Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

 


falsch positioniertes Zahnimplantat

  • Ersteller
    Thema
  • #358189 Antworten
    Mila
    Teilnehmer

    Sehr geehrtes Ärzteteam, sehr geehrte Forumsteilnehmer,

    am 30.10.25 wurden bei mir zwei Implantate 44 und 46 im Unterkiefer eingesetzt. Gleichzeitig wurde bukkal /wangenwärts ein zweiter Knochenaufbau mit Bio Oss durchgeführt, der erste erfolgte bereits im Mai. Nach der Implantat-OP habe ich lingual/zungenseitig unter 46 eine Beule in der Schleimhaut. Es sieht so aus, als ob der Knochen seitlich beim Bohren perforiert und das Implantat falsch positioniert wurde, also in der Schleimhaut und nicht im Knochen. Als ich den Arzt darauf angesprochen habe, meinte er: „Ja, wir sind etwas drüber gekommen. Es ist aber nicht schlimm, es wird sich da ein neuer Knochen bilden.“
    Wie kann sich in der Schleimhaut ein neuer Knochen bilden, wenn ein Implantat liegt zum größten Teil unter der Schleimhaut und nicht im Knochen liegt. Ich kann es mit meiner Zunge sehr gut fühlen, auch seine Spitze.
    Muss es jetzt raus? So ein Implantat darf doch prothetisch gar nicht versorgt werden oder? Durch eine falsche Positionierung wurde es einfach unbrauchbar gemacht.
    Was würden Sie empfehlen?

    Ich bedanke mich im Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen
    Mila

Ansicht von 6 Antworten – 1 bis 6 (von insgesamt 6)
  • Autor
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  • #358250 Antworten
    zahedi
    Administrator

    Hallo,
    natürlich wird sich kein neuer Knochen um eine Implantatspitze bilden, wenn diese in der Schleimhaut steht. Da es sich ja auch um eine störende Positionierung handelt, und das Implantat zudem ein erhöhtes Risiko eines Verlusts innehat, sollte das Implantat imho entfernt werden.
    Gruß
    B. Zahedi

    #358276 Antworten
    Mila
    Gast

    Sehr geehrter Herr Dr. Zahedi,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

    Ich habe mir von diesem Kieferchirurgen bereits im Oktober 2023 die ersten zwei Implantate 34 und 36 einsetzen lassen. Gleichzeitig wurde ein Knochenaufbau gemacht. Die Freilegung erfolgte im Januar 2024. Die Brücke habe ich seit Oktober 2024. Nach der OP hatte ich an beiden Stellen lingual, da wo die Implantate lagen, auch eine komische Schwellung. Damals hat der Arzt zu mir gesagt, dass es ein Knochen sei. Er dehnt sich bei der OP aus, deswegen entstehen am Anfang solche Beulen. Das habe ich ihm geglaubt. Er ist eigentlich sehr erfahrener Kieferchirurg. Das Problem ist nur, dass ich diese Beulen auch zwei Jahre danach immer noch habe. Außerdem sieht es jetzt auf der anderen Kieferseite genauso aus, so dass ich den Verdacht habe, dass alle vier Implantate falsch positioniert wurden. Bei 34 habe ich den Eindruck, dass das Implantat genauso wie 46 lingual fast vollständig unter der der Schleimhaut liegt. Ich muss aber sagen, dass ich bei 34 und 36, die im Jahr 2023 eingesetzt wurden, keine Beschwerden hatte und habe. Dass bedeutet aber natürlich nicht, dass da alles in Ordnung ist.
    Damals vor der ersten OP hat der Arzt gesagt, dass die OP genau geplant und alles sehr genau ausgemessen wird, wo die Implantate positioniert werden sollen. Wie konnte es passieren, dass alle vier zum Teil unter der Schleimhaut eingesetzt wurden. Sieht man es während der OP gar nicht?
    Wenn jetzt alle vier Implantate entfernt werden müssen, dann befürchte ich, dass der Knochen im Unterkiefer komplett ruiniert wird, da 34, 35, 45 und 46 aufgrund einer Zahnnichtanlage in diesem Bereich schon seit mehr als dreißig Jahren fehlen. Nach einer Explantation bleibt dann von dem Knochen wohl nicht viel übrig.
    Was soll ich machen?

