Mini-Dentalimplantate zur definitiven Prothesenverankerung – Überblick über die aktuelle Evidenz​

Hintergrund: Diese narrativ angelegte Übersichtsarbeit gibt einen evidenzbasierten Überblick zum Vergleich von Mini-Dentalimplantaten (MDI) und konventionellen Zahnimplantaten bei der definitiven Verankerung von Prothesen. Zudem werden Empfehlungen dazu formuliert, ob der Einsatz von Implantaten mit reduziertem Durchmesser in bestimmten Situationen vorzuziehen ist.

Methode: Es wurde eine Literaturrecherche mittels elektronischer Datenbanksuche durchgeführt, die folgende Themenbereiche adressierte: (1) Osseointegration, (2) periimplantäre Weichgewebscharakteristika, (3) Biomechanik, (4) Implantatüberleben und (5) Implantaterfolg.

Schlussfolgerung: Die prothetische Rehabilitation mit dentalen Implantaten sollte vorzugsweise konventionelle Implantate einbeziehen (d. h. Implantatkörper mit einem Durchmesser von etwa 3,75–4,0 mm). Kleine Implantate (3–3,25 mm) und schmale Implantate (3,3–3,5 mm) sollten primär in nicht kaulasttragenden Regionen eingesetzt werden. MDI (ungefähr ≤3 mm Durchmesser) sollten zur Verankerung definitiver Prothesen nur aus anatomischen Gründen oder patientenbezogenen Präferenzen und als letzte Behandlungsoption in Betracht gezogen werden.

Wenn MDI verwendet werden, sollten Patientinnen und Patienten im Rahmen der Aufklärung ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass es an langfristiger, qualitativ hochwertiger Evidenz mangelt, und dass sich der überwiegende Teil der verfügbaren prospektiven Daten auf MDI zur Retention von Totalprothesen bezieht.

B Wang, KS Ho, TK Neo, AC Cheng, Singapore Dent J . 2019 Dec;39(1):1-9.  doi: 10.1142/S2214607519300015. Epub 2019 May 31. Mini-dental implants for definitive prosthesis retention – A synopsis of the current evidence,  PMID: 31672092

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 07. Januar 2026

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