Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Beckenkammimplantation im OK

lenavandijk
Mitglied seit 05. 04. 2011
155 Beiträge

Hallo,

ich wollte mich nur wenigstens endlich mal wieder melden. Ich stecke zurzeit leider heftig fest. Ende Februar wurden meine Zähne im OK gezogen. Man hatte mir eine Teleskop-Prothese als Langzeitprovisorium innerhalb von zwei, drei Wochen zugesagt. Ich hab sie bis heute nicht! *heul*

Aus meiner subjektiven und sicherlich auch nicht mehr sehr belastbaren Sicht läuft irgendwie einfach alles schief - und mein Vertrauen schwindet parallel zur Entwicklung. Momentan habe ich Mühe, überhaupt noch Kraft für mein Leben zu mobilisieren. Woher ich noch Hoffnung auf halbweg "lebbaren" Zahnersatz nehmen soll, geschweige denn Antwort auf die Frage, WIE ich den denn wohl bekomme, weiß ich momentan leider nicht.

Ich hoffe, bei den anderen sieht die Lage besser aus?! Nanny, hat sich bei Dir etwas getan?

Viele Grüße
Lena



Nanny
Mitglied seit 30. 03. 2011
83 Beiträge

Hallo Lena,
es tut mir leid, dass es bei Dir nicht so klappt, wie es versprochen wurde. Mit welcher Begründung kann denn die Teleskop-Prothese bei Dir nicht gefertigt werden. Darf ich fragen, wie denn zur Zeit die Versorgung bei Dir im OK aussieht? Ich hoffe, Dir wird jetzt recht bald geholfen, damit Du wieder ein normales Leben führen kannst.
Bei mir sieht es so aus, dass mein Termin zur Beckenkamm-OP für Anfang Juli feststeht. Trotzdem ich inzwischen einige sehr positive Gespräche mit Personen führen konnte, die auch solch eine OP hinter sich haben, macht sich bei mir immer mehr Panik breit, je näher der Termin rückt. Ich kann nicht mehr schlafen und habe Angst vor der Zeit nach der OP und würde am liebsten den Termin wieder absagen.
Würde mich freuen, wieder von Dir zu hören
LG Nanny



micky
micky

Hallo Herr Dr. Maier,
ich habe die Frage ob ein Knochenaufbau im OK mit 4 fehlenden Seitenzähnen nach 9 Jahren fehlende Versorgung noch technisch gemacht werden kann. Wahrscheinlich doch nur mit der Beckenkammentnahme die doch sehr schmerzhaft und risikoreich ist? Da ich ja Schmerzpatientin bin, Myarthropathie bis zur Hüfte also Schulterschmerzen und im Gesicht, kann man so einen Eingriff verantworten ? Und ich habe die endgültige Prothese nicht vertragen leider Schmerzen und Entzündung in den Kiefergelenken bekommen. Die Prothese war auch zu hart da ich unten Keramikkronen habe. Geht da überhaupt ein Implantat? Weil die Kiefergelenke mit und ohne Reposition Grad 3 sind?

Vielen Dank für eine Antwort

m



Mausezahn
Mausezahn

Hallo erst einmal !
Habe mich schon mal ein wenig eingelesen, als "alter Hase". Nun möchte ich jedem, der Angst hat eine Beckenkammtransplantation machen zu lassen Mut zusprechen. Habe das vor 10 Jahren machen lassen. Meine Unterkieferprothese (auf 4 Implantaten) hält sehr gut. Der Knochen ist zwar weiter geschrumpft, was mir etwas Sorge macht, aber bisher denke ich, das es bis dahin schon wieder eine neue Entwicklung gibt. Zu der Frage, ob man ohne Prothese rumlaufen muß, kann ich nur sagen: NEIN ! Ich habe nach der Operation ca. 5 Tage keine prothetische Versorgung, aber da sah mich ja eh keiner, also war es egal. Danach bekam ich eine UK Prothese, bzw. meine alte Prothese mit einer sehr weichen Unterfütterung. Die hatte ich dann während meiner ganzen Einheilphase. Nach 6 Monaten kam die neue Prothese rein und alles war sofort gut. Konnte e n d l i c h wieder harte Sachen beißen, wobei mir vorher die Proth. gewackelt und gekippt war. Nun steht mir die gleiche Prozedur, allerdings ohne Knochenaufbau, im OK mit 8 Implant. bevor. Werde weiter berichten, wie es mir so ergangen ist. Also KOPF HOCH !!



