Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Erblich bedingte Nichtanlage

susi123
Mitglied seit 28. 01. 2011
1 Beiträge

Hallo,

ich kenne die Situation sehr gut, da ich auch eine Nichtanlage von mehreren Zähnen habe. Mich würde interessieren, da der Beitrag schon etwas älter ist, wie diese Geschichte nun verlaufen ist?

Ich habe einen langen, schweren Weg hinter mir seit dem ich 14 bin. Die Kieferorthopädie damals hatte eine Fehlstellung der Zähne bewirkt... Die Implantate, die ich Jahre später gesetzt bekommen habe, sind ausgefallen... der Knochen ist an den Stellen nun so stark abgebaut, dass ich nur die Möglichkeit habe Knochen aus der Hüfte transpantieren zu lassen und ich muß wieder eine Kieferorthopädische Behandlung machen...Die Krankenkasse bezahlt nichts, ich habe bis jetzt für alles verkorkste schon an die 10.000-20.000 Euro bezahlt und nun steh ich wieder am Anfang, bzw. noch schlechter da..kaputt operiert und eine dermaßen psychische Belastung....
Ich rate allen! : Seit vorsichtig zu welchen Ärzten ihr geht, eine Nichtanlage bringt eine Schwierigkeit mit sich, die nicht jeder Implantologe bewältigen kann, da der Knochen bei einer Nichtanlage schwächer, dünner etc ist. Erhaltet so LANGE ES GEHT eure Milchzähne!!! Man kann auch eine Krone drüber setzen.



Dr.Thilo Fechtig
Mitglied seit 14. 08. 2010
371 Beiträge

Hallo,

naja generell kann man das so nicht sagen. Auch Milchzähne können unästhetisch sein...
Als Platzhalter taugen sie dagegen auf jeden Fall und man sollte das Ende des Körperwachstums abwarten.

Gruss
Dr.Thilo Fechtig / Schweizer Grenze / bei Waldshut



H.
H.

Hallo, dem kann ich nur zustimmen! Auf keinen Fall die Milchzähne entfernen. Mir hat man 6 Milchzähne gezogen. Insgesamt habe ich 4 Implantate. 2 wurden kurz vor dem 18. Lebensjahr gemacht und sie wurden schief. 2 weitere unten bei einem anderen Arzt waren ok. Bis jetzt halten sie (bin 32).
Meine Milchzähne fand ich vorher schön.
Jetzt habe ich beim Lachen riesige schiefe Zähne direkt neben den 1ern.
Mir wurde eine zusätzliche Fluoridprophylaxe verordnet, der ich zum Glück! kaum gefolgt bin.
Für mich war das im Nachhinein wie eine Vergewaltigung. Mit 16, als festgtestellt wurde, dass ich 6 Nichtanlagen habe, kann man nicht beurteilen und abschätzen, was gut oder schlecht für einen ist. Damals wollte ich unbedingt eine Zahnspange, weil alle eine hatten. Ich war naiv.
Mir graust es schon davor, dass die Implantate irgendwann rausmüssen. Was mache ich dann? Was wenn der Knochen brüchig ist? Ich werde bestimmt keinen Knochen transplantieren lassen. Abgesehen von dem Entzündungsrisiko ist das auch eine psychische Belastung. Ich habe noch nach 17 Jahren Alpträume die von fehlenden und bröckelnden Zähnen handeln. Finger weg von Nichtanlagen!



Dr.Thilo Fechtig
Mitglied seit 14. 08. 2010
371 Beiträge

Hallo

also grundsätzlich darf man diese Aussage so nicht stehen lassen.
Wahrscheinlich war hier das Problem, daß zu viele Implantate in zu enge Lücken gesetzt wurden.

Aber bei guter Pflege müssen die Implantate auch nicht mehr raus und können später problemlos nochmals versorgt werden. Bei schlechter Ästhetik ist immer das Zusammenspiel von Zahntechnik und Zahnarzt enorm wichtig.

Gruss
Dr. Thilo Fechtig
Süddeutschland
Schweizer Grenze



H.
H.

Es wurde oben jeweils ein Implantat zwischen 2 normale Zähne gesetzt.

Mir hat mal ein Zahnarzt gesagt, dass das Problem gewesen sein könnte, dass die Implantate gesetzt wurden, bevor mein Mund ausgewachsen war. Sie wurden gesetzt als ich 18 war.

Ob das der Grund war kann ich kaum beurteilen.
Mich stört zwar auch etwas, dass sie schief und etwas zu groß sind. Vor allem aber, dass ich etwas Künstliches in meinem Mund habe. Sogar in meinem Knochen fest verankert. Es gibt keinen Weg zurück.

Ich kenne inzwischen mehrere Personen, die mit ihren Nichtanlagen gar nichts gemacht haben, d.h. sie einfach behalten haben und ganz normal pflegen. Ohne Probleme.

