Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Dünne Schleimhaut in der Kieferhöhle

Julie Hinz
Julie Hinz

Kann es sein, dass eine zu dünne Schleimhaut der Kieferhöhle eine Implantation unmöglich macht?
Einer von 3 Ärzten, die meine Kieferhöhle aufgrund von Beschwerden genauer begutachteten eröffnete mir, dass ich eine sehr dünne Schleimhaut besäße, die schnell reißt und dass dies bei Frauen öfter der Fall sei. Ich höre dies zum ersten mal und wüßte gern, ob ich mit dieser Entscheidung ein für alle mal leben muß und ob dies zu weiteren Beschwerden führen kann?



Dr. Koss
Dr. Koss

Sehr geehrte Frau Hinz,

grundsätzlich steht einer Implantation auch bei dünner Kieferhöhlenschleimhaut nichts im Wege. Voraussetzung ist eine gesunde d.h. nicht akut oder chronisch erkrankte Kieferhöhle. Zur genauen Diagnostik kann der HNO Arzt verschiedene Parameter heranziehen. Zuerst sollten Sie also Ihre Kieferhöhle austherapieren. Danach sollte eine gründliche Untersuchung und Planung des Eingriffs durch den Implantologen erfolgen. Unter Umständen ist in Einzelfällen auch ein CT notwendig, dass dann sehr genaue Rückschlüsse über die Gegebenheiten zulässt.
mfG Dr. Koss



Dr.Gunter Scholles
Dr.Gunter Scholles

Hallo Frau Hinz,

Die Schleimhaut, welche die Kieferhöhle auskleidet (Schneider`sche Membran) ist in einigen Fällen sicher sehr dünn, was aber nicht ausschliesst, dass man allein aufgrund dieser Gegebenheit keine Implantation vornehmen kann. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten diese Situation zu beherrschen, auch wenn im Falle der Anhebung der Kieferhöhle die Schleimhaut verletzt wird. Welche Art von Beschwerden haben Sie ? Ist die Nebenhöhlenschleimhaut entzündet ? Sind röntgenologische Veränderungen zu erkennen ?Um einen präzisen Rat zu erteilen sind genauere Informationen nötig, insbesondere wie die Nebenhöhle untersucht wurde, um zu dieser Aussage zu gelangen. Wie ist das Knochenangebot ? Wurde darüber gesprochen ?
Herzl.Grüsse Dr. Gunter Scholles



Julie Hinz
Julie Hinz

Sehr geehrter Herr Dr. Scholles,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich kann Ihre Fragen nur mit einer Flut an Infos beantworten, aber ich freue mich auch über kurze, vielleicht neue Hinweise Ihrerseits zu meinem Fall.

Meine Beschwerden begannen über dem linken Eckzahn mit Schmerz und Druck, Ziehen über dem linken Nasenflügel hoch bis zum linken Auge, das immer etwas geschwollen ist (alles druckempfindlich). Die Beschwerden steigern sich mit erhöhter Nasenatmung (also wenn ich mich körperlich betätige oder viel spreche). Im Ruhezustand beruhigt es sich etwas. Die Beschwerden verändern seit April letzten Jahres mein Leben.

Untersucht und behandelt wurde ich von HNO, Zahnarzt, MKG. Röntgenbilder, sowie CT, Kernspinnt ergaben keine eindeutige Aussage. Sämtliche Aussagen haben sich widersprochen.

Lt. Röngenbild Panorama Kiefer - wurde mir von einem Azrt eine Kieferhöhlenentzündung bestätigt, vom nächsten wieder nicht. CT, sowie Kernspinnt ergaben lediglich leicht geschwollenen Schleimhäute - keine Vereiterung.
Da ich ansonsten gesund bin, keine Medikamente, sportlich, kein Übergewicht....hatte ich meine Zähne in Verdacht, die als einzigstes schon immer ein Problem waren. Im Oberkiefer fehlen schon lange die 6er und 7er auf beiden Seiten. Der Kieferknochen hat sich dementsprechend zurückgebildet, der Rest hat aber eine feste Knochenstruktur.
Aufgrund der Beschwerden wollte ich mir den linken Eckzahn ziehen lassen (evtl. später nach Ausheilung) Implantate. Knochenaufbau ist sicher notwendig, aber ich habe gehört, dass auch dies heute kein großes Problem mehr darstellt.