    Vielen Dank im Voraus.

    Mfg
    Mila

    #358300 Antworten
    zahedi
    Administrator

    bevor Sie weitreichende Entscheidungen treffen, sollte der Befund objektiviert werden. Hierzu ist ein DVT (3D-Röntgen) die beste Option. Man kann dadurch die Implantatposition im Knochen sicher beurteilen und sich für die richtigen Massnahmen entscheiden.

    #358459 Antworten
    Mila
    Teilnehmer

    Sehr geehrter Herr Dr. Zahedi,

    auf Ihr Anraten habe ich mir eine 3D-Aufnahme machen lassen.

    Hier ist der Befund:

    1) Das Implantat regio 46 (Implantation am 30.10.25) liegt supraossär auf tissue-level. Geringfügige orale Perforation des Compacta-Knochens. Apikal ist ein Teil nicht knöchern gefasst aber schleimhautgedeckt.

    2) Das Implantat regio 44: noch nicht knöchern ausgeheilte Alveole nach Implantatentfernung am 01.12.25 (Implantation am 30.10.25) ist deutlich ersichtlich. Es besteht eine Verbindung des Nervenkanals zur Implantationsstelle. ( Habe noch ein leichtes Taubheitsgefühl im Bereich der Unterlippe.)

    3) Das Implantat regio 36 (Implantation am 05.10.23) ist größtenteils osseointegriert. Die orale und vestibuläre knöcherne Fassung ist sehr zart und insb. im Bereich der Implantatschulter können eventuell Gewindegänge freiliegen. Die Osseointegration an der mesialen Implantatflanke ist weniger ausgeprägt als distal, eine eventuelle bindegewebige Fassung ist hier nicht auszuschließen.

    4) Das Implantat regio 34 (Implantation am 05.10.23) steht im Winkel der UK Frontzähne, welche sehr protrudiert anguliert sind. Der Alveolarkamm ist weit atrophiert und bietet für eine Implantation ein geringes Knochenangebot. Der Alveolarkamm steht aber aufrechter als die Neigung der Zähne vermuten lässt, so dass das Implantat regio 34 nur partiell knöchern gefasst werden konnte und nicht in ideal-kongruenter Achsneigung zum vorhandenen Alveolarkamm inseriert wurde. Insbesondere die orale Kontaktfläche schein nicht ossär gedeckt zu sein. Durch die starke Angulation des Implantats steht der apikale Teil paramandibulär. Die Versorgung des Implantats erfolgte durch abgewinkelte Abutments. (Die prothetische Versorgung erfolgte im Oktober 2024). Der statische Belastungsvektor liegt dabei außerhalb des Implantatmittelpunkts und ist ebenfalls nicht deckungsgleich mit der Implantatausrichtung.

    Soll ich jetzt alle Implantate entfernen lassen?

    Würde mich auf Ihre Rückmeldung sehr freuen.

    #358461 Antworten
    zahedi
    Administrator

    Das ist ja eine ganze Latte an Befunden, die da zusammenkommen. Eine Entfernung eines Implantats ist sicher indiziert, wenn es Schäden verursacht (Nervkanalverletzung, Taubheitsgefühl) oder Krankheitsprozesse verursacht (Entzündungen).
    Schwieriger wird die Abwägung bei möglichen Probleme oder nur Befunden, die eine nicht korrekte Positionierung/Behandlung zeigen. Die Entfernung geht schliesslich mit einem nicht unerheblichen Defekt einher, der eine erneute Versorgung mit einem Implantat infrage stellen kann.
    Suchen Sie sich am besten einen erfahrenen Behandler, der die Optionen mit Ihnen vernünftig auslotet.
    Gruß
    B. Zahedi

    #358462 Antworten
    Mila
    Teilnehmer

    Sehr geehrter Herr Dr. Zahedi,

    vielen Dank für Ihre Meinung.

    Mila

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Antwort auf: falsch positioniertes Zahnimplantat
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