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Antwort auf: Panik vor Explantation

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Panik vor Explantation

Tatti
Mitglied seit 03. 05. 2021
14 Beiträge

Hallo an Alle,

leider konnte mir bisher noch keiner eine Antwort geben. Deshalb versuche ich es nochmal. Muss leider meine zwei Implantate aufgrund immer wiederkehrenden Entzündungen entfernen lassen. Eines ragt ca. 4mm in den Nasenboden und ist zudem noch schief gesetzt. Habe wahnsinnige Panik vor dem Eingriff. Hat jemand irgendwelche Vorschläge was ich unterstützend dazu noch machen kann, viel Magnesium, irgendwelche Globuli gegen Schwellung, Mundspülungen u.s.w. Um die Heilung zu Unterstützen? Wie lange muss ich mit Schmerzen rechnen. Kann mir jemand helfen?

Liebe Grüße



Kenzia
Kenzia

Zu ihrer eigenen Beruhigung können Sie Magnesium, Ananasextrakt und Vit B-komplex einnehmen.

Spülen Sie die Mundhöhle mit Salbeitee.

Wenn ich "Schiss"habe vor eventuell aufkommenden Schmerzen, werfe ich Ibu 600 oder Voltaren retard 1 Stunde vor einem Eingriff ein.



Tatti
Tatti

Hallo,

Vielen Dank für die Antwort. Haben Sie schon eine Explantation hinter sich ? Muss ich mit Horror-Schmerzen rechnen und wie lange war die Heilungsdauer?

Lg



Marie
Marie

Ich denke es fühlt sich so ähnlich an wie Zähne ziehen,dad word schon????



Holunder
Mitglied seit 02. 10. 2021
2 Beiträge

Ich hatte verschiedene Erfahrungen, einen UK Implantat war problemlos und schmerzlos zum explantieren, ein OK Schneidezahn Implantat war sehr schmerzhaft, da eine starke Entzündung vorhanden war, die durch kein Medikament /Antibiotika besser wurde. Durch die Entzündung haben die Betäubungsspritzen kaum gewirkt. Kann man demnach so nicht pauschal sagen, es hängt wirklich von der einzelnen Situation ab. Viel Glück auf jeden Fall ...kann ja nur besser werden.



Tatti
Mitglied seit 03. 05. 2021
14 Beiträge

Hallo,

vielen Dank für die Antwort. Und wie lange muss ich mit Schmerzen danach rechnen? Ich weiß bei jedem ist es anders, und trotzdem wäre ich sehr dankbar um jede Erfahrung.

Danke



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
407 Beiträge

Hallo Tatti,

erst einmal zu der Angst und der Panik wegen der Schmerzen, weil das wohl dein größtes Problem ist. Angst entsteht im Kopf. Daher solltest du das Ganze umgekehrt anpacken. Dein Oberkiefer um die Implantate herum ist von krankmachenden Keimen befallen. Da eins in die Kieferhöhle ragt, könnten die Keime sich dort auch breitmachen. Mit einer Entzündung im Kopfbereich ist nicht zu spaßen. Über die Blutbahn werden sie im ganzen Organismus verteilt. Daher ist die Explantation notwendig – du kannst damit Schlimmeres vorbeugen. Wenn die Periimplantitis diagnostiziert wurde, gibt es keine Alternative um deine Gesundheit wieder herzustellen und dich vor weiteren Krankheiten zu schützen. Versuche dich darauf zu konzentrieren.

Heutzutage braucht keiner mehr „Horrorschmerzen“ zu fürchten. Es gibt sehr gut wirksame Schmerzmedikation, z. B. Ibuprofen 600 mg. Aber – und da wundere ich mich – wieso hat der MKG-Chirurg dich darüber nicht aufgeklärt? Das muss er in aller Deutlichkeit und mit allen Details. Normalerweise bekommt der Patient VOR dem Eingriff bereits ein Rezept, damit er DANACH nicht loslaufen muss. Antibiotikum wird bereits am Vortag genommen, ein Schmerzmittel am Morgen vor dem Eingriff und für danach gibt es eine Mundspülung (z. B. Chlorhexamed oder Ähnliches.). Im weiteren Verlauf helfen Spülungen mit Salbei bzw. Kamille.

