Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Behandlung fast abgeschlossen

Heddi
Mitglied seit 04. 11. 2008
47 Beiträge

Eine lange Behandlung liegt hinter mir. OK zahnlos (mit 50! auch durch Paradontose) und mit proth. Versorgung, die relativ gut saß und aussah. Aber eben nicht die Lösung, die ein Mensch, der einen Sprechberuf ausübt, benötigt. Im April `08 erfolgte nach reiflicher Überlegung das Setzen von 4 Implantaten mit Knochenaufbau und Knochenentnahme aus dem Beckenkamm. Aus finanziellen Gründen waren nicht mehr Imlantate drin. Beneidenswert die Menschen, die die Prozedur ganz locker und ohne Schwellungen/Verfärbungen/Schmerzen überstehen. Gesicht wie ein blauer Ball, im Übergang zahnlos und auch Schmerzempfindung in der Hüfte. Das war meine Erfahrung. Aber, jedes Stück ein Stück Fortschritt. Die Freilegung der Implantate im September war für mich spürbarer als die OP, die ich in Narkose zugebracht habe.
Der Aufbau begann im November. Gestern bekam ich meine Prothese. Herausnehmbar. Eingesetzt und drin, ohne wackeln. Mein Kieferchirurg und mein Zahnarzt (wirklich meine Ärzte) haben richtig gut zusammengearbeitet. Einige Korrekturen sind noch nötig, der Biss ist noch nicht ganz genau. Aber, es ist ein wunderbares Gefühl, ein neuer Lebensabschnitt und eine ganz andere Lebensqualität. Diese Zähne sind fest und sehen schön aus, die Farbe stimmt. Anders als die Zeit mit den eigenen überempfindlichen, mittlerweile nicht mehr ansehnlichen Zähnen oder mit dem Klebegebiss im Übergang mit den Implantaten. So schwierig der Weg auch ist, er ist verdammt lang, er ist dornig. Und die Schamgrenze wurde oft erreicht. Untersuchung, Zähne raus , rein - wer mag das schon aber es muss ja sein. Wie schon viele hier vor mir schrieben, ja, es hat sich gelohnt! Alles, jeder Tag und jeder Schmerz. Liebe Nutzerinnen und Nutzer des Forums es war für mich wichtig und hilfreich hier fast jeden Abend reinschauen zu können. Teilweise waren die Diskussionen erfrischend kontrovers. Vieles habe ich für mich nutzen können. Danke an die Ärzte Ärztinnen?), die von ihrem Wissen gegeben haben. Was mir aufgefallen ist, das Forum hatte sich vor einiger Zeit ein neues Out-Fit gegeben, wie ich finde übersichtlicher. Aber es scheint, als ob die Beiträge etwas spärlicher werden - das ist keine Wertung meinerseits, nur ein Eindruck.
Also alle, die diese Seiten mit Leben erfüllt haben grüße ich ganz lieb, allen, die sich mit Schmerzen und Ängsten und Fragen hierher wenden, wünsche ich Linderung, Trost, Hilfe und Lösungen. Mir und allen mit den Implantaten wünsche ich, dass diese halten mögenund es zu keinen Komplikationen kommt.
Alles Gute für 2009! Heddi



Monika
Mitglied seit 24. 10. 2008
176 Beiträge

Hallo Heddi,
danke für diesen tollen Beitrag! Du sprichst mir und sicher vielen anderen aus der Seele.Deine Ausführungen machen wieder neuen Mut durchzuhalten. Ich freue mich aufrichtig für Dich, das es geschafft ist !! z. Zt. bin ich noch mit Provisorium zu Gange OK-Aufbau ist erledigt und bei mir wurde noch der UK-rückverlagert. Schmerzen im Gesicht, an der Hüfte alles bestens bekannt. Jetzt hoffe ich zuversichtlich, dass auch das letzte Stück Weg gut zu schaffen ist und die Einheilung ohne Entzündung vonstatten geht. Vielleicht tröstet es Dich, dass ich noch 6 Jahre jünger bin.
Dir alle Gute!!!
Liebe Grüße Monika
PS. Den Eindruch, dass die Beiträge spärlicher und nicht mehr so persönlich sind, habe ich übrigens auch. Wäre schön, wenn Du dabeibleiben würdest.