Dr. Frank Maier
Mitglied seit 29. 06. 2010
30 Beiträge

Hallo micky,
Entschuldigung für die späte Antwort, ich hatte Urlaub.
Die Augmentation im Seitenzahngebiet ist verhältnismäßig einfach und sicher. Für einen Sinuslift und evtl. Kammverbreiterung wird meist kein Beckenkamm benötigt. Es gibt die Möglichkeit der Knochenentnahme im Mund, Knochenersatzmaterialien und Spenderknochen. Die Ergebnisse für Beckenkammtransplantation und der anderen Alternativen bieten gleichwertige Ergebisse, lediglich die Einheilung ist bei Beckenkamm entwas schneller.
Die Schmerzsymptomatik wird sich durch den Eingriff eher verbessern als verschlechtern, da das seitengleiche Gelenk etwas entlastet wird. Allerdings ist eine Verbesserung der chronischen Schmerzsymptomatik nicht sicher.
Grüße,
Dr. Frank Maier



micky
micky

Hall Herr Dr. Frank Maier,

danke für Ihre Antwort im Juli,

inzwischen habe ich mich erkundigt, wegen der Implantate. Mir wurde gesagt daß ich vor 10 Jahren einen Bandscheibenvorfall im Kiefergelenk bekommen habe und daraufhin ja in der Verzweiflung vier OK Seitenzähne gezogen wurden. Im Lauf der Jahre hatte ich nur Schienentherapie. Seit Mai habe ich eine aktivierte Arthrose bekommen bedingt durch eine Prothesenversuch. Inzwischen habe ich eine spezielle Oberkieferschiene bekommen und diese soll immer wieder erhöht werden bis die stechenden Schmerzen besser werden.

Mir wurde gesagt daß auf die linke Oberkieferseite etwas rein muß um die Kiefergelenke zu entlasten, nur davon bekäme ich ja kein neues Gelenk, da deformiert ohne Repo Grad 3. Ein Implanteur schlug vor mit Hilfe von Stammzellen aus der Hüfte bei Narkose dies mit Konchenfremdmaterial zu vermischen und den Knochen aufzubauen. Es geht um vier Oberknochenzähne die seit 9 Jahren fehlen Dauer 3-5 Monate. Und ich solle keine Zeit verlieren da einen Schienentherapie kein Ersatz als Abstützung für ein Arthrosegelenk bietet? Halten Sie dies bei diesem großen Knochenverlust für erfolgversprechend? Mir sagte ein Prof, daß ich einen doppelten Sinuslift benötige und dies sehr schwierig sei? herzlichen Dank für die Antwort auch wenn ich weiß daß es immer schwierig ist aus der Ferne dies zu beurteilen. Herzlichen Dank
micky



