Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Antwort auf: Titan-Unverträglichkeit

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Titan-Unverträglichkeit

Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4038 Beiträge

Hallo Fr. erdmann,
wenn die Probleme erst durch den Zahnersatz auf den Implantaten gekommen sind, wurde da auch versucht nur die Zanersatzkonstruktion abzunehem, die Implantate schlafen zu legen und dann zu schauen, ob die Beschwerden verschwinden?
Gruß
B. Zahedi



Ursula Erdmann
Ursula Erdmann

Genau dieses haben wir getan für ca. 3 Monate
waren alle Impl. rausgeschraubt. Durchfälle wurden besser,aber da es sich mit einer Vollpro.
nicht gut essen lässt ließ ich mir nur den UK wieder einschrauben (da ich glaubte vom UK kann es nicht kommen) Versorgung der Proth.
OK+UK aus Paladon 65 ausgekocht.
24 Std nach einschrauben des UKs bekamm ich unerträgliche OK Schmerzen ob wohl da gar nichts gemacht worden war,diese verschwanden
auch innerhalb eines Tages wieder.Durschfälle fingen wieder nach 4 Tagen an.Nach 2 Wochen rauschten wir die UK-Aufbauten gegen Protcaufbauten aus,jedoch der OK entzündete
sich völlig und ich bekam wahnsinnge Kopfschmerzen,konnte meinen Kopf nicht auflegen meine Fersen fingen an zu brennen.
Von meinem Hausarzt bekam ich schon Transtec-Schmerzpflaster die aber die Schmerzen nur im Rücken und in den Beinen
linderten nicht im Kopf.
Im April 2002 ging ich dann ambulant in die Neurologie Bonn die mich sofort mit meinem
schlechten Allgemeinzustand stationär behandelte.Ich bin Privatversichert Sie könnnen
sicher sein das vonA-Z (Nervenwasserenahme-
Augen-Neurolog Untersuchungen in 7 Tagen alles mit mir gemacht worden ist.
Ein MRT ergab lt.Radiologen Sinusitis jedoch
der Prof der HNO verneinte Pseumo-Sinus Dilatans.Die Kieferchirg.bescheinigten mit zwar
eine Paradontitis auf den OK Impl. die ja immer noch völlig entzündet waren aber lehnten ab
das meine Kopfschmerzen von den Impl. kommen könnte.Wieder in Trier zu Hause mit
meinen irren Kopfschmerzen ging ich noch einmal zur HNO die mich auch an Sinusitis
operierten(was völlig falsch war) meine Kopfschmerzen wurden nicht weniger dazu hatte ich auch Myofacialebeschwerden.Jedoch halfen die HNo Leute mir zu der Adresse
Dr.Dr. Rixecker der nach den ersten Aufnahmen
den OK explantierte.Nun habe ich schon einen Roman geschrieben der aber noch nicht ausreicht.Aus beruflichen Gründen muss ich jetzt Schluß machen
Beantworte aber jede weitere FRage
Sorry für die Rechtschreibfehler bin in Eile.
Gruß

P.S Vielleicht wissen Sie wie wir heute auf einer
völlig wackelden Totalen wieder einen Biss finden Kiefergelenk knackt-HWS-Beschwerden



Ingrid Stephani
Ingrid Stephani

Hallo Fr. Erdmann!
Ich finde es gut das sich jetzt auch mal welche melden die von einer Unverträglichkeit gegenüber Titan berichten. Ich habe mit 98 2 Implantate im UK setzen lassen und bin von da ab von einem Arzt zum anderen gelaufen, bis ich zurückverfolgte und das nur in Verbindung mit den Implantate führen konnte.
Meine Beschwerden fingen mit Magen - Darm an und endeten mit allerg. Asthma.
2000 habe ich dann ein Kieferchir. gefunden der mit diese Implantate entfernt hat und mit ging es von Tag zu Tag besser. Dieses Jahr habe ich mir dann Zirkonimplantate setzen lassen und habe keinerlei Schwierigkeiten.
Welche Test hat dann dieser Dr. Dr. Rixecker bei Ihnen durchgeführt. Denn mir wurde gesagt einen tatsächlichen Allergietest gegen Titan gibt es nicht.

