Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Falsch sitzendes Implantat nicht durch Aufnahmen darstellbar!

Agnes
Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
2 Beiträge

hallo,

nach langer Zeit melde ich mich mal wieder zu Wort. Leider kann ich meine alten Beiträge nicht mehr wiederfinden. Ich hatte häufig über mein schmerzendes Frontzahn-Implantat (11) im Oberkiefer geschrieben, was ich niemals habe belasten können. Zubeißen war ausgeschlossen, weil sich dann sofort pochende Schmerzen im Kiefer bemerkbar machten.

Die Röntgen-Aufnahmen (bei vier verschiedenen Ärzten) zeigten zu keiner Zeit Auffälligkeiten. Weder direkt nach dem Eindrehen des Abutments vor sechs Jahren, bei dem sich schlagartig heftige Schmerzen im OK einstellten, noch in den Jahren dazwischen, noch direkt vor der Explantation. Es waren sechs schmerzhafte Jahren, in denen ich keinen Arzt gefunden habe der mir, ohne eindeutige Diagnose, das Implantat entfernen wollte. Die Risiken waren zu groß: großer Knochendefekt im Oberkiefer, der eine Kieferrekonstruktion mit erheblicher Knochentransplantation erfordern würde; Verlust der Nachbarzähne; Nervenschädigung im Unterkiefer wegen der Knochenentnahme, etc.

In diesem Jahr habe ich einen MKG-Chirurgen gefunden, der den Eingriff gewagt hat. Als er während der OP das Zahnfleisch hochklappte, war bereits das Implantat zu sehen. Es steckte nur mit der Spitze im Knochen. Es wurde fotografisch festgehalten. Das Implantat wurde entfernt. Das Taubheitsgefühl an Zähnen, Mund und Kinn, dass sich danach einstellte, verschwindet langsam, (die OP ist drei Monate her). Die Schmerzen waren erheblich, aber das Wichtigste ist, dass alles gutgegangen ist.

Doch was mich über alle Maßen beschäftigt, ist die Frage, warum der fehlerhafte Sitz weder auf den Röntgenaufnahmen noch auf der 3D-Aufnahme zu sehen gewesen ist. Auch nicht auf der Aufnahme, die direkt vor der OP gemacht wurde und da ragte das Implantat nachweislich zur Hälfte aus dem Knochen heraus.

Hat jemand der Experten dafür eine Erklärung?



Dr. Dr. B. Zahedi
Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
3 Beiträge

hallo agnes,
das ist tatsächlich merkwürdig. hätten sie die möglichkeit, ein röntgenbild hier einzustellen? sonst ist es ja schwer von hier aus zu beurteilen, ob etwas im röntgenbild zu sehen gewesen wäre.
gruß
b. zahedi



Agnes
Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
2 Beiträge

hallo Dr. Zahedi,

Es wurden in der Zeit, direkt nach Eindrehen des Abutments bis direkt vor der Implantatentfernung 5 Röntgenaufnahmen gemacht, 4 Panoramaschichtaufnahmen des Kiefers bei drei verschiedenen Zahnärzten, zusätzlich ein 3D-CT beim MKG-Chirurgen direkt vor der OP. Lediglich auf letzterem gab es eine schwache Vermutung, doch für eine klare Diagnose war es nicht ausreichend. Eigentlich zweifle ich nicht an der Kompetenz der Ärzten, denn sie waren alle erfahren, und ich glaube auch, dass sie mir die Wahrheit gesagt haben. Vor allem der MKG-Chirurg hat sich sehr bemüht, die Ursache des Schmerzes zu finden. Erst nach vier intensiven Beratungsgesprächen war er bereit zu operieren, doch als Diagnose notierte er "unklare Beschwerden" in dem Aufklärungsbogen. Nach der OP sagte er sofort, dass das aus dem Kiefer ragende Implantat die Ursache gewesen sei.

Was mich interessiert ist die generelle Meinung der Zahnheilkunde zu der Beweiskraft von Röntgenbildern. Für wie sicher gelten sie? Gibt es einen Umstand oder Erklärung, warum es nicht zu sehen gewesen sein könnte?

Ich habe um Zusendung der Röntgenbilder gebeten. Sobald ich sie bekommen habe, werde ich sie hier einstellen.

Gruß
agnes



Agnes
Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
2 Beiträge

hallo,

ich stelle jetzt die Rö-Aufnahmen zur Beurteilung rein: zwischen beide Aufnhamen liegen sechs Jahre.

Leider haben die Bilder nach dem Absenden die Plätze getauscht. Die zweite Aufnahme sollte an erster Stelle stehen; es ist die Aufnahme vor dem Eindrehen des Abutments vor sechs Jahre. Das erste Bild zeigt das Implantat kurz vor dessen Entfernung vor gut drei Monate, wobei festgestellt wurde, dass es nur zum Teil im Knochen steckte.

