Zahnkronen aus Metall: Goldkrone, Stahlkrone oder Titan

Mit Goldkronen hat die Rettung von geschädigten Zähnen angefangen, da reines Gold ist sehr weich und war daher ohne höchste technische Ausstattung gut formbar war. Auch heutzutage gelten Goldkronen im Seitenzahnbereich noch als sicherste und dauerhafteste Versorgungsform, wobei metallische Kronen ästhetisch nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen und mehr und mehr von vollkeramischen Zahnkronen verdrängt werden.

 

Goldkrone Zahnkrone aus Gold
Goldkronen auf Gipsmodell

Goldkrone teuer, Stahlkrone billig

Bei den rein metallischen Kronen ist die klassische Goldkrone ("Goldzahn") sicherlich die Bekannteste. Gold lässt sich sehr gut und damit passgenau verarbeiten und gilt als sehr gut mundverträglich, was bleibende Pluspunkt sind. Kassenrechtlich sind Metallkronen keine Privatleistung, unterliegen somit der Kassengebührenordnung und der damit geringeren zahnärztlichen Honorierung. (Siehe auch Sparen beim Zahnersatz). Durch die gestiegenen Goldpreise (Edelmetallmenge) ist eine Goldversorgung preislich trotzdem fast unkalkulierbar teuer geworden (ca. 60€/Gramm!). Stahl dagegen gilt zwar als nicht optimal mundbeständig und schwieriger zu verarbeiten, aber durch die geringen Produktionskosten ist die Stahlkrone als besonders wirtschaftliche Kronenversorgungen fast unverzichtbar. Titankronen sind zwar sehr gut mundverträglich, aber in der Fertigung kompliziert und sind aufgrund ihrer grauschwarzen Gestalt ästhetisch sogar vom (zweifelhaften) Charme einer Goldkrone weit entfernt. Aber wer Ästhetik in den Vordergrund stellt, entscheidet sich eh für Vollkeramik.

Grundsätzlich lassen sich Metallkronen mit zahnfarbener Keramik ummanteln (Verblendung) bzw. verschönern, damit werden sie zu Metallkeramikkronen (Verblendkronen).

  • Haltbarkeit: unverwüstliches Material, gute-sehr gute (Stahl, Titan) bis optimale Randpassung (Gold).
  • Verträglichkeit: Sehr gut bei Gold, noch besser bei bei Titan; Stahlkronen sind biologisch nicht unumstritten. Weniger Zahnabtrag notwendig als bei keramischen Kronen.
  • Aussehen: metallische Kronen geniessen heutzutage allenfalls in entfernten Kulturkreisen eine gewisse Attraktivität.
  • Kosten: Stahl und Titan sind preiwerte Materialien, Gold ca. 60€/Gramm, daher unkalkulierbar. Metallkronen sind Kassenleistung. Das senkt das Honorar für den Zahnarzt. Weitere Infos zu Kosten einer Zahnkrone.

Metallkronen: Abdruck meist unvermeidbar

  1. Beschleifen (Präparation) des Zahnes
  2. Abformung (Abdrucknahme) klassisch mit Abdruckmaterialen, die im Munde fest werden
  3. Modellherstellung (Gips) im Dentallabor; Fertigung im Aufwachstechnik-Gußverfahren; Fräsen (CAD/CAM) für Stahl und Titan oder Lasersintern möglich
  4. Eingliederung mit Zement/Kleber der Krone auf den Zahn zur dauerhaft-dichten Verbindung nach Feinanpassung an Zahn und Restgebiss.

Für die Übergangszeit zwischen Abdrucknahme und Fertigstellung der Krone ist eine provisorische Krone (Provisorium) notwendig.

implantate.com-Fazit:

Goldkronen sind oldschool und werden daher immer ihre Fans haben. Stahlkronen sind eher ein Muss aus Kostengründen denn ein Wunsch von Patient oder Behandler.


Literatur:

Wolfgang Gernet, Reiner Biffar, Norbert Schwenzer und Michael Ehrenfeld; Zahnärztliche Prothetik; Thieme-Verlag (9. März 2011)
M. Kern, R. J. Kohal, A Mehl und P Pospiech, Vollkeramik auf einen Blick: Leitfaden zur Indikation, Werkstoffauswahl, Vorbereitung und Eingliederung von vollkeramischen Restaurationen; Arbeitsgemeinschaft f. Keramik in d. Zahnheilkunde (Mai 2012)

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 12. April 2017



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