Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Peripheres Riesenzellgranulom

Dirk
Mitglied seit 30. 12. 2009
1 Beiträge

Hallo,

momentan schlage ich mich mit folgendem Problem herum:

An einem Frontzahn bestand der Verdacht auf eine Zyste. Deshalb sollte eine Wurzelspitzenresektion erfolgen, die aber letztendlich nicht möglich war, weil der entzündete Bereich zu groß war. Ergebnis: Zahn gezogen; Implantat soll gesetzt werden. Die Histologie hat dann ein peripheres Riesenzellgranulom ergeben. Horror! Die Doc`s vertreten die Auffasung, dass zunächst die Abheilung der Wunde abgewartet und beobachtet werden soll, ob sich ein Rezidiv des Granuloms bildet. Dann soll in ca. 6 Monaten ein Implantat gesetzt werden, was - trotz Rauchen - wohl noch ohne Knochenaufbau geht. Hatte jemand schon ähnliche Erfahrungen und kann hierzu etas mitteilen? Besonders interessiert mich alles um dieses ätzende Granulom...Alles was ich da so googlen konnte und auch die Aussagen der Ärzte - ist alles nur halb so schlimm - beruhigen mich nicht wirklich.

Vielen Dank.



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4018 Beiträge

Hallo,
man sollte hier auf jeden Fall einige Zeit vergehen lassen, da so ein Granulom wiederkommen kann. Es ist zwar nichts bösartiges, aber im Frontzahnbereich ist die Ästhetik besonders wichtig und man sollte erst in sichere bzw. sicher absehbare knöcherne/gingivale Verhältnisse implantieren.
Gruß
B. Zahedi



Lena
Lena

Liebe Betroffene,

wenn man auf beliebigem Weg herausgefunden hat, dass man ein Riesenzellgranulom im Kiefer trägt und dann "googlet", liest man nur Hiobsgeschichten. Ich bin 24 Jahre alt, war auch betroffen und bei mir ist es gut gegangen - und zwar OHNE MICH überdimensioniert AUFZUSCHNEIDEN. Insgesamt war ich bei 5 Ärzten - einer hat sich etwas zurückgenommen, einer erkannte es nicht und 2 wollten das Ding radikal entfernen. Es gibt wohl KAUM LITERATUR zu anderen Therapiearten. Aber dann hatte ich Glück. Doch zuerst mal der Anfang, die Monatsangaben sind sicher auch interessant:

März:
Mein Eckzahn unten links (33) war seit einiger Zeit merkwürdig LOCKER UND WACKELTE wie ein Milchzahn, außerdem hatte ich den Eindruck, er würde "nach oben" gedrückt. Ich ging zum Zahnarzt und im Vitalitätstest ergab sich, dass die 33 avital ist. Röntgenbild: eine Art "Blase" befand sich am Wurzelansatz und hatte eventuell die Versorgung des Zahns gestoppt und das Absterben bedingt. Allerdings handelte es sich bei dieser "Blase" nicht um eine Zyste – denn sie war nicht klar abgegrenzt und rundlich, sondern ein wenig "ausgefranzt". Kurzum: wir wussten nicht, was das für ein Ding ist, führten eine Wurzelbehandlung des toten Zahns durch (ohne Wurzelspitzenresektion) und beendeten die Therapie. Was die Ursache betraf, so wurde mir erläutert, dass derartige Symptome Nachwirkungen eines SCHLAGTRAUMAS sein können; heftige Erschütterungen wie ein Autounfall o.ä. Ich erinnerte mich, dass mir im vorherigen Juni ein ziemlich großer Hund aus Freude von unten gegen das Kinn sprang, so dass ich ein paar Sekunden schwindelte...

