Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Extreme Muskelverspannung bei Implantatbelastung

Muc79
Mitglied seit 26. 08. 2023
4 Beiträge

Hallo Zusammen,

ich habe nach einer Zahnextraktion 1-6 Mitte 2022 ein Keramik-Implantat (Straumann) Anfang 2023 implantieren lassen. Nach 4 Tagen starker Schmerzen wuchs das Implantat gut ein. Während der Einheilphase zogen es mir aber immer wieder in den 1-5er rein. Der Check Anfang Juli war aber positiv. So wurde am 24.07.23 eine Implantatkrone mit Titanschraube eingesetzt. Seitdem habe ich bei nur minimaler Beanspruchung starke Muskelverspannung in der rechten Kiefer-/Schulter-/Rückenseite die bis in das rechte Bein ziehen. Am 23.08. habe ich die Krone noch einmal einschleifen lassen, da sie mir auf der Innenseite zu hoch vorkam. Leider sind die Muskelverspannung nicht besser geworden. Die direkte (leichte) Belastung des Implantats tut nicht weh aber nach etwa 10 Minuten zieht es mir rein und mein kompletter Nacken und die rechte Seite (Implantatseite) sind verspannt.
Lt. meinem Arzt dürfte das nicht sein.
Haben Sie Rat?
Danke



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
525 Beiträge

Es geht um Zahnnummer 16, oder? Sind die anderen Zähne auf der rechten Seite noch alle vorhanden?

Es könnte sein, dass das Implantat zu nah an einer der Nachbarzahnwurzeln sitzt. Auch könnte auf der Frontseite oder Rückseite des Implantats Knochen fehlen. Dieser kann auf dem Röntgenbild nicht dargestellt werden. Es lässt sich nur der Knochen seitlich des Implantats beurteilen. Wenn du ein Rö-Bild hast, kannst du es hier reinstellen zur Mitbeurteilung.

Eine weitere Ursache könnte sein, dass das Implantat zu lang ist und dadurch zu nah an die Nervenbahn des Oberkiefers (Nervus maxillaris) rankommt und diese Verspannung bei Belastung auslöst. Dieser Nerv teilt sich auf in mehreren Äste.

Hier gute Info:
https://www.implantate.com/welche-risiken-haben-implantate.html



Muc79
Mitglied seit 26. 08. 2023
4 Beiträge

Hallo Agnes,

vielen Dank für Deinen Rat und Deine Meinung. Das könnte ggfs. eine Ursache sein. Insbesondere nach Belastung treten die Verspannungen auf. Zwar nicht direkt als stechender Schmerz aber als Verspannung in Nacken und Pochen im Oberkiefer.
Ja, das Implantat ist der 16. Das Röntgenbild ist noch ohne Krone. Inzwischen habe ich eine Krone und seitdem habe ich die Probleme wahrscheinlich durch vermehrte Belastung.

Danke und viele Grüße

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Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
525 Beiträge

@ die Experten,
könnten Sie bitte eine Beurteilung des OPGs abgeben? Vielen Dank!

@ Muc79,
Ein OPG stellt eine dreidimensionale Struktur zweidimensional dar. Das hat den Nachteil, dass darauf Verschattungen dargestellt sind, die nur von einem Experten gedeutet werden können. Daher habe ich um Hilfe gebeten.

Was ich aber meine zu erkennen ist der recht geringe Abstand des Implantats zu der Nachbarzahnwurzel 15. Das würde die Beschwerden am 15er in der Einheilphase und Pochen im Oberkiefer unter Belastung erklären. Es sieht nicht so aus als ob hier der Mindestabstand eingehalten würde. Hast du noch einen Zahnfilm? Der Abstand zwischen Implantat und 17er ist bedeutend größer.

Das Implantat sitzt recht hoch – es könnte eine der zahlreichen Verästelungen des Oberkiefernervs reizen. Das kann zu Verspannungen führen. Ein verletzter Nerv führt zu stechendem Schmerz. Da das nicht der Fall ist, kann das - zum Glück - ausgeschlossen werden. Ferner sieht der Bereich um die Implantatspitze herum recht dunkel aus. Das könnte instabiler Knochen sein, z. B. nach vorangegangener Entzündung. Sicher bin ich mir da aber nicht…

Was mich aber wundert ist, dass ein Keramik Implantat mit einem Titanabutment versorgt wurde (siehe dein erster Beitrag). Das ist unüblich und wird wegen der unterschiedlichen Härten der Materialien in der Regel nicht gemacht. Bei unterschiedlichen Materialen/Härten besteht Bruchgefahr. Da auf dem Bild das Abutment und die Krone noch nicht eingebracht waren, lässt sich das nicht beurteilen.



