Wissenschaftliche Kurzinfos (Abstracts) über Augmantations-Methoden in der Implantologie: Sinuslift, BMP, Distraktion, Knochenersatzmaterialien:

Knochenneubildung bei Sinuslifts: Vergleichende Untersuchung zwischen Knochen aus Tissue-Engineering und Beckenkammknochen


Voss P, Sauerbier S, Wiedmann-Al-Ahmad M, ZizelmannC, Stricker A, Schmelzeisen R, Gutwald R.
Bone regeneration in sinus lifts: comparing tissue-engineered bone and iliac bone.
Br J Oral Maxillofac Surg. 2010 Mar;48(2):121-6.

Der Sinuslift gehört zu den Standard-Behandlungsmethoden zur Augmentation des Kieferhöhlenbodens vor Implantattherapie im Oberkiefer-Seitenzahnbereich. In der vorliegenden klinischen Studie werden Behandlungsergebnisse nach Implantatinsertion in Knochen präsentiert, der mittels Tissue-Engineering aus Periost gewonnen wurde.

Dazu wurden Periost-Biopsien entnommen und auf Polymerplatten gezüchtet. Acht Wochen später wurden die Zellträger in den Sinus von 35 Patienten eingebracht (Testgruppe). Bei 17 Patienten erfolgte eine einzeitige Augmentation und Implantation (54 Implantate) und bei 18 Patienten wurde die Implantatinsertion drei Monate nach der Sinusbodenaugmentation durchgeführt (64 Implantate).

In der Kontrollgruppe (41 Patienten) wurde die Sinusbodenaugmentation mittels autologem Knochen aus dem Beckenkamm durchgeführt sowie 48 Implantate drei Monate nach dem Eingriff im einzeitigen und 135 Implantate im zweizeitigen Verfahren eingebracht. Die mittlere Nachbeobachtungsdauer betrug 24 Monate.

Die Augmentationen und Implantatinsertionen verliefen in der Kontrollgruppe erfolgreicher als in der Testgruppe. In der Testgruppe waren 11 Implantatverluste zu verzeichnen, während in der Kontrollgruppe nur eins verloren ging.

Schlussfolgerung: Ein Sinuslift mit autologem Knochen führt im Vergleich zu Knochen aus Tissue-Engineering zu verlässlichen und vorhersehbaren klinischen Ergebnissen. Auch wenn in den Transplantaten aus Tissue-Engineering lamellärer Knochen gebildet wurde, muss die Indikationsbreite dieser Transplantate deutlich eingeschränkt werden.

Letzte Aktualisierung am Montag, 01. März 2010