Mit freundlichen Grüßen
I. Stephani



Dr.Dr.Konrad Jacobs
Dr.Dr.Konrad Jacobs

Sehr geehrte Frau Jülich!
Sie sehen - das Thema wird kontrovers diskutiert.
Ich selbst habe Jahre die Meinung von Dr. Zahedi und Dr.Ruediger vertreten und war überzeugt - es gibt keine Titanallergie.
Aber: bei nahezu 10.000 Implantionen hatte ich tatsächlich zwei Fälle einer Unverträglichkeit der titanimplantate. Um die Implantate zeigte sich eine Rötung, beide Patienten fühlten sich unwohl . Ich habe dann die "noch jungen, also noch nicht eingeheilten, Implantate mit Zirkonimplantaten ersetzt - und siehe da, beiden Patienten ging es schlagartig gut.
Mag ja sein, dass der Glaube Berge versetzt:
aber wenn die Möglichkeit besteht, das Bessere zu bekommen und es sich zu leisten - was spricht denn dann dagegen?
Wichtig: Zirkonimplantate brauchen eine gewissen Länge, sind schwieriger zu implantieren und nicht sofort zu belasten.
Ideal: Ein Zahnarzt, der beides kann. Zuerst ein titanimplantat setzen: geht das gut, geht alles gut. Allergie, wenn es diese denn gibt, oder eben Aversion, Unbehaglichkeit, kommt sofort. Dann wird man dieses austauschen und alles in Keramik machen.

In einem Punkt stimme ich allerdings mit allen vorrednern überein: ein noch so guter Heilpraktiker kann keine Unverträglichkeit vor der Operation, sozusagen mit der Austestung, feststellen. Dazu bräuchte er ein steriles, nicht noch so gering verunreinigtes Implantate - und das hat er sicher nicht.
... für ein gutes Implantat, welches dann ja ewig halten soll, kann man auch einmal ein paar Kilometer fahren, der Operationstag ist doch sowieso kein Arbeitstag !

Ihr
Dr.Konrad Jacobs



K.-J.Mathes
K.-J.Mathes

Hallo Herr Kollege Jakobs,
wenn Sie tatsächlich 2 Fälle einer Titanunverträglichkeit haben, dann halte ich Sie für moralisch verpflichtet, diese Fälle zu publizieren und auf die Patienten dahingehend einzuwirken, daß sie sich entsprechend untersuchen lassen. Es handelt sich dann nämlich um eine medizinische Sensation ersten Ranges. Solange nicht positiv ausgeschlossen ist, daß es sich um ein anderes Ereignis als eine Unverträglichkeit handelt, halte ich die Aussage, es sei eine Unverträglichkeit gewesen für nicht belegt.
Im Übrigen würde mich interessieren, über welchen Zeitraum Sie über Erfahrung mit Zirkon-Implantaten verfügen. Ich hatte gerade das Vergnügen, Herrn Prof. Glanz aus Schweden zu hören, der, wenn ich ihn richtig verstanden habe, einen anderen Implantatwerkstoff als Titan kategorisch ausschloß und das sehr schön wissenschaftlich begründete.
Viele Grüße
K.-J. Mathes



Frank
Frank

Herr Mathes

Tut mir leid, aber da muss ich gehörig widersprechen (ihnen und Kollegen Glanz).

Man kann in der Medizin NICHTS wirklich wissenschaftlich beweisen. Medizin ist keine Wissenschaft, Medizin ist eine Kunst (also das Gegenteil)!

All die sogenannten "wissenschaftlichen Besweise" in der Medizin basieren in erster Linie auf Statistik, und Statistik beweist nie irgend etwas (im Sinne eines unwiderruflichen mathematischen Beweises), weil man mit der entsprechenden Versuchsgruppe und Wahrscheinlichkeitsrechnung alles "beweisen" kann, was man will...

Medizin ist eine Kunst und somit letztlich eine Glaubenssache. Und deshalb ist es irrelevant ob Titan gut oder schlecht ist. Wichtig ist, dass der Patient zufrieden ist. Und wenn der Patient mit Titanimplantaten Probleme hat, die dann beim Ersetzten durch Zirkon verschwinden, dann ist es egal, ob das Titan oder was anderes die Ursache ist (oder sogar ein Plazebo-Effekt). Hauptsache, der Patient ist zufrieden und Hauptsache, der Patient hat immer eine Alternative, und kann auswählen.

Zu guter letzt sind Titanimplantate im Frontbereich sowieso suboptimal, weil das dunkle Titan oftmals durch das Zahnfleisch durchschimmert (da nützen auch Keramikaufbauten nichts). Und da in der Kunst nun mal die Ästhetik vorrangig ist, wird Zirkon immer besser sein. Und in 10-15 Jahren werden keine Titanimplanatate mehr gesetzt werden, egal wie gut sie sind, weil keine Nachfrage mehr bestehen wird seitens der Patienten (genau wie heute bei Amalgam und Goldfüllungen, auch wenn die Ersatzwerkstoffe sogar qualitativ minderwertig sind). Davon bin ich überzeugt. Deswegen sage ich, ein Zirkonimplantat ist eine Investition in die Zukunft, weil es auch in 15 Jahren noch der Mode entsprechen wird.