Annette
Mitglied seit 08. 01. 2009
124 Beiträge

Hallo Heddi,

auch ich danke Dir für Deinen ausführlichen Bericht ! Ich selber stehe ja noch ganz am Anfang (2. Tag nach OP) und werde sicherlich noch sehr lange Zeit hier lesen/bzw. schreiben. Ich hab mich auch anfangs geschämt, mein Lückengebiss überhaupt einem Zahnarzt zu präsentieren. Ich bin 52 Jahre und hatte ca. 15 Jahre alte Brücken und Kronen, die obwohl aus Keramik und auch mal teuer waren, kaputt gingen und auch drunter die abgeschliffenen Zähne teilweise zerstört waren. Aber zum Glück gibt es diese Implantate und wir müssen nicht wie unsere Omas und Opas damals mit den Klappergebissen leben.
Annette



Heddi
Mitglied seit 04. 11. 2008
47 Beiträge

Hallo Monika,
es ist schon bemerkenswert, was wir alles aushalten und auf uns nehmen. Den letzten Rest schaffst Du selbstverständlich! Natürlich bleibe ich dem Forum erhalten.
Das Ziel ist ja außerdem noch nicht ganz erreicht - der letzte Feinschliff und das richtige Einpassen müssen vollbracht werden. Labor und ZA sind immer noch gefordert. Wie praktisch, dass das Labor nicht in einem anderen Teil unseres Globus liegt, sondern gleich um die Ecke - notfalls auch zum selbst hingehen
Dir alles Liebe und freu Dich schon mal, Du wirst nichts, wirklich nichts bereuen. Der Schmerz und die ganze Mühe machen diese Zähne zu etwas ganz Kostbarem. Dieses Gefühl hat aber nichts mit Geld zu tun.
Liebe Grüße Heddi



Heddi
Mitglied seit 04. 11. 2008
47 Beiträge

Hallo Annette,
sieben Implantate sind kein Spaziergang. Der Rückgang der Schwellungen und evtl. Verfärbungen (die Struktur der Beulen und Farbnuancen wechselten bei mir ständig) braucht etwas Zeit. Es ist ganz hilfreich mit aufgerichtetem Oberkörper zu liegen und zu nächtigen - mit Kühlung. Ich hatte auch güldene Brücken im Mund. Bedingt durch den Zahnfleischrückgang - Knick, Knack mussten sie raus. Das ganze hatte nur etwa 7 Jahre gehalten. Zum Schluss konnte ich nicht mal mehr Bananen kauen. Dafür können wir die Wunder der Forschung für uns in Anspruch nehmen und relativ ausgereifte Implantate nutzen.
Das, was am meisten ängstigt hast Du vollbracht. Genieß die Vorfreude auf das Kommende!
Gute Genesung und liebe Grüße sendet Heddi



Annette
Mitglied seit 08. 01. 2009
124 Beiträge

Hallo Heddi,

Du hast Recht - ich sollte mich auf das Ergebnis freuen. Mache ich ja auch - aber es fällt grad nicht so leicht.
Annette



Hallo Heddi,
ich danke dir für deinen ausführlichen Bericht. Es ist immer aufbauend, wenn man von Gleichgesinnten Erfolgserlebnisse hört. Man weiß zwar theoretisch, dass sich der Aufwand lohnt, die Schmerzen und Schwellungen vorbei gehen und am Ende die Nüsse wieder locken, aber wenn es jemand schon geschafft hat, dann baut das trotzdem ein Stück auf. Das wird dir ja genauso gegangen sein.
Mir werden morgen die Fäden gezogen - Aufbau OK beidseitig - und ich denke am WE bekomme ich meine Zähne wieder. Ich hoffe, dass man dann mit der wackeligen Prothese trotzdem etwas essen kann. Wie war es bei dir? Verstehe ich das richtig, du hast Knochenaufbau aus dem Becken gehabt und gleichzeitig dahin Implantate gesetzt? Bei mir hat man Granulat genommen und mit einer Membran und Titanstiften angetackert. Es fehlte die Breite und leider auch an der Höhe.
Gruß
Hausi