Auf gar keinen Fall darf nach einer Explantation wegen Periimplantitis Knochenersatzmaterial eingebracht werden um die Lücke zu schließen (wegen der Keime, sehr wichtig). Um welche Zahnnummern geht es denn?

Wie lange die Heilung bei dir dauern wird, darüber wage ich nicht zu spekulieren. Es hängt davon ab, wie viel Knochen „geopfert“ werden muss. Bei einem Frontzahnimplantat muss der Knochenblock, in dem das Implantat sitzt, komplett mit herausgetrennt werden - weil der Kiefer dort sehr schmal ist. Im Seitenbereich, wo der Kiefer bereits breiter ist, könnte das Implantat herausgedreht werden - wegen der Entzündung wird der Knochenverbund ohnehin schon gelockert sein. Danach muss der Knochen von innen ausgeschabt werden um das befallene Gewebe möglichst restlos zu entfernen. Backenzahnimplantate können fast immer herausgefräst werden. Das dauert nicht lange und soll – bei unkompliziertem Verlauf - auch keine großen Schmerzen bereiten. Es kommt, wie bereits gesagt, auf die individuelle Ausgangssituation an. Frage doch mal den Chirurg wie lange er für den Eingriff plant. Daraus lässt sich schon einiges herleiten.

Und noch mal: wenn du sehr viel Angst hast und bereits vor der OP klar ist, dass sie lange dauern wird, dann überlege eine Sedierung mit Propofol. Man bekommt nichts mit! Da bei mir von Anfang an klar war, dass die OP 3 Stunden dauern würde, hat meine Krankenkasse sofort der Kostenübernahme zugestimmt: Kein Mensch kann so lange mit offenem Mund ruhig auf dem OP-Tisch liegen bleiben. Die Narkoseärztin hatte mir eine Begründung geschrieben, bei Unruhe hätte die OP abgebrochen werden müssen – kein Problem. Aber wie gesagt: eine Explantation kann auch in 15 Minuten erledigt sein…

Wann ist es denn soweit?



Tatti
Mitglied seit 03. 05. 2021
14 Beiträge

Hallo Agnes,

es handelt sich um die Zahnnummern 13 und 23. und das Explantieren ist am 01.02. gleich morgens um acht. Richtig aufgeklärt bin ich nicht geworden. Ich kann mir nur sämtliche Erfahrungen zusammenlesen und komplett die Krise kriegen. Deshalb bin ich so froh, dass Du mir zurückgeschrieben hast. Mein Problem ist außerdem, ich bin Endoprothetikträger (ich habe ein künstliches Hüftgelenk) und da sagt man, dass sich da ganz schnell Keime über die Blutbahn festsetzen können vorallem bei Operationen im Mundbereich bei Entzündungen. Ich meinte gelesen zu haben, dass Du auch ein künstliches Hüftgelenk oder habe ich es vielleicht falsch verstanden? Das macht mir eben auch noch mit Sorgen. Kann man mit CHX spülen trotz offener Wunden?
Wäre so froh wenn Du mir nochmal schreiben könntest



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
407 Beiträge

Das geht natürlich gar nicht! Vor einem Eingriff muss der Patient aufgeklärt werden über das gewählte Explantationsverfahren, über die verschiedenen Optionen zur Schließung des Knochendefekts (Eigenknochentransplantation, Knochenersatzmaterial oder natürlicher Ausheilung ohne Auffüllung) und über die Anästhesie bzw. Betäubung. Es muss ihm ausreichend Bedenkzeit eingeräumt werden, damit er sich innerlich frei entscheiden kann. Das ist alles gesetzlich vorgeschrieben und festgehalten im Patientenrechtegesetz. Eine Aufklärung am Tag der OP gilt nicht als Einwilligung. Wenn er dich trotzdem an dem Tag operieren würde und dir kurz vorher noch den Aufklärungsbogen zur Unterschrift vorlegt, gilt die Einwilligung nicht. Juristisch gesehen wäre die nachfolgende OP eine Körperverletzung.

