Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

3 Woche nach Implantation noch immer starkes Pulsieren

LenaMUC
Mitglied seit 24. 12. 2018
3 Beiträge

Guten Abend,

mir mir wurde vor ca. 3 Wochen ein Implantat (Camlog) im Unterkiefer (45) gesetzt. Die Operation verlief ohne besondere Vorkommnisse, das Kontrollröntgenbild zeigte einen guten Sitz des Implantates, es wurde ein ausreichend großer Abstand zum Unterkiefernerv eingehalten. Ich habe vor und nach der OP kein Antibiotikum eingenommen, da dies laut Aussage des Implantologen nicht notwendig sei.

Am Tag der Operation hielten sich die Schmerzen in Grenzen, allerdings waren sie ab dem zweiten Tag kaum auszuhalten und weder Ibuprofen (3 x 800) und Paracetamol (4 x 1000) halfen.

Die Wunde sah und sieht äußerlich sehr gut aus, keine Rötung oder Schwellung, kein Eiter. Nach dem Fädenziehen nach einer Woche (das Implantat heilt geschlossen ein) besserten sich die Schmerzen für zwei Tage, wurden dann jedoch wieder schlimmer. Sie sind immer noch nicht weg und die Stelle pulsiert sehr stark, vor allem abends oder wenn ich z. B. einen heißen Tee trinke. In der Nacht und morgens bin ich beschwerdefrei. Erst wenn ich in den Tag starte, macht sich das pulssynchrone Pochen wieder bemerkbar.

Der Implanteur hat wegen meiner Beschwerden zwei Wochen nach der Implantation eine Röntgenaufnahne gemacht, das Implantat sieht darauf perfekt aus, genauso wie das Kontrollbild am Tag der Implantation. Er kann sich meine Beschwerden daher nicht erklären.

Hat jemand von Ihnen eventuell ähnliche Beschwerden gehabt und möchte mir von seinen Erfahrungen - positiv wie negativ - berichten?
Ich befürchte, dass der Knochen um das Implantat entzündet ist. Ich weiß, dass es schwierig ist, eine Ferndiagnose zu stellen, aber vielleicht hat ja auch einer der Ärzte eine Idee? Soll ich noch etwas abwarten oder ist eine zeitnahe Explantation angeraten?

Viele Grüße
Lena



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
3953 Beiträge

hallo,
sicherlich muss man an eine entzündung und damit auch an eine entfernung denken. allerdings gibt es auch immer wieder berichte, die trotz gleicher beschwerden, nachher gut verlaufen sind. wenn sie die geduld aufbringen, sollte man noch mal ein röntgenbild und einen festigkeitstest in der nächsten woche machen.
4x1000mg paracetamol sind übrigens absolut toxisch.
gruß
b. zahedi



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
272 Beiträge

hallo Lena,

Eine Entzündung 14 Tage nach Implantatsetzung ist i. d. R. nicht auf einem Röntgenbild zu sehen. Diese Aussage stammt aus meinem Privatgutachten, erstellt durch den Direktor der Abteilung "Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie" einer großen Uniklinik.

Natürlich muss man an einer Entzündung denken, aber aufgrund deiner Schilderung zweifle ich daran. Auch ich hatte 14 Tage nach Implantatsetzung eine Entzündung. Die Schmerzen waren 24 Stunden am Stück gleichbleibend, an Schlafen war gar nicht zu denken. Da du in der Nacht und morgens beschwerdefrei bist, passt die Symptomatik eher nicht dazu. Dieses Implantat wurchs nicht ein und wurde 6 Wochen später nach einer erneuten aber erfolglosen Antibiotikumkur mit einer Pinzette aus dem Kiefer entfernt. Mir wurde ein zweites gesetzt. Dieses hat immer nur gepocht und zwar genau mit der von dir beschriebenen Symptomatik (pulssynchrones Pochen bei Anstrengung, bei heißen Getränken, beim Essen, beim Duschen, auch beim Sport, beim Bücken, etc.).

Bei mir hatte das (zweite) Implantat in der Tiefe den Kiefer durchbohrt hat. Auch das ist auf Röntgenbilder (Zahnfilm, Panoramaschicht, 3D-Aufnahmen) nicht immer darstellbar, siehe
https://www.implantate.com/forum/diskussionsforum-zahnimplantate-und-zahnersatz/falsch-sitzendes-implantat-nicht-durch-aufnahmen-darstellbar-41924/2/view.html?tx_typo3forum_pi1%5Baction%5D=show
Das Foto der Fehlpositionierung, das ich mit dem Link vom 06.12.2014 eingefügt hatte, wurde irgendwann entfernt. Mit Beitrag vom 24.07.2015 habe ich es wieder eingefügt. Es wurde während der Explantation des (zweiten) Implantats gemacht. Nach Kiefer- und Gaumenrekonstruktion wurde ein drittes Implantat gesetzt. Seitdem bin ich schmerzfrei.

Ich kann nur warnen bei Implantaten, die von Anfang an Beschwerden machen. Sie haben meistens keine lange Lebensdauer.

Zur Toxizität von Paracetamol: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2008/daz-44-2008/paracetamol-ab-wie-viel-tabletten-wird-s-gefaehrlich

Alles Gute
Agnes



LenaMUC
Mitglied seit 24. 12. 2018
3 Beiträge

Guten Abend Herr Dr. Zahedi,

herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ich werde auf jeden Fall noch etwas abwarten, bis ich das Implantat entfernen lasse. Kann ein Festigkeitstest auch durchgeführt werden, wenn das Implantat geschlossen einheilt?

Hallo Agnes,

auch Dir danke ich herzlich für Deine Antwort. Das Implantat sitzt zumindest nach links und rechts perfekt, aber es kann natürlich sein, dass es Zungen- bzw. Wangenseitig stark geneigt ist, das lässt sich evtl. durch ein DVT feststellen. Was meinst Du denn mit „in der Tiefe“?

Viele Grüße
Lena



LenaMUC
Mitglied seit 24. 12. 2018
3 Beiträge

PS: Laut Packungsbeilage beträgt die Höchstdosis von Paracetamol 4000 mg pro Tag.



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
272 Beiträge

Zitiert von: LenaMUC

Das Implantat sitzt zumindest nach links und rechts perfekt, aber es kann natürlich sein, dass es Zungen- bzw. Wangenseitig stark geneigt ist, das lässt sich evtl. durch ein DVT feststellen. Was meinst Du denn mit „in der Tiefe“?

Wenn man eine Schraube an der schmalen Seite eines Bretts "geneigt" einschraubt,, dann kann die Schraube oben mittig sitzen, aber "in der Tiefe" aus dem Brett herausragen. Das kann auch mit einem geneigt gesetzten Implantat passieren. Vielleicht lässt es sich mit DVT (= 3D-Diagnostik) feststellen, muss aber nicht - so jedenfalls bei meinem schräg gesetzten Implantat.



  • 1