Heddi
Mitglied seit 04. 11. 2008
47 Beiträge

Hallo Hausi,
mit der Motivation ist es mir genauso ergangen. Die positiven Berichte bringen Bestätigung, andererseits erfahren wir im Forum auch von den Komplikationen und natürlich ist da immer ein Zittern mit dabei: hoffentlich geht es mir nicht so. Das Fäden ziehen ist noch so eine geschaffte Etappe. Diese drückenden und stechenden Teile (manchmal habe ich die Enden der herausragenden Fäden schon wie Stacheldraht empfunden). Wenige Tage nach dem Fäden ziehen bekam ich die Prothese auch wieder rein. Das hat Tage gedauert, bis sie ins Gesicht passte und wieder so aussah wie meins. Und der Doktor musste erst einmal schleifen. Immer wieder gab es Druckstellen. Bei mir war es ganz wichtig, zu kleben - Klebeeinsatz da, wo keine Wundfläche ist. Wichtig ist es, dass das Teil gerade nicht wackelt, sondern relativ fest sitzt. Das kann sonst weh tun (ist mir auch passiert). Von etwa Ende April bis Anfang Januar bin ich mit der Übergangslösung gelaufen. Ich kam damit (festgeklebt) relativ gut zurecht, das Essen klappte (Schnitzelchen, Brötchen etc. ging, aber Achtung nicht kraftvoll zubeißen wollen, immer mit bedacht) und es sah auch akzeptabel aus. Hemmungen hatte ich allerdings beim Lachen. Diese Übergangszeit ist übrigens total schnell und ohne Einschränkungen vergangen. Daran sollte sich niemand stören oder als Argument contra sehen - die Zeit vergeht von ganz allein ... wir werden ja trotzdem älter.
Ich fand die an mir praktizierte OP-Methode sehr effizient, Knochenspanentnahme, Knochenaufbau und die Implantate gleich mit hinein - alles in Narkose - sozusagen ein stationärer Abwasch. Bei mir fehlte es im OK überall an Knochen. Aber mein Prof. hat es hinbekommen. Morgen wird das Fäden ziehen ein Spaziergang für Dich sein, Hausi, und den letzten Rest kriegste auch in den Griff!
Solidarische Grüße schickt Dir Heddi



Monika
Mitglied seit 24. 10. 2008
176 Beiträge

Liebe Heddi,

da kannst du drauf wetten, dass der Rest auch noch geschaftt wird. Das was noch vor mir liegt ist sicherlich nur halb so "wild" wie das was hinter mir liegt. Außerdem macht es Mut immer wieder netten Zuspruch zu bekommen. Denn eins ist ganz sicher nur wer selbst diese Dinge hinter sich gebracht hat, kann wirklich beurteilen um was es geht. Dir nochmals danke und schön, dass du bei uns bleibst :-)
Liebe Grüße
Monika



Siggi
Mitglied seit 13. 01. 2009
49 Beiträge

Hallo Heddi,

Danke für Deinen Beitrag - er macht mir Mut! Viele Parallelen zu meiner eigenen Situation konnte ich entdecken. Auch ich habe bis auf zwei links sitzende Backenzähne einen "blanken" OK - und das mit 49 Jahren! Die 50 erreiche ich erst im Sommer! In den letzten 10 Jahren befand sich auf wenigen mir verbliebenen Zahnwurzeln, die mit Teleskopen aufgebaut wurden, eine gut sitzende Prothese, die ohne Kleber gehalten hat. Einige Jahre gingen ins Land, bevor ich diesen Zustand für mich akzeptieren konnte!
Und nun das: Im zweiten Halbjahr 2008 verlor ich recht kurz hintereinander alle Teleskope - jetzt findet die Prothese nur noch mit Kleber und gutem Zureden Halt. Ziemlich fürchterlich empfinde ich das: in kein Brötchen kann man herzhaft beißen, keinen Apfel mehr ohne Kleinschneiden genießen ...
Nachdem ich mich belesen und informiert hatte - auch hier auf dieser interessanten Internet-Seite samt Forum - traf ich für mich die Entscheidung. Vier Implantate werden nötig sein, so wie bei Dir, um einer herausnehmbaren Prothese guten Halt zu bieten. Rat und Infos habe ich mir schon an einigen Stellen eingeholt, u.a. von dem ggf. in Frage kommenden Oral-Chirurgen. Ein nächstes Gespräch findet noch mit meiner Zahnärztin statt und dann wird es wohl losgehen. Momentan fühle ich mich von der Flut an Informationen, Möglichkeiten und Varianten ein wenig erschlagen! Da ich aber eine sehr gute und auf Sicherheit bedachte Zahnärztin habe, werde ich auf sie vertrauen - auch wenn mich ein bisschen die Angst vor dem ganzen Weg plagt!
Wie es aussieht, wird bei mir das geschlossene Verfahren zur Anwendung kommen, also Zunähen und Einheilen. Ich würde gern wissen, ob ich während dieser Phase meine derzeitige Prothese noch nutzen kann. Und wann nach der OP kann ich wieder arbeiten gehen? Ich habe einen Job, der mich geistig und z.T. auch körperlich sehr fordert, arbeite viel im Freien, bin auch in chemischen Anlagen unterwegs und habe Tätigkeiten in Höhen. Vielleicht hat jemand von Euch einen Tipp oder Rat für mich?
Dir Heddi und auch allen anderen, die diesen Weg bereits gegangen sind, wünsche ich lange Haltbarkeit und Spaß am Zubeißen!

Siggi