Vielen Dank für Kommentare!
agnes

Anhänge ( 2 )


Dr. Dr. B. Zahedi
Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
3 Beiträge

hallo,
tatsächlich lässt sich auf diesen aufnahmen eine fehlende knochenumbauung nicht erkennen. allerdings verheimlicht ein solches röntgenbild auch wesentlich bereiche, und zwar die knochenanteile, die vor oder hinter dem implantat liegen. sind denn auch festigkeitstest (periotest u.a.) durchgeführt worden?
gruß
b. zahedi



Agnes
Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
2 Beiträge

Nein, ein solcher Test ist nicht durchgeführt worden, außer Rö-Bilder nichts. Das Implantat war auf der Vorderseite nur zur Hälfte mit Knochen bedeckt. Beim Hochklappen der Mundschleimhaut war es sofort zu sehen und es wurde fotografisch festgehalten.

Aber wenn es denn tatsächlich so ist, dass nur eine seitliche fehlende Knochenumbauung zu erkennen ist, warum verlassen Zahnärzte sich dann auf Rö-Aufnahmen, wenn der Patient ununterbrochen über Schmerzen, Pochen und ein unangenehmes Sekret am Implantat klagt?

Welche Untersuchungen hätten Ihrer Meinung nach unbedingt durchgeführt werden müssen?

Gruß
agnes



Dr. Dr. B. Zahedi
Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
3 Beiträge

das röntgenbild ist schon in ordnung. es gibt nichts besserer, um schnell viel informationen über ein implantat zu erhalten.
ein festigkeitstest hätte u.u. früher an den tag bringen können, dass etwas mit dem knochenverbund nicht stimmt.



Agnes
Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
2 Beiträge

@ Dr. Zahedi,

aber die Informationen, die Röntgenbilder liefern, sind häufig falsch! Wie Sie bereits sagten, zeigen sie die Knochenanteile vor und hinter dem Implantat nicht. Damit haben sie nicht einmal eine 50%ige Aussagekraft! Das erfahren Patienten mit Beschwerden i. d. R. nicht. Sie werden nicht einmal darüber aufgeklärt, dass Röntgenbilder die Osseointegration gar nicht vollständig abbilden KANN.

Mich macht es nach all den schmerzhaften Jahren, Diskussionen, Zahnarzttermine, Operationen, Diskussionen mit der Krankenkasse wegen Übernahme der Kosten für Narkose bei 3-stündiger OP sowie Rechnungen über Rechnungen einfach nur WÜTEND!

Die Medizin muss endlich andere Wege gehen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Patienten abgewimmelt werden mit Sprüchen wie "1A-Arbeit", "perfekte Arbeit" und Anspielungen auf seine "labile Psyche", die nur dazu dienen, ihn loszuwerden.

Eine Kontrolle muss einwandfreie Ergebnisse garantieren, sonst muss derjenige, der den Nachweis einfordert über die mangelnde Aussagekraft aufgeklärt werden.

Beim Hochklappen der Mundschleimhaut zeigte sich folgendes Bild; auf den Röntgenbildern war diese Fehlpositionierung nicht zu erkennen:
http://abload.de/image.php?img=ausschnittimplantatenrpj7o.jpg



MikeKostens
MikeKostens
Mitglied seit 29. 11. 2014
0 Beiträge

[quote="Agnes"]
@ Dr. Zahedi,

aber die Informationen, die Röntgenbilder liefern, sind häufig falsch! Wie Sie bereits sagten, zeigen sie die Knochenanteile vor und hinter dem Implantat nicht. Damit haben sie nicht einmal eine 50%ige Aussagekraft! Das erfahren Patienten mit Beschwerden i. d. R. nicht. Sie werden nicht einmal darüber aufgeklärt, dass Röntgenbilder die Osseointegration gar nicht vollständig abbilden KANN.

Mich macht es nach all den schmerzhaften Jahren, Diskussionen, Zahnarzttermine, Operationen, Diskussionen mit der Krankenkasse wegen Übernahme der Kosten für Narkose bei 3-stündiger OP sowie Rechnungen über Rechnungen einfach nur WÜTEND!

Die Medizin muss endlich andere Wege gehen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Patienten abgewimmelt werden mit Sprüchen wie "1A-Arbeit", "perfekte Arbeit" und Anspielungen auf seine "labile Psyche", die nur dazu dienen, ihn loszuwerden.

Eine Kontrolle muss einwandfreie Ergebnisse garantieren, sonst muss derjenige, der den Nachweis einfordert über die mangelnde Aussagekraft aufgeklärt werden.

Beim Hochklappen der Mundschleimhaut zeigte sich folgendes Bild; auf den Röntgenbildern war diese Fehlpositionierung nicht zu erkennen:
http://abload.de/image.php?img=ausschnittimplantatenrpj7o.jpg

[/quote]

Wenn ich bei dir lese, erkenne ich mich sehr gut wieder in dir. Und auch den Arzt damals. Irgendwie erschreckend.