April:
Ich wechselte zu einem anderen Zahnarzt mit angeschlossener Kieferchirurgie, wir röntgen erneut – die "Blase" war gewachsen. Obwohl weder Zahnarzt noch Kieferchirurgin wussten, was es war, stand eins fest: zeitnah rausholen! Da dieser Eingriff unvermeidlich war, verzichteten wir auf ein 3D-DVT (das war ein Fehler! Gebt das Geld aus, um genau zu sehen, welchen Raum das Granulom einnimmt!).

Mai/Juni:
Wenig später fand die OP statt – der Eingriff dauerte ungefähr 25 Minuten. Wir wussten nicht genau, wie groß der Defekt war: ist er kleiner als 1,5 cm, blutet der Bereich von selbst aus und verknöchert. Bei größeren Defekten ist es sinnvoll, ein pulverisiertes KNOCHENERSATZMATERIAL zu transplantieren (ein angerührtes Pulver, das eingegossen wird. Ich weiß nicht, ob man das dann sogar machen MUSS, auf jeden Fall zahlt es die Kasse nicht, was eine Frechheit ist, die aus dem Bundesmantelvertrag der Zahnärzte entsteht und bei uns auch in einem Rechtsstreit endete, den wir leider verloren. Man muss sich das vorstellen: Intraoperativ bietet sich nur EINE Behandlungsmöglichkeit ab einer bestimmten Defektgröße an, und für die gibt es keinerlei Unterstützung - "Pech" für die, die betroffen sind. Rechnet mit 150-250 EUR. Die behandelnden Ärzte können ja nichts dafür...). Mein Defekt war 2,2 cm groß und erstreckte sich über die Zähne 33-32 – wir mussten zwei Päckchen des Knochenersatzmaterials verwenden. Operiert wurde im Bereich 34-31.
Die OP ist eine Zerreißprobe für die Nerven: es tut nicht weh (dank der wirkungsvollen Betäubungsspritzen), aber man spürt den Druck und hört die Geräusche; die Wurzelspitzenresektion merkt man überhaupt nicht. Während der OP wird das Zahnfleisch etwas zur Seite geschoben, der Knochen ein wenig aufgebohrt (das ist nicht anders als beim Zahnarzt!) und dann wird - naja... "gekratzt" bis alles weg ist und das Zahnfleisch wieder geschlossen.
Das kaugummi-zähe, braune Gewebe ging in die Hystologie.

Juni:
Nach 2 Wochen Brei-essen wurden die Fäden entfernt und die Hystologie gab das Ergebnis aus: REPARATIVES RIESENZELLGRANULOM. Selten, vorzugsweise bei Frauen zwischen 15-30 Jahren, meist links, spontane Zellmutation, entsteht auch durch den Heilvorgang nach einem Schlagtraumata, gehört zur Gruppe gutartiger Tumoren, in ca. 10-20 % der Fälle rezidiv.
Es ging mir schnell wieder gut, die Zähne waren wieder fest verankert im neu-entstehenden Knochen und für November vereinbarten wir eine kleine Nachkontrolle.

Oktober:
Die 34 wackelte, fühlte sich "wattig" an und wie "nach oben" gedrückt... Ich ging sofort wieder zur Kieferchirurgin und dann begann mein Horror!!! (Mir steigen die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, was mir alles Schlimmes gesagt wurde und wie fantastisch es dennoch endete.)
Meiner Chirurgin fielen fast die Augen raus, als ich mit den Beschwerden zu ihr kam. Wir machten diesmal sofort ein DVT um genau zu sehen, was in dem Kiefer los ist: der aufgefüllte Teil 33-32 war wunderbar verheilt, alles aus frischem, neuem Knochen. Doch von der 34 aus dehnte sich ein "neues" zentrales Riesengranulom sehr viel aggressiver und schneller nach hinten in Richtung 35 aus – Hypothese: bei der OP blieb ein winziger Teil an der Grenze von 33/34 zurück, der sich über den Sommer ausdehnte. Die Zeit drängte hier etwas, da im Bereich der 35 der Nervus alveolaris liegt – der Tumor sollte nicht bis dorthin kommen! Gut, dachte ich – dann müssen wir diesen unangenehmen Eingriff eben wiederholen. Meine Chirurgin war anderer Meinung: der Defekt sei so groß und aggressiv, dass sie auf „Nummer Sicher“ gehen wollte: nicht wie vorher „von vorn“ über das Zahnfleisch, sondern „von oben“ – im Klartext:Extraktion von 33 und 34, um den Tumor zu entfernen. In meiner Naivität dachte ich, die anderen Zähne oder „Kronen“ kommen dann in der OP „wieder drauf“ und alles ist erledigt… Wir planten eine OP-Besprechung in zwei weiteren Wochen.

