Smartphone-Fotos ermöglichen Kariesdiagnose bei Kindern

Eltern können mit ihrem Smartphone Fotos der Zähne ihrer Kinder aufnehmen, die Zahnärzten eine präzise Diagnose von Karies ermöglichen. Eine Studie aus den USA zeigt: Die von Eltern aufgenommenen Bilder erreichen eine Spezifität von 97 bis 100 Prozent bei der Erkennung von sichtbarer Karies.

Forscher des Boston Children’s Hospital untersuchten 138 Kinder im Milch- und Wechselgebiss. Die Eltern fotografierten die Zähne ihrer Kinder nach einer schriftlichen Anleitung mit drei Aufnahmen: frontal, Oberkiefer von oben und Unterkiefer von oben. Zwei kalibrierte Zahnärzte bewerteten diese Fotos und verglichen ihre Diagnosen mit klinischen Untersuchungen im Operationssaal.

Das Ergebnis: Mit Ausnahme der unteren Frontzähne (Sensitivität 67 Prozent) erreichte die Foto-Diagnose im Oberkiefer und bei den Seitenzähnen eine Sensitivität von 95 bis 99 Prozent. Die Genauigkeit lag durchweg zwischen 94 und 100 Prozent. Für Patienten bedeutet dies: Smartphone-Fotos können eine erste Einschätzung liefern, ob ein Zahnarztbesuch dringend notwendig ist – besonders hilfreich für Familien mit eingeschränktem Zugang zu zahnärztlicher Versorgung.

Die Methode eignet sich derzeit vor allem für die Erkennung von sichtbarer Karies. Für Frühstadien wie Demineralisierungen oder versteckte Defekte ist weiterhin eine zahnärztliche Untersuchung erforderlich.

Quelle: Price et al., „Diagnostic Accuracy of Detecting Caries and Other Intraoral Findings Using Parent-Obtained Smartphone Photographs in Teledentistry,“ Journal of the American Dental Association, August 2025.


Letzte Aktualisierung am Sonntag, 01. Februar 2026