Willkommen in der Welt der Medizin als Kunst, nicht Wissenschaft !!



Frank
Frank

Zirkonoxyd ist weiss, im Gegensatz zu Titan (Schwaz), deshalb schimmert nichts durch das Zahnfleisch.

Zirkon ist als Element ein Metall, weil in der Periodischen Tabelle der Elemente fast alle Elemente "Metalle" sind (mit Ausnahme von H, He, B, C, N ,O, P, F, S und ein paar anderen). In diesem Sinne besteht auch Keramik aus "Metall". Aber biologisch gesehen ist Zirkonoxyd Keramik, während Titan, trotz allem, ein Metall ist.



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4038 Beiträge

Hallo "Frank",
mit dem beweisen in der Wissenschaft haben Sie sicher nicht ganz unrecht.
Aber
a) Titanimplantate sind nur in Ausnahmefällen ein ästhetisches Problem (Schlechte Platzierung zu dünnes Zahnfleisch)
b) solche Fälle mit Zirkonimplantaten versorgt bedeutet, dass es dann weiss (und nicht zahnfarben) durchschimmert, auch keine ästhetische Offenbarung.
c) mit Keramikimplantaten lassen sich nur ein Teil der Zahersatzaufgaben lössen, da die Aufbauten nicht flexibel gewählt werden können.
d) wenn es nun auch Probleme mit Titanimplantate gibt, so sind es mit Sicherheit Raritäten und kein generelles Problem.
e) es gibt auch Allergien gegen Keramiken. Hier können wir noch gar nicht wissen, ob -wenn auch genauso selten wie beim Titan- bei einer generellen Anwendung nicht doch auch Probleme auftreten.
Gruß
B. Zahedi



K.-J. Mathes
K.-J. Mathes

Hallo "Frank",
eigentlich möchte ich mir die Antwort auf Ihr Schreiben schenken. Aber man muß etwas klarstellen: Die Medizin ist definitiv eine Naturwissenschaft, die auch nur dadurch, daß sie nach naturwissenschaftlichen Kriterien arbeitet, für die Menschen einen Fortschritt erzielt. Es ist egal, welche Bereiche der Medizin Sie nehmen, ich weis nicht, wo die "Glaubenden" die Medizin je voran gebracht haben. Alle Erfolge in der Tumorbehandlung z.B. sind der klassischen forschenden Schulmedizin zu verdanken. Und auch die wiederholte Behauptung des Gegenteils ändert daran nichts.
Und noch etwas zum Verständnis von Statistik. Die Statistik behauptet nicht, den Einzelfall vorhersagen zu können. Sie gibt nur an, z.B. in der Medizin, mit welcher Behandlung man bei den meisten Menschen mit einer bestimmten Krankheit einen Heilerfolg erzielt. Und das tut sie sehr sauber. Und ich fühle mich bei einem Arzt gut aufgehoben, der die Behandlung durchführt, die die größte Aussicht auf Erfolg bietet und nicht die, die auch schon mal geklappt hat. Und die Aussage, daß man in der Medizin nichts beweisen könne, ist schlicht falsch.
Willkommen in der Welt der naturwissenschaftlichen Medizin!



Irene Jülch
Irene Jülch

Sehr geehrter Dr. Jacobs!
Bin überrascht, welche Ressonanz das Problem meiner Tochter hat. Es beschäftigt anscheinend nicht nur uns.
Ich möchte eine ergänzende Anmerkung zu der ganzen Diskussion machen. Der "Heilpraktiker" ist ein Dr. med. dent. mit Zusatzausbildung Heilpraktiker. Er war 20 Jahre in einer "normalen" Praxis tätig und hat schon lange erkannt, dass die Zähne die Ursache vieler Beschwerden sein können und dementsprechende Fortbildungen besucht. Vor einiger Zeit hat er eine eigene Praxis für Ganzheitliche Zahnkunde eröffnet.
Und: er hatte ein steriles Implantat zur Austestung (von dem Zahnarzt, der die Implantation vornehmen sollte)!
Mit freundlichen Grüßen und Dank für Ihren hilfreichen Beitrag

Irene Jülch