Mitte Oktober:
Zwischenzeitlich hatte ich einen Kontrolltermin bei meinem o.g. neuen Zahnarzt; ich erzählte ihm von der OP und dem Wiederauftreten des Tumors. Auch er war schockiert, dass der Tumor rezidiv war. Er schaute sich die Zähne an: nicht nur 34, sondern auch 35 waren langsam locker. Dann redete er Tacheles mit mir und empfahl, gleich drei Zähne zu extrahieren: 33, 34, 35, um den Tumor radikal und restlos beseitigen zu können. Er meinte auch, dass bei der OP eine nicht geringe Gefahr besteht, den Nervus alveolaris zu beschädigen – dann ist der Unterkiefer auf der linken Seite erst mal taub, regeneriert sich aber im Laufe einiger Monate/ weniger Jahre. Dem noch nicht genug: wenn der Tumor entfernt und Ersatzmaterial transplantiert ist, kann man nicht sofort mit dem Knochen arbeiten (der ist ja dann auch noch nicht aufgebaut). Es dauert ungefähr ein ¾-Jahr, in dem der Knochen aushärten muss – also bis nächsten August. Ist das ¾-Jahr vorbei, werden an die Stelle der 3 Zähne Implantate gesetzt. Da saß ich also und hörte was von Taubheit, einem Jahr mit fehlenden Zähnen und einer Folge-OP für drei Implantate – mit 24. Ja, es gibt sehr viel furchtbarere Sachen auf der Welt, aber für jeden ist sein individuelles Leid das Schlimmste; ich musste mich übergeben und verfiel zwei Stunden in Schockstarre.