Da alle Ärzte auf Erhalt der Zähne plädiert haben, ist an dem Eckzahn 3 mal eine Wurzelspitzenresektion vorgenommen worden. Die 1. mit Kieferhöhleneröffnung und -spülung und einem 2 Wöchigen fürchterlich schmerzhaften Trip. Augenschmerzen....Druck im Kopf... Die 2. schmerzlos, aber nach kurzer Zeit fingen mit sportlichen Betätigungen die alten Beschwerden wieder an. Bei der 3. ist die Schleimhaut der Kieferhöhle gerissen (da angeblich sehr dünn), der fehlende Knochen wurde mit Material aufgefüllt, das Loch wieder geschlossen. (hier entstand die Aussage: Implantate nicht möglich, da Schleimhäute zu dünn). (Die 3. WR ist eine Woche her).
Ende: zur Zeit Schmerzen, die ich nur durch absolute Ruhigstellung eingrenzen kann (kann ich mir aber nicht leisten), oder Tabletten.

mfG Hinz



Dr.Gunter Scholles
Dr.Gunter Scholles

Hallo Frau Hinz,

die ganzheitliche medizinische Betrachtung zeigt eine energetische Verbindung des Eckzahnes (Augenzahn) zum Auge auf. (Voll + Kramer) Bei der topografischen Nachbarschaft ist dies kein Wunder. Einige Kollegen mögen darüber lächeln, aber das sind unsere Erfahrungen. Wenn dieser Zahn nun schon zum 3. Mal rezesiert wurde, und noch immer Probleme bereitet, sollten Sie darüber nachdenken diesen Zahn entfernen zu lassen. Sicherlich sollte die " Schwellung " der Kieferhöhlenschleimhaut näher untersucht werden. Eine Reihe von Faktoren können als auslösende Ursache in Frage kommen. Wenn es sich aber nicht um eine entzündliche Veränderung handelt, ist mit den heute möglichen Therapien ein zuverlässiger Knochenaufbau zu erreichen, Voraussetzung ist, dass keine Erkrankungen bestehen (z.B. Osteoporose) oder andere, welche die Indikation zum Einsetzen von Implantaten einschränken können. Sicherlich hat die Erhaltung von Zähnen eine grosse Priorität. Betrachtet man Ihre Situation, so muss die Frage erlaubt sein, wie die Kaufunktion wiederhergestellt werden kann, beim Fehlen der großen Backenzähne auf beiden Seiten? Dies ist nur möglich mit einem herausnehmbaren Zahnersatz, technisch sehr aufwendig, wenn auch ästhetische Gesichtspunkte eine Rolle spielen, oder die Versorgung mit Implantaten, damit nicht noch mehr Knochensubstanz verlorengeht. Besprechen Sie all diese Punkte mit den Ärzten. Viel Erfolg Dr.Gunter Scholles



Julie Hinz
Julie Hinz

Sehr geehrter Herr Dr. Scholles,

da es für mich als Laie sehr schwer ist richtige Entscheidungen in diesem Dschungel von Meinungen zu treffen (leider kann man nicht jedem Arzt blind vertrauen), bin ich sehr dankbar für ihre ausführliche Antwort, die mir sehr realistisch erscheint. Sie gibt mir auf jedenfall mehr Sicherheit in meinem weiteren Vorgehen.

Vielen Dank
mfG Hinz



Julie Hinz
Julie Hinz

hallo,

ich möchte gerne noch eine Frage hinterherschieben.