Tonja
Tonja

Hallo an alle, die eine Knochenentnahme aus dem Beckenkamm vor sich haben: Ich habe diese OP vor gut 3 Wochen gemacht bekommen, allerdings nicht für einen Sinuslift, sondern ein Knochenblocktransplantat zur Aufnahme von 3 Implantaten im Oberkiefer nach Einheilen des Knochens. Ich kann sagen: Der Beckenkamm tut mir nach dieser relativ kurzen Zeit so gut wie gar nicht mehr weh, hatte 1 Woche Schmerzen dort beim Husten und Niesen, Gehen war ca. 2 Wochen etwas schmerzhaft, aber sehr gut auszuhalten. Ich hatte keinen großen Bluterguß dort. Sicherlich ist es mit Schmerzen verbunden, aber man darf auch nicht zu empfindlich sein, es geht wieder vorbei! Im Kiefer hatte ich von Anfang an eigentlich gar keine Wundschmerzen...Ist alles reizlos verheilt, lediglich beim Drücken neben dem Nasenflügel fühlt es sich etwas "fluffig" an, aber das scheint normal zu sein. Ich habe mein Provisorium(Klammerprothese) auch gleich nach dem Aufwachen wieder getragen, wurde während der OP so beschliffen, das nix drückt. Also, alles in Allem läufts bis jetzt wirklich sehr gut. Werde gerne weiter berichten.
L.G. Tonja
Eine Frage noch an die Ärzte hier: Wird der Beckenknochen eigentlich mit der Zeit umgebaut zu Kieferknochen? Die Belastung im Kiefer ist ja nun eine ganz andere wie in der Hüfte...
Danke schon mal für die Antwort
MfG. Tonja



Dr. Frank Maier
Mitglied seit 29. 06. 2010
30 Beiträge

Hallo Micky,
die Entlastung eines geschädigten Kiefergelenkes durch festsitzenden Zahnersatz ist sicher hilfreich. Natürlich werden die Gelenkschäden nicht geheilt, die Gelenkstrukturen haben aber durch die Entlastung die Möglichkeit sich besser zu adaptieren, weitere Schäden werden vermieden und die Beschwerden nehmen meist ab. Die operative Behandlung eines chronisch geschädigten Kiefergelenks selbst führt meist nicht zum Erfolg.
Großvolumige Sinuslifts zur Schaffung eines Implantatlagers sind meist erfolgreich. Auch bei großem Volumen ist keine Transplantation von Beckenknochen erforderlich. Es gibt die Möglichkeit im Mundraum Knochen zu gewinnen und mit Knochenersatzmaterialien zu ergänzen, oder Spenderknochen zu verwenden. Alle Verfahren haben ähnlich gute Erfolgschancen. Zur genauen Beurteilung sind Röntgenbilder und ein CT bzw. DVT zur dreidimensionalen Planung erforderlich.
Viele Grüße,
Frank Maier



Nanny
Mitglied seit 30. 03. 2011
83 Beiträge

Hallo Herr Dr. Frank Maier,
inzwischen habe ich die Beckenkamm-OP hinter mir und alles ist soweit gut gegangen. Die OP ist jetzt 25 Tage her. Am 10. Tag wurden die Fäden im Mund gezogen, am Beckenkamm nach 14 Tagen, da sich hier ein grosser Bluterguss gebildet hatte.18 Tage nach der OP wurde meine Prothese, die ich vorher auch schon hatte neu umgearbeitet und unterfüttert und ich komme damit ganz gut klar. 6 Wochen soll ich keine feste Nahrung zu mir nehmen. Allerdings ist diese Proth. nicht weich unterfüttert, sondern ganz normal (was heisst das genau, ist das ein gummiartiges Material, oder so ähnlich) und es wurde auch nicht gesagt, dass die Proth. in der Nacht herausgenommen werden muss. Jetzt habe ich Angst, dass vielleicht dadurch schon etwas zu viel Druck auf das Transplantat ausgeübt wurde. Ich soll erst wieder zur Kontrolle kommen, wenn Schmerzen auftreten und ich habe keinerlei Problleme. Sollte man es doch vorher kontrollieren lassen. Vielen Dank für Antwort
LG Nanny



Dr. Frank Maier
Mitglied seit 29. 06. 2010
30 Beiträge

Hallo Nanny,
Gratulation zur überstandenen OP!
Sofern es Ihnen gut geht, ist nicht zwingend eine weitere Kontrolle notwendig. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, dass möglichst wenig Druck auf das Augmentat kommt und die Wundenränder geschlossen bleiben.
Eine feste Unterfütterung ist hygienefreundlich und gut, solange keine Druckstellen auftreten. Eine weichbleibende Unterfütterung bleibt gummiartig, verschmutzt aber schneller.
Viel Erfolg bei der weiteren Behandlung,
Frank Maier