernen und einen zweiten Versuch zu starten. Er hat gesagt, dass er beim Freilegen für den Zahnfleischformer das Bindegewebe dort entfernt und das Gewebe nochmal zum Bluten gebracht hat, damit das Knochenwachstum vielleicht nochmal angeregt wird. Letztlich meinte er auch, dass auch natürliche Zähne nicht immer komplett im Knochen verwachsen sind. Das Implantat wäre mit Sicherheit fester als der Milchzahn es war, den es ersetzen soll.

Das mit den abreißenden Knochen beim Festschrauben ist natürlich keine so tolle Aussicht. Beim herausschrauben des Implantats würde der Knochen ja aber auch nochmal beschädigt werden, da es ja großteils festgewachsen ist - was ist dann der Unterschied? Dass es beim Schraube eindrehen normal keine Betäubung gibt?

Was würde eigentlich dagegen sprechen, die Schraube wieder reinzudrehen, die während der Einheilphase drin war, und das Zahnfleisch wieder zuzunähen, so dass das Implantat einfach drin bleibt? Es bereitet mir ja keine Beschwerden. Einen zweiten Versuch werde ich sicher nicht starten, wenn ich es entfernen lassen muss.

Letztlich werde ich mich dann wohl auf die Einschätzung des Zahnarztes verlassen müssen in 2 Monaten, ob er das Implantat dann als stabil genug ansieht, um weiterzumachen. Aber danke für eure Hilfe!



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