An meinem resizierten Eckzahn ist ein Knochenaufbaumaterial angesetzt worden. Meine dünne Kieferschleimhaut hing bis auf die beseitigte Entzündung des Zahnes, damit wurden auch meine Beschwerden beim Atmen begründet. (Schmerzen als wenn ich auf offenen Nerv atmen würde).

Meine Frage: Ist es problemlos, dieses Knochenaufbaumaterial in so eine Entzündung hineinzusetzen, kann soetwas auch vom Körper abgestoßen werden, oder sich irgendwohin ausbreiten, wo es nicht hingehört?
Ich frage, weil ich seit 3 Tagen die Schmerzen erheblich angestiegen sind. Die Resektion ist jetzt 10 Tage her. Äußerlich ist lt Arzt alles super verheilt (Narbe). Im Gesicht minimale Schwellungen. In meinem Kopf ist die Hölle los.
Oder ist das normaler Verlauf ?

Über einen Hinweis oder Vermutung Ihrerseits wäre froh

MfG Hinz



Dr.Gunter Scholles
Dr.Gunter Scholles

Hallo Frau Hinz,

Das Knochenaufbaumaterial wurde sicher in den durch die Resektion entstandenen Knochendefekt eingebracht, wobei immer eine etwas grössere Ausfräsung in die gesunde Nachbarschaft erfolgt, um zu gewährleisten, dass der Entzündungsherd auch entfernt wurde. Es ist möglich, dass sich das Ersatzmaterial einscheidet und nicht von dem umgebenden Knochengewebe integriert wird. (Fremdkörper) Auch können Partikel wandern, insbesondere wenn die Knochenhaut (Periost) defekt war und auf die Anbringung einer Gewebsbarriere (Membran) verzichtet wurde. Weitere Ferndiagnosen sind leider nicht möglich, aber ich denke, dass wir Ihnen Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt haben welche hifreich sind.
Gruss Dr.Gunter Scholles



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

Guten Tag Fr. Hinz,
ich möchte Herrn Kollege Scholles in seiner Meinung unterstützen. Wie er bin ich der Meinung, daß ein (insbes. mehrfach) resezierter Zahn mit persistierenden Beschwerden nicht erhaltungswürdig ist. Vorderstes Anliegen sollte immer die allgemeine Gesundheit sein. Danach folgen erst Zahnerhalt, Ästhetik etc.. Man wird sicher eine Übergangslösung finden. In einem Bereich der nicht beschwerdefrei ist, ist auch eine Implantatbehandlung erstmal nicht angezeigt.
Gute Besserung
B. Zahedi



Julie Hinz
Julie Hinz

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mittlerweile hat ein CT ergeben, daß sich am Kieferhöhlenboden ein "kleiner" Polyp befindet. Die Aussagen der Ärzte, die mich wie immer von einer Stelle zur anderen schicken, widersprechen sich ständig. Der eine sagt, ja der Polyp ist warscheinlich die Ursache für die Probleme, der andere wieder, der Polyp ist zu klein um diese Beschwerden auszulösen.

Meine Frage: kann es sein, daß die ständige Einnahme von Antibiotika (über ein Jahr lang) diesen Polypen kleingehalten und das Krankheitsbild verfälscht haben? Vom Zähneziehen rät man mir immer wieder ab. Die Schmerzen werden als atypische Gesichtsschmerzen betitelt, die sich durch ein Gebiß nur verstärken würden.
Eine weitere Frage: Halten Sie es für möglich, daß durch endoskopische Entfernung des Polyps meine Beschwerden beseitigt werden könnten, oder würden Sie für zur Entfernung des Zahnes raten. Der Polyp liegt direkt über dem resizierten Eckzahn. Ich bin ratlos angesichts der widersprüchlichen Aussagen der Ärzte.

MfG Julie Hinz



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