Ich bin auch extremst wütend, was man mir angetan hat und womit ich zu kämpfen habe. Von Rechnung zu Rechnung. Von Schmerzen und angestiegenden Risiken und weiteren Operationen die dann anstehen, um das alles zu korrigieren. Zudem stehen noch Zahlungsansprüche vom Arzt (oder eher von einem Inkassounternehmen oder wie die sich nennen) an der mir das angetan hat.

Man ist psychisch schon extremst fertig und die Mehrbelastung für mich unerträglich.

Ein Zahnarzt muss sich bewusst machen, wenn man zu einem Zahnarzt geht (und das nicht gerade als Schmerzpatient), dass man Wert auf die Zähne legt.

Und da psychische Aspekte wirken. Und wenn dann das Erbgenis wie bei uns aussieht, dass man damit stark mit der Psyche reagiert.

Ich weiss nicht wieso man Implantate braucht normalerweise. In meinem Fall ist es weil ich einen Unfall mit den Vorderzähnen hatte. Ich pflege meine Zähne extremst. Achte auch bei anderen auf gute Zähne.

Psyche und Zähne sind nahe verbunden. Ich habe eine sozial Phobie entwickelt wegen meinem Unfall damals. Zähne waren schief danach. Dann bekam ich irgendwann die ersten Kronen und es wurde dann auch besser mit der Psyche.

Nun bekam ich dann Kronenränder und die Psyche litt wieder. Dann ging ich hin mir das machen zu lassen und nun das.

Ich bekam schlagartig Panikattacken, Schockzustände. Ich wurde depressiv. Ich wurde aggressiv. Mein ganzes Leben änderte sich schlagartig.

Und wenn dann der Arzt sich noch quer stellt und noch mehr belastet dadurch, weil er die Zahlungen geltend machen will, obwohl man genug aufbringen muss, um das korrigieren zu lassen, so ist "labile Psyche" alzu verständlich.

Nach so einer Sache ist man natürlich labil in dee Psyche. Es ist nichts tägliches, aber ab dem Tag soll es was tägliches werden, was man Tag für Tag im Spiegel anschauen soll.

Aber das hängt natürlich immer vom Menschen ab. Gesundheit fängt bei den Zähnen an, heisst es doch immer wieder. Psyche und Körper müssen im Gleichgewicht sein. Ist das eine angekratzt, folgt auch kurzerhand die andere Sache und vice versa.

Ich geh zum Zahnarzt weil ich Probleme mit der Optik von Kronenrändern habe. Wenn da nicht die Psyche einen zum Zahnarzt gehen, bewogen hat, was dann ? Nur ein Beispiel.

Aber ich denke die Meisten schlucken sowas nicht einfach runter. Mich hat es soweit gebracht, dass ich mich in psychische Behandlung begeben musste weil ich momentan einfach nicht mehr psychische das alles verkraften kann.

Wenn Ästhetik ein Teilgebiet der Zahnmedizin ist, so ist da wo Ästhetik gelehrt wird, die psychologischen Aspekte auch ein nicht unwichtiger Faktor. Ich weiss nicht, wie es in der Lehre, da nachbesserung verlangt. Aber wenn diese Sache eher nicht Beachtung geschenkt wird, so stehe ich dem ein wenig bedenklich gegenüber.

Zahnästhetik ist ja ziemlich subjektiv. Was hier bei uns passiert ist, da muss man nicht gerade von subjetiver Meinung reden. Das erkennt man auch Anhieb dass hier nichts "1A" ist.

Mich würde echt interessieren ob wir vom selben Arzt reden, aber ich will diese Informationen erstmal nicht teilen.



Dr. Dr. B. Zahedi
Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
3 Beiträge

hallo,
es gibt diagnostische optionen die mit mehr oder weniger aufwand und kosten mehr oder weniger präzse ergebnisse liefern. das einfache röntgenbild steht da was aufwand und nutzen angeht eigentlich ganz gut dar. man kann nicht routinemässig 3D-diagnostik fordern.
dann sind ärzte allerdings nicht alle in der lage, mit den diagnostischen unterlagen auch zu einer treffenden diagnose zu kommen. das ist nun mal so. auch da ist es kaum zielführend forderungen zu formulieren. sicherlich haben sie recht, dass ein gutes ergebnis erst mit der zufriedenheit des patienten sicher erreicht ist. da sollte jeder behandler beherzigen.

was das bild angeht, das zeigt vestibulär freiliegende schraubenwindungen, was natürlich nicht gut ist.
eine fehlende knochenbedeckung in diesem ausmass muss keine beschwerden machen. richtige periimplantitisch sieht das auf den ersten blick nicht aus, da keine knocheneinbrüche entlang des implantats. eine nicht ideale positionierung tut auch nicht weh.
gruß
b. zahedi