Ende Oktober:
Wir akquirierten mit der Familie alle Kontakte, die sich uns irgendwie boten, um andere Behandlungen zu finden und wurden bei zwei plastisch-ästhetischen Chirurgen, die sich alle untereinander kannten, vorstellig: beim ersten wurde mir Blut abgenommen, um es auf den BRAUNEN KNOCHENTUMOR zu testen – sollte dieser Test positiv ausfallen, so könnte das Granulom durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse entstanden sein, die mit einer Hormontherapie behandelt werden kann, so dass sich der Tumor von selbst zurückbildet (ich schreibe natürlich sehr laienhaft!). Der Test war negativ. Wir besprachen also „nach Buch“ den wahrscheinlichen Ablauf des nächsten reichlichen Jahres bei diesem seltenen Krankheitsbild; im Wesentlichen mit den gleichen Punkten: Radikales „Ausräumen“, Tumor großzügig entfernen, eventuelle Taubheit durch beschädigten Nerv, fast ein Jahr eine Lücke in Größe von drei Zähnen ab dem Eckzahn (er riet auch von einem Provisorium ab, damit der neue Knochen nicht belastet würde). Danach OP für zwei Implantate (35 und 33), später das Aufsetzen der künstlichen Zähne auf die Implantate und die 34 als Brücke dazwischen. Der Chirurg machte uns aber nichts vor und es ging noch weiter: Implantate seien in erster Linie für ältere Menschen und deshalb auf eine Haltbarkeit von +/- 20 Jahren ausgelegt – mit Mitte 40 hätte ich also eventuell neue Implantate gebraucht. Wir sprachen ihn auf die Menge des Knochenersatzmaterials an und er hob die Augenbraun: bei einer derartigen Defektgröße (reichlich 5,5 cm) und einem so radikalen Tumor findet das Ersatzmaterial keinen ausreichenden Halt – auf den Kopf sagte er uns zu, dass in diesem Fall eigener HÜFTKNOCHEN als Aufbaumaterial verwendet wird. Das war der totale Tiefpunkt – von Termin zu Termin wurden die Nachrichten schlimmer. Ich verließ mit meiner Mama die Praxis, weinte und schrie, weil ich das alles nicht begreifen konnte. Das Schlimme ist nicht unbedingt die Schwere des Eingriffs – stellt euch vor, alles würde auf einen Schlag funktionieren: mit eigenen Zähnen in die Narkose und später aufwachen ohne Tumor und mit drei implantierten Zähnen – das ist schlimm, aber zu verkraften. Unerträglich ist die ZEIT die dieser Prozess in Anspruch nehmen sollte: ein reichliches Jahr, in dem Befund und Behandlung jeden Tag dabei sind und nicht ohne Weiteres aufhören!
Aber wir hatten noch den zweiten Termin am Uniklinikum beim dortigen Direktor der MKG-Chirurgie. Eigentlich war es beinahe egal, was er sagen würde – solange nur irgendjemand mal etwas anderes sagt oder mich auch anlügt! Aber das war ja so gut wie unmöglich. Er hörte sich die ganze Geschichte an und meinte dann folgendes: Es ist selten. Es wird laut Literatur meist mit radikalen OP’s behandelt. Implantate nimmt man in 80 % der Fälle mit ins Grab, ohne sie wechseln zu müssen. Es gibt auch andere Behandlungsmöglichkeiten: CORTISON-SPRITZEN!!! Irgendwo muss es einen wissenschaftlichen Beitrag zur Behandlung von Riesenzellgranulomen mit Cortison-Injektionen geben! Er hatte es bereits bei einer 30-jährigen Patientin mit Erfolg angewandt. Anschließend vereinbarten wir einen Behandlungsplan: bei einer Biopsie entnimmt er eine Probe des Tumors und bohrt einen kleinen KANAL zwischen 34 und 35 um 6 Wochen lang Cortison perkutan in den Tumor zu injizieren. Die Biopsie verlief ähnlich wie die OP: Betäubungsspritze, Zahnfleisch etwas beiseite. Er bohrt ein winziges Loch durch den Knochen bis zum Tumor und entnahm eine kleine Probe, dann wurde sofort die erste Dosis Cortison (1 ml) gespritzt und das Zahnfleisch geschlossen. Es dauerte nur 8 Minuten und nach 3 Tagen war schon alles verheilt.

