Wissenschaftliche Kurzinformationen (Abstracts) zur implantologischen Behandlung:

Poröse Kurzimplantate im oberen Seitenzahnbereich: Dreijahresbericht zu einer prospektiven Studie


Corrente G, Abundo R, des Ambrois A, Savio L, Perelli M

Int J Periodontics Restorative Dent. 2009 Feb;29(1):23-9


 

Das Inserieren von Implantaten im oberen Seitenzahnbereich wird auch dadurch kompliziert, dass durch den Knochenumbau nach Zahnextraktion den Nebenhöhlenraum flacher und das Antrum pneumatisiert wird. Erschwerend kommt oft die unzureichende Knochenqualität in diesem Kieferbereich hinzu. Angesichts der schlechten Knochenqualität mussten die ursprünglichen Implantate mit gefrästen Oberfläche eine bestimmte Mindestlänge einhalten, wodurch eine Sinusbodenelevation mit chirurgischen Mitteln notwendig wurde, entweder in lateraler Fenstertechnik oder über einen internen Zugang mit Hilfe von Osteotomen.

Durch Fortschritte bei der Oberflächentechnik von Implantaten können in diesen Fällen jetzt auch kürzere oder schmalere Implantate eingesetzt werden. Eine solche Oberfläche ist die porös gesinterte unter Verwendung von kugelförmigen Titanpartikeln, die die physikalische Verzahnung der Knochensubstanz mit der Implantatoberfläche fördern soll.

Ziel dieser Studie war es, die Erfolgsraten dieser Konstruktion im oberen Frontzahnbereich zu untersuchen, wobei gegebenenfalls ein Sinuslift mit Hilfe von Osteotomen durchgeführt wurde.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Bedeutung der Topographie der Implantatoberfläche ist bekannt. Die gesinterte Implantatoberfläche mit kugelförmigen Titanpartikeln, wie sie in dieser Studie zum Einsatz kam, erlaubt anscheinend eine bessere Verzahnung mit den Knochen, denn sie sorgt nicht nur für eine größere Kontaktfläche zwischen Implantat und Knochen, sondern auch für einen verbesserten Widerstand gegenüber Zugbelastungen ebenso wie Druck- und Scherbelastungen. Im direkten Vergleich zeigte die Version dieses Implantats mit 7 mm Länge oder darunter höhere Erfolgsraten als Implantate ähnlicher Größe, doch mit gefräster oder auf andere Weise aufgerauter Oberfläche. Durch die Verwendung eines kürzeren Implantats kann sich auch ein Sinuslift ganz erübrigen oder doch erheblich vereinfachen, indem man einen internen Zugang wählen und damit auf die Fenstertechnik mit ihren Komplikationsrisiken und ihrer höheren Morbidität verzichten kann. Die positiven Ergebnisse dieser Studie an kurzen Implantaten in Verbindung mit einem Sinuslift müssen noch in Studien mit längeren Laufzeiten und größeren Versuchspopulationen bestätigt werden.

 

Letzte Aktualisierung am Samstag, 19. Dezember 2009