Deutlich mehr Karies bei Kindern mit Migrationshintergrund

Die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) zeigt erstmals systematisch: Migration ist ein unabhängiger Risikofaktor für schlechtere Mundgesundheit bei Kindern. Während 88 Prozent der Zwölfjährigen ohne Migrationserfahrung kariesfreie Zähne haben, sind es bei Kindern der ersten Generation nur 40 Prozent.

Die Studie, die von 2021 bis 2023 rund 3.400 Menschen verschiedener Altersgruppen untersuchte, dokumentiert damit erstmals die deutliche gesundheitliche Ungleichheit im Bereich der Mundgesundheit. Der Unterschied von 48 Prozentpunkten bei der Kariesfreiheit zeigt, dass präventive Maßnahmen Kinder mit Migrationshintergrund bisher nicht ausreichend erreichen.

Für die zahnärztliche Praxis bedeutet dies: Besondere Aufmerksamkeit ist bei der Beratung von Familien mit Migrationshintergrund erforderlich. Sprachbarrieren und unterschiedliche kulturelle Ansätze zur Zahnpflege müssen berücksichtigt werden. Die Früherkennungsuntersuchungen Z1 bis Z6, die seit Januar 2026 im Gelben Heft dokumentiert werden, sollen helfen, alle Kinder gleichermaßen zu erreichen.

Die DMS 6 zeigt gleichzeitig auch positive Entwicklungen: Insgesamt sind 78 Prozent der Zwölfjährigen kariesfrei – ein Erfolg der jahrzehntelangen Präventionsarbeit. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Erfolge für alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen zu erreichen.

Quelle: Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6), März 2025.


Letzte Aktualisierung am Samstag, 21. Februar 2026