Was ist jetzt zu tun?
Du könntest den Operateur bitten, die gesetzlich vorgeschriebene Aufklärung vor der OP durchzuführen und dir ausreichend Bedenkzeit einzuräumen. Wie der Knochendefekt geschlossen wird, ist deine Wahl, nicht seine! Wenn er sich allerdings für Knochenersatzmaterial (KEM) entscheidet, würde ich dagegen halten, dass bei einer Entzündung KEM kontraindiziert ist. So steht es auch ausdrücklich im Beipackzettel. Den bekommt der Patient aber nicht zu Gesicht und viele Ärzte setzen sich einfach darüber hinweg (weil einfacher und lukrativer abzurechnen). Was das für Folgen haben kann, ist zu lesen unter: https://www.implantate.com/forum/diskussionsforum-zahnimplantate-und-zahnersatz/schwerste-schaeden-durch-fehlbehandlung-mit-knochenersatzmaterial-mit-einer-wurzelspitzenresektion-fing-alles-an-43202/view.html?tx_typo3forum_pi1%5Baction%5D=show

Auf jeden Fall auch noch mal fragen, wie lange die Eingriffe dauern werden (es sind ja zwei) und anschließend fragen ob eine Sedierung nicht sinnvoll wäre (bei langer OP-Dauer). Wenn du dich nach Kontaktaufnahme immer noch so unsicher fühlt, kannst du die OP auch verschieben bis du richtig aufgeklärt worden bist, oder absagen ohne Begründung.

Ansonsten eine Zweitmeinung einholen bei einem anderen MKG-Chirurgen.

Ja, ich habe eine TEP – sie hat keinen Schaden genommen. Allerdings wurde mein Implantat (11) nicht wegen Periimplantitis explantiert, sondern weil es von der Frontseite nicht mit Knochen bedeckt war. Die OP hat so lange gedauert, weil zwei Knochentransplantationen vonnöten waren wegen Kiefer- und Gaumenrekonstruktion. Das wiederum lag daran, dass der Zahnarzt, der das Implantat gesetzt hatte, ein Implantat mit zu großem Durchmesser „gewählt“ hat. Dadurch saß das Implantat zu nah an den Nachbarzahnwurzeln. Außerdem fehlte die Knochenwand vor und hinter dem Implantat. Das muss aber alles bei dir nicht vorliegen. Es kann sich auch um einfache Explantationen handeln.

Ja, man kann mit CHX spülen nach der OP. Vielleicht auch schon davor, solltest du aber mit dem Operateur besprechen.



Tatti
Mitglied seit 03. 05. 2021
14 Beiträge

Hallo Agnes,

bin soooo froh, Dich hier gefunden zu haben, danke für Deine Tipps. Musstest Du durch weg bezgl. Bakterämie Antibiotika nehmen? Also ich meine bei jeder OP? Also ganz ehrlich, ich bewundere Deine Nervenstärke. Die ist bei mir komplett im Keller! Ich denke, ich bin in dieser Klinik gut aufgehoben. Und ich hoffe alles wird gut gehen. Chlorhexamed werde ich mir gleich morgen besorgen. Habe mittlerweile ein Ziehen im Knochen, wie wenn es sich von selber rausdrückt. Klingt komisch ! Dazu kommt ein Schwellungsgefühl ohne dass eine Schwellung sichtbar ist. Ich kriege noch die Krise!
Lg Grüße