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4044 Beiträge

Hallo,
das Teil-OPG zeigt eine Dimensionsungenauigkeit. Das sieht alles sehr zusammengschoben aus. Daher tue eich mich schwer eine zu starke Nähe zur Nachbarzahnwurzel sicher zu erkennen. Um sicher zu gehen, wäre ein DVT angebracht. Dann könnte man auch Abbauerscheinungen des Knochens, die hier nicht zu sehen sind, sicherer ausschliessen. Wurde ein Festigkeitstest des Implantats gemacht?
Natürlich können auch im Oberkiefer kleine Nervenbahnen durch Implantate verletzt werden. So etwas macht aber erfahrungsgemäss so gut wie nie Beschwerden. Es sei denn den der Zahnnerv des 15 wäre betroffen -> Vitalität negativ.
Gruß
B. Zahedi



Muc79
Mitglied seit 26. 08. 2023
4 Beiträge

Hallo Agnes, hallo Herr Dr. Dr. Zahedi,

vielen Dank für Ihr Feedback. Ich war heute nochmals bei einem anderen Zahnarzt, dem ich die Symptome geschildert habe und der sich im Anschluss die Suprakonstruktion und das Implantat angeschaut hat. Ich wollte nochmal eine neutrale Meinung dazu.
Er hat keine Entzündung des Zahnfleisches festgestellt.
Anschließend hat er am Implantat geprüft wie fest es sitzt (mit seinen Fingern hin und herbewegt).
Seine erste Einschätzung war, dass er sich nicht vorstellen kann, dass das Implantat zu eng gesetzt wurde aber es wäre möglich.
Im Anschluss hat er die Implantatkorne gnathologisch korrigiert. Er sagte, es war nicht viel was er korrigiert hatte.

Nach etwa einer halben Stunde, nachdem ich wieder aus der Praxis war, fing wieder ein stechender Schmerz am Implantat an. M.E. resultierend aus der Festigkeitsprüfung.

Vielleicht spielt es keine Rolle, aber meine Frau meinte, dass ich wieder starken Mundgeruch habe, nachdem ich wieder zu Hause war.

Nächsten Mittwoch habe ich einen Termin beim Implantologen und und werde ihm meine Beschwerden schildern und ein DVT vorschlagen.

Beste Grüße
Sebastian



Muc79
Mitglied seit 26. 08. 2023
4 Beiträge

Anmerkung: Es massiven Beschwerden traten erst mit einsetzen der Suprakonstruktion auf.



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
525 Beiträge

Ein Test "mit den Fingern" ist hier nicht gemeint. Entweder "Periotest" oder "Resonanzfrequenzanalyse" zur Feststellung der Primärstabilität. Ein Zahnarzt, der das Implantat nicht gesetzt hat, wird sich grundsätzlich zurückhaltend verhalten, da sonst die Gewährleistung verfällt.

Wenn man die Ursache auf den Grund gehen möchte ist ein DVT ein Muss. Eine Entzündung hoch oben an der Implantatspitze ist nicht unbedingt am Zahnfleischrand zu erkennen. Dort könnten noch Restkeime im Knochen vorhanden gewesen sein zum Zeitpunkt der Implantation. Mundgeruch spricht dafür. Allerdings lässt sich eine frische Entzündung auch nicht unbedingt damit feststellen. Erst wenn danach ein Knochenabbau stattgefunden hat, ist das auf dem DVT zu sehen.

Ein OPG wird aus mehreren Aufnahmen zusammengefügt. Dr. Zahedi meinte, dass dein OPG sehr zusammengeschoben aussieht. Von daher wenig vertrauenswürdig

Beschwerden treten häufig erst bei Belastung auf, d. h. wenn die Suprakonstruktion drauf ist. Ein "stechender Schmerz" nach der Manipulation an der Krone deutet darauf hin, dass etwas nicht in Ordnung ist.



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