Schmerzen nach dem Einsetzen von Zahnimplantaten - implantate.com

Schmerzen nach dem Einsetzen von Zahnimplantaten

Angst vor Schmerzen ist ein Hauptgrund, warum Patienten eine Implantatbehandlung vermeiden. Im Vordergrund steht sicher, dass der Eingriff selbst weh tun könnte, was nicht der Fall ist (siehe Kapitel schmerzlose Implantate). Aber auch die Angst vor einer schmerzhafte Phase nach dem Setzen des Implantats, kann für Unbehagen sorgen.

Starke Schmerzen nach einer Implantatbehandlung sind untypisch

Anders als beim Zahnziehen, durch das eine offene Knochenwunde entsteht, wird bei einer Implantation der Knochen mit dem Implantat versiegelt, quasi wie mit einem Pflaster. Natürlich wird auch das Zahnfleisch geschnitten und die Knochenwunde durch das Bohren kann sich auch ein wenig melden, aber starke Schmerzen sind nach Implantaten die Ausnahme.

(keine) Schmerzen durch Implantat
Das Implantat verschliesst den Knochen

Kühlung und Schmerzmittel helfen

Gewisse Schmerzen am Tag der Operation sind natürlich zu erwarten, lassen sich aber durch leichte bis mittelstarke Schmerzmittel in der Regel gut kontrollieren. Paracetamol 500mg, Ibuprofen (400-600mg), Metamizol (z.B. Novalgin® als Tropfen oder Tabletten) sind gängige Schmerzmittel hierfür.

So früh wie möglich nach der Operation sollte mit der Kühlung der operierten Region begonnen werden, um einer übermäßigen Schwellung entgegenzuwirken. Auch hat die Kühlung einen gewissen schmerzlindernden Effekt. Eis darf dabei aber nicht direkt auf die Haut appliziert werden, da es sonst zu Schädigungen der Haut kommen kann.

Leichte Schmerzen sind am OP-Tag und 1. Tag danach typisch.

Schmerzen während der Heilung

Bereits am ersten Tag nach der Implantation werden in vielen Fällen keine Schmerzmittel mehr benötigt. Ein eventuell angesetzter Antibiotikaschutz während der Operation kann auf 1–2 Tage, bei Infektionsgefahr auch länger, fortzuführen sein. Auch können desinfizierende Mundspüllösungen in der Wundheilungsphase, die in den ersten postoperativen Tagen streng kontrolliert werden sollte, sinnvoll sein.

Ein provisorischer Zahnersatz kann nach der Implantation nur eingesetzt werden, wenn er optimal angepasst wird. Da es nach der Operation zu einer Schwellung des Zahnfleischs kommt, kann ein unangepasster Zahnersatz Schmerzen durch Druck auslösen. Ein Anpassung des Provisoriums erfolgt durch eine Unterfütterung, anfänglich am besten mit einem weichbleibenden Unterfütterungsmaterial.

Die Entfernung von Fäden erfolgt nach ca. 7–10 Tagen, auch diese können piesacken. Spätestens danach muss bei einteiligen Implantatsystemen (Aufbau ist integriert und sichtbar) oder offener Einheilung mit der Pflege begonnen werden, um eine Zahnfleischentzündung zu vermeiden.

Anhaltende Schmerzen? Hier stimmt was nicht!

Wenn in dieser Phase Schmerzen auftreten sollten, die sich nicht durch o.g. Gründe erklären lassen, muss leider eine frühe Entzündung des Implantats in Betracht gezogen werden. Die sichere Diagnose in solchen Fällen lässt dann ein bisschen auf sich warten. Erst ab ca. 10 Tagen kann sich im Röntgenbild ein verräterischer Saum um das Implantat zeigen.
Im Verdachtsfall wird -neben stärkeren Schmerzmitteln- oftmals ein Antibiotikum verschrieben. Große Aussicht auf Heilung hat man bei einer echten Entzündung damit aber leider nicht. Hier kann durch eine frühzeitige Implantatentfernung -so enttäuschend das auch sein mag- eine längere Leidensperiode vermieden werden.

Literatur

Nevins, M. u. Mellonig, J.T. ; Implantattherapie. Erfolgreiche klinische Methoden. Band 2, Quintessenz Berlin, (1999)
Bernd Koeck und Wilfried Wagner, Praxis der Zahnheilkunde - Implantologie, Elsevier, München 2005
Lindhe,J., Lang, N.P. und Karring, T.; Clinical Periodontology and Implant Dentistry, John Wiley & Sons 2008
Jokstad,A., Osseointegration and Dental Implants, John Wiley & Sons 2009
Flanagan D, Mascolo A, Flanagan D, Flanagan D, The mini dental implant in fixed and removable prosthetics: a review, J Oral Implantol. 2010 Jun 16

Letzte Aktualisierung am Montag, 11. Juni 2018
     



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