November / Dezember:
Mit einem Rezept holte ich die Cortison-Ampullen und ging noch sieben weitere Male, jeden Dienstag, zur Behandlung. Bei der ersten Sitzung nach der Biopsie wurde mir noch eine Betäubungsspritze verabreicht – aber das tat mehr weh als die eigentliche Cortison-Injektion! Später war es nur noch eine lokal aufgetragene PASTE, die das Zahnfleisch betäubte; eine Stunde vor der Behandlung nahm ich ein paar Schmerztropfen. Mit einer BOTOX-SPRITZE injizierte mir der Professor 1 ml Cortison in den Tumor. Das war unangenehm – es drückte und spannte, als würde man einen zähen Luftballon im Knochen aufpumpen und der Zahn herausspringen; der Tumor wurde zu allen Seiten mit Cortison „ausgefüllt“, um von innen heraus zu verknöchern. Nach wenigen Wochen veränderte sich das Gefühl im Kiefer spürbar!
Klar, ich war paranoid geworden, kontrollierte ständig die Stabilität der drei Zähne und die Sensibilität des Nervs, um herauszufinden, ob der Tumor weitergewachsen sei. Ich gab ihm sogar – einer spontanen Eingebung folgend – einen Namen, um die Situation besser „händeln“ zu können: fortan redete ich jeden Tag mit „Steve“ und sagte ihm, dass er ohnehin keine Chance hat und nicht bestehen kann, dass er auf die eine wie die andere Art meinen Körper verlassen muss und statt radikaler OP lieber selber abhauen soll. Ich verließ mich nicht völlig auf die Cortison-Therapie: Erfolgsgarantie gab es nicht, viele zweifelten an der Methode, aber es war das Grashälmchen um Schlimmeres – aufzuschieben oder zu vermeiden. Mein Körper spielte etwas verrückt: bei Belastung fing der wurzelbehandelte Zahn an zu „hacken“, ich empfand Stechen im Nerv und reagierte im Gesicht mit Cortison-Akne. Für alle Frauen: der Zyklus kommt bei Cortison auch total durcheinander.
Bei der Hälfte der Therapie angekommen – Anfang Dezember – nahmen die Injektionsgrößen zu: bis zu 2,5 ml Cortison konnten eingeführt werden. Ich wurde stutzig: „mehr einfüllen“ bedeutet ja „mehr Platz“ – also Wachstum des Tumors. Wir vertagten diesen Gedanken – Ziel der Cortison-Therapie war es, das Tumorwachstum zur STAGNATION zu bringen und ihn ggf. zu „verkleinern“ (ausknöchern von innen). Sollte das nicht glücken, bestünden noch die Möglichkeit, BISPHOSPHONATE zu spritzen. Diese hemmen die Osteoklasten, so dass der Knochenabbau gebremst wird – Knochen kann sich also ungehinderter bilden und den Tumor „ersticken“. Allerdings kann das Verfahren zu eventuellen, unabsehbaren Knochenausbildungen führen, die dann operativ abgetragen werden müssen – das ist eine Frage der Dosierung (ich erhebe keine Garantie für die medizinische Korrektheit meines Laienverständnisses!). Wir führten also die ganze Cortison-Therapie über ca. sieben Wochen durch und kontrollierten kurz vor Weihnachten mit einem erneuten DVT: Der Tumor war nicht gewachsen. Erste Knochenstrukturen bildeten sich aus der Mitte heraus. Der Nerv war unbeeinträchtigt. Die Zähne 34 und 35 wieder fest und nach wie vor vital. Das schönste Weihnachtgeschenk und eine richtige Rettung! Die Mengen des injizierten Cortisons wirken im Tumor für ca. 6 Monate. Für Anfang März vereinbarten wir ein neues DVT, um zu sehen, was mein Chirurg Woche für Woche bewirken konnte.

März:
Vor einem Jahr hatte die ganze Geschichte angefangen und seit der Cortison-Therapie war alles gut. Kein wackeln, keine lockeren oder schmerzenden Zähne – nur die wurzelbehandelte 33 wurde ganz allmählich etwas dunkel. Daumen drücken für den DVT-Termin: bei der Auswertung mit dem Direktor fiel uns allen freudig die Kinnlade runter: von 5,5 cm Defektgröße war nur eine 0,5 cm-Blase im Bereich der 34 übrig, der gesamte Rest vollständig AUSGEKNÖCHERT… Nun warten wir noch bis August und schauen dann nochmal, ob im Verlauf der restlichen zwei Wirkungsmonate das Cortison auch den Rest von innen „verschlingt“. Wenn nicht, wird nochmal über einen kleinen Zeitraum Cortison injiziert. Mein Körper hat darauf also wunderbar angesprochen – der Professor meinte sinngemäß, dass ungefähr 1/5 von Patienten schlecht oder nicht auf Cortison ansprechen – aber dann bleiben Bisphosphonate.
Bei mir hat es funktioniert und alle Schreckensmeldungen von fehlenden Zähnen, Implantaten und transplantiertem Hüftknochen sind einfach „weggewischt“, weit weg und surreal. Dank eines cleveren Arztes, der sich nicht nach der Mehrheit der Forschungsliteratur richtete, bin ich dieser schlimmen Aussicht von der Schippe gesprungen! Ich kann meine eigenen Zähne behalten und sie sind sogar lebendig!

Offenbar gibt es wenig Literatur zu dieser Behandlung. Ich habe keine Übersicht über diese Forschungsfelder, studiere selber Germanistik und Philosophie. Aber ich kann Kieferchirurgen und eventuell Studenten nur ans Herz legen, diese reparativen Granulome und ihre nicht-operativen Behandlungen zu popularisieren! Einer „meiner“ Chirurgen glaubte nicht an den Erfolg der Behandlung und zwei andere wussten einfach nichts davon, trotz Recherche. Aber es hat funktioniert.

Für die Betroffenen: ich möchte euch so gerne etwas von meinem Erfolgsgefühl und meiner Zuversicht geben. Schaut man als Laie in Foren oder versucht, sich darüber zu erkundigen, erscheinen nur die ganzen operativen Horrorszenarien. Wenn doch einige Patienten auf so einem „sanfteren“ Weg, wie bei mir, Glück hatten, dann ist die Geschichte vielleicht schnell vergessen oder man verbreitet sie nicht. Ich will sie verbreiten – es ging eben auch anders! Lasst euch nicht unterkriegen, haltet die Ohren in alle Richtungen offen und besteht auf eventuellen Alternativen – es gibt sie, nach allerlei Kraft und Hartnäckigkeit. Angst ist ein guter Berater. Drei Ärzte wollten mich – nach bestem Wissen und Gewissen!! – operieren und ein Jahr behandeln, um mir zu helfen. Einer nicht – und er hat mich und eine andere Patientin in drei Monaten geheilt.

Ich wünsche euch allen das Beste und rate euch: auch, wenn es natürlich überall schlimmere Dinge gibt, seid nicht nur stark, sondern auch traurig und gesteht euch ein, dass diese dämliche Krankheit, so ein dummes Granulom, wirklich etwas schlimmes und ungerechtes ist! Und dann verjagt es, es ist kein Teil von euch!

Liebe Grüße



TheoS
Mitglied seit 30. 03. 2015
17 Beiträge

Hallo Lena, das ist ja eine interessante Geschichte. In welchem Land und in welcher Stadt liegt dieses Uniklinikum, das diesen Therapieansatz verfolgt?



Heino.B
Mitglied seit 10. 02. 2020
4 Beiträge

Hallo Lena,

falls du noch im Forum bist, ich bin auf der Suche nach genau der Behandlung gegen das Riesenzellgranulom wie du sie beschrieben hast. Leider nennst du die Klinik nicht, in der die Behandlung gemacht wurde. Kannst du sie hier mitteilen?

Danke und schöne Grüße,

Heino



Christian2020
Mitglied seit 31. 01. 2020
28 Beiträge

Hallo Heino,

ich bin zwar nicht Lena aber Google bringt folgendes:

https://link.springer.com/article/10.1007/BF02620057#author-information

https://www.meduniwien.ac.at/hp/mkg-chirurgie/

Gruß Christian



Heino.B
Mitglied seit 10. 02. 2020
4 Beiträge

Hallo Christian,

vielen Dank für deine Antwort. Von diesen Studien habe ich viele gefunden. Leider ist aber die darauffolgende Suche nach der Klinik oder dem Autor erfolglos. Erfolglos in dem Sinne, dass der Arzt nicht mehr an der Klinik arbeitet, oder die Klinik diese Behandlung gar nicht anbietet (der verlinkte Fall ist z.B. von 1994, wenn ich das richtig sehe). Deshalb war ich ja auch so froh, dass LENA von einer real existierenden Klinik gesprochen hat. Also wäre ich sehr froh, sie ausfindig zu machen, um sie nach der Klinik zu fragen. Ich habe aber trotzdem mit der Uniklinik Wien Kontakt aufgenommen.

Gruß,

Heino



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