Was kosten Keramikimplantate?

Das muss man für die teuersten Zahnimplantate bezahlen

Zirkonoxid-Keramikimplantate sind seit einigen Jahren eine echte Alternative zu den verbreiteten Titanimplantaten. Sie zeichnen sich durch eine verbesserte Ästhetik und besonders gute Verträglichkeit aus. Die höheren Fertigungskosten, teurere Aufbauteile und eine aufwendigere Implantation sorgen allerdings dafür, dass die Kosten gut 20-30% über den üblichen Implantatkosten liegen. Weitere Informationen zu den Vor- und Nachteilen finden Sie im Kapitel Keramikimplantate.

Für Keramikimplantate muss man tiefer in die Tasche greifen
Gesamtkosten für Keramikimplantate
Preiskalkulation ohne Knochenaufbau, Zuschüsse der Krankenkasse nicht berücksichtig
Versorgung Preis
Seitenzahn-Implantat 2350–3450 €
Frontzahnimplantat 2650–3800 €
Implantatbrücke (i-b-i) 5500–6500€
Prothese auf 4 Keramikimplantaten 7600–9700 €
Implantatbrücke (3-teilig) 4800–6700 €
Feste Brücke bei Zahnlosigkeit (8 Implantate) ab ca. 22500 €

Was macht Keramikimplantate so teuer?

Höhere Materialkosten

Zirkonoxid (Y-TZP) ist deutlich schwieriger zu bearbeiten als Titan. Auch die Oberflächenoptimierung ist teurer, da dieser Prozess noch nicht für Großproduktionen standardisiert ist. Höhere Fertigungskosten, verbunden mit insgesamt niedrigeren und damit unökonomischeren Produktionszahlen, ergeben Implantat- und Aufbaupreise, die deutlich über denen von Titanimplantaten liegen. Der Preis für das Zirkonimplantat allein liegt meist jenseits der 350 Euro.

Anspruchsvollere Implantation

Planung, Positionierung, Implantatbohrung und Einbringung von Zirkonimplantaten erfordern oftmals eine noch höhere Sorgfalt als für Titanimplantate aufgewendet werden muss. Der Mehraufwand kann über den Steigerungsfaktor bei den Behandlungsgebühren höher in Rechnung gestellt werden.

Zweiteilige Keramikimplantate: flexibel

Meist teurerer Zahnersatz auf Zirkonimplantaten

Einteilige Zirkonimplantate gibt es zur Fixierung von Prothesen (Kugelkopfanker) oder für festsitzende Kronen-Brückenversorgungen. Ein Vorteil ist, dass keine zusätzlichen Kosten für Aufbauteile (Abutments) anfallen. Für die Kronenversorgung müssen die integrierten Pfosten beschliffen (vergleichbar mit dem Beschleifen eines Zahns für eine Krone) und meist mit einer provisorischen Krone versorgt werden. Aufwand und Kosten hierfür liegen in der Regel unter denen zweiteiliger Systeme.

Bei zweiteiligen Keramikimplantaten fallen höhere Kosten an, da spezielle Aufbauteile aus Zirkon (Zirkonabutments) nötig sind. Bei manchen Systemen ist eine Verklebung mit dem Implantat nötig. Anschließend muss der Pfosten durch Abschleifen in die ideale Form gebracht und dann mit einer provisorischen Krone versorgt werden.

Kostenfaktor Einheilschutz bei einteiligen Zirkonimplantaten

Viele Zirkonoxid-Implantate werden aus Stabilitätsgründen einteilig gefertigt. Einteilige Implantate sind jedoch grundsätzlich schon nach Einbringung einer Belastung ausgesetzt, die bei Keramikimplantaten vermieden werden soll. Hierfür sind spezielle Schutzschienen zur Schonung der Implantate nötig, die zusätzliche Kosten verursachen.

Was bekommt der Zahnarzt?
Honorarstpanne zwischen 2,3fachen und 5fachen Satz
Leistung 2,3 bis 5fach
Implantatplanung 114-249€
Implantation 200-434,45€
OP-Zuschlag 123€ (fest)
Röntgen, Betäubung ca. 70-110€
Freilegung (1x) 81-176€
Wechsel Aufbau (max. 2x) 40-88€
Einsetzen der Krone 171-378€
Krone als Brückenpfeiler 131-286€
Brückenglied/52-112€
1 Implantat gesamt 800-1600€
Knochenaufbau extra 60-1100€

Ein Zirkonkeramikimplantat (links) stellt sich im Röntgenbild ganz weiß (röntgendicht) dar, hier mit einer Vollkeramikkrone versorgt. Im Vergleich auch ein Titanimplantat.

Materialverbrauch und Zahnlabor
Laborpreise bei Fertigung in Deutschland
Leistung Preis
Keramikimplantat 350-500€
Abutment/Keramikpfosten 120-240€
Abdruckmaterial 20-70€
Individualisierung von Aufbauteile 80-200€
Vollkeramikkrone, Verblendkrone 250-450€
Individualisierung von Aufbauteile 80-200€
Nebenleistungen ca.20€
Material-Labor gesamt 1100-1750€

implantate.com-Fazit:

Oftmals spielt bei der Entscheidung für ein Keramikimplantat der Wunsch nach uneingeschränkter Verträglichkeit eine wesentliche Rolle. In solchen Fällen dürfte die Mehrkosten von 200-300€ sicherlich kein allzu großes Hindernis bedeuten.

Literatur

Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) 2012 
Preislisten Implantathersteller: Z-Systems, Dentalpoint
Preislisten verschiedener Dentallabore: Bartels u. Ursprung, Dentallabor Kappert in Essen, WeJo Düsseldorf, Zahnersatz Müller (Import) Ratingen

Letzte Aktualisierung am Freitag, 28. Dezember 2018