Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Notwendigkeit der 3D-Tomographie

I.Schindler
I.Schindler

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgendes Anliegen. Bei meinem Mann soll eine "dentale Implantation Regio 25 mit int. Sinuslift" gemacht werden. Die "Planung und Diagnostik soll mit 3D-Volumentomographie" durchgeführt werden. Leider hat die private Krankenkasse (SDK) uns nun mitgeteilt, dass die "medizinische Notwendigkeit nicht erkennbar ist" und aus diesem Grund eