Zielsetzung Die Stabilitätswerte von Mini‑Implantaten (MI) sind uneinheitlich, und diese explorative Studie schätzte 3‑jährige Stabilitäts‑ und Überlebensraten strategischer MIs nach sofortiger versus verzögerter Belastung durch bestehende herausnehmbare Teilprothesen (RPDs).
Material und Methoden In einer Universitätsklinik und drei zahnärztlichen Praxen erhielten Patienten mit ungünstiger Zahnverteilung supplementary MIs (Ø 1,8, 2,1, 2,4 mm) und wurden randomisiert in Gruppe A (bei Insertionsdrehmoment ≥ 35 Ncm: Sofortbelastung mittels Housings; sonst Sofortbelastung durch weiche Relining‑Maßnahme) oder in verzögerte Belastungsgruppe B eingeteilt; PTVs und RFA‑Werte wurden longitudinal verglichen.
Ergebnisse Insgesamt wurden 112 maxilläre und 120 mandibuläre MIs unter 79 RPDs platziert; die 3‑Jahres‑Erfolgsraten lagen bei 92 % in Gruppe A versus 95 % in Gruppe B und 99 % in der Mandibula (ein Verlust) versus 87 % in der Maxilla (elf Verluste bei vier Teilnehmern).
Schlussfolgerung Innerhalb der methodischen Grenzen zeigten sich keine relevanten Unterschiede zwischen sofortiger und verzögerter Belastung hinsichtlich Überleben oder Stabilität strategischer MIs; die Stabilitätswerte waren niedriger als bei konventionellen Implantaten und die MI‑Ausfallrate in der Maxilla war höher als in der Mandibula mit Cluster‑Verlusten.
Torsten Mundt, Friedhelm Heinemann, Janine Müller, Christian Schwahn, Survival and stability of strategic mini‑implants with immediate or delayed loading under removable partial dentures: a 3‑year randomized controlled clinical trial, https://doi.org/10.21203/rs.3.rs-1900113/v1