Nur weil man dem Normstandard, den irgendjemand irgendwann mal festgelegt hat nicht entspricht, heisst das nicht automatisch, das etwas nicht in Ordnung ist, oder man in seinem Leben eingeschränkt ist.



Monika
Monika

Wer kann uns helfen,

mein Sohn ist mittlerweile 19 Jahre alt und hat seit seinem 4. Lebensjahr statt seinem Milchgebiss die 2. Zähne bekommen. Dies sind im OK die beiden Schneidezähne und die beiden hinteren Backenzähne jeweils links und rechts, sowie im UK die beiden hinteren Backenzähne ebenfalls links und rechts, also insgesamt 6 Stück.
Ich finde, man kann dies als erhebliche Nichtanlage betrachten.
Momentan trägt er eine Prothese und ist seit Jahren unglücklich, weil er immer wieder auf die sichtbaren Klammern an den Schneidezähnen angesprochen wird.
Er kapselt sich seit der Pupertät ab und seine Komplexe werden immer größer.
Die IKK lehnt sämtliche Zuschüsse in Verbindung mit Implantaten ab, mit der Begründung, dass dies Privatleistungen wären.
In unserer Familie ist es leider erblich bedingt.
Wie kann ich bei meiner KK durchsetzen, dass sie zumindest eine Grundversorgung an Implantaten bewilligt?
Lg Monika

Lg Mimo



jens
jens

Hallo Monika,

ich schließe mich Ellen an.
Lass dich nicht einfach abspeisen von der KK.

Es ist ja auch bewiesen, dass diese Klammerprothese auf Dauer die Haltezähne schädigt.

Also wird auch diese Lösung irgendwann vorbei sein.Ein wichtiges Argument finde ich!!!
Zahnerhalt ist doch wichtig!!

Ich habe auch Söhne in dem Alter und kann mir vorstellen was das für eine psychische Belastung ist.

Viell. ist das ja auch ein Argument? Die psychische Belastung?

Wegen psychischer Probleme werden heut "Ohren angelegt", Brüste verkleinert etc.auf Kosten der KK.

Ich würde auf jeden Fall kämpfen.

Ja Ellen, wenn meine Eltern damals mehr auf die Zähne geachtet hätten....

Früher war es auch Gang und Gäbe dass man Zähne schnell gezogen hat, anstatt sie zu erhalten. So habe ich-selber schuld-schon mit 19 einen Backenzahn gezogen bekommen. Dann Brücke.

Das würde heute kein ZA mehr machen, da auf Erhalt das Augenmerk liegt.

Wenn ein ZA einer meiner Jungs einfach nen entzündeten Zahn ziehen würde....:-))

Die Zeiten haben sich zum Glück geändert.

Monika: Klasse dass du für deinen Sohn kämpfst...
Kämpfe weiter

Gruß Jens



Monika
Monika

Hallo Jens,

sorry, dass ich so verspätet antworte.
Erstmal vielen lieben Dank für die Unterstützung und danke für den Tipp mit psychischer Belastung.
Da hätte ich selber drauf kommen können, als ich vor der Sachbearbeiterin saß und keine Argumente mehr hatte.

Liebe Grüße
Monika



Monika
Monika

Liebe Ellen,

vielen Dank für deine Zeilen. Sorry, für die verspätete Antwort.
Es stärkt uns den Rücken, wenn wir nicht allein mit diesem Problem sind.

Liebe Grüße
Monika



Kristina
Kristina

Hallo Monika!

Ich selber leide an einer erblich bedingten Nichtanlage. 12 meiner bleibenden Zähne fehlen.
Damit bin ich in einem bestimmten Programm, welches Patienten, bei denen mind. 3 Zähne nicht angelegt sind, aufnimmt.
Ich bin allerdings aus Österreich, hier ist das so (zumindest da wo ich in Behandlung bin).

Du solltest dich auf keinen Fall von der KK abwimmeln lassen! Deinem Sohn wird es auf jeden Fall helfen.
Ich bin selbst erst 17 und habe vor zwei Tagen das erste Implantat bekommen. Seit meinem 10. Lebensjahr bin ich in ständiger Behandlung, um die Zähne in die richtige Stellung zu bringen. Außerdem kann man erst Implantieren, wenn man ausgewachsen ist (so wurde es mir erklärt).
Ich hatte und habe immer noch große Lücken in meinem Gebiss, die sich eben erst im Laufe der Zeit mit Implantaten füllen werden. Das war und ist auch nicht immer schön für mich, weil man da eben auch immer wieder dumme Bemerkungen zu hören bekommt, also weiß ich wie sich dein Sohn fühlt.

Ich wünsche euch beiden, dass ihr bald eine Lösung finden könnt, die euch hilft!
Viel Glück und gebt nicht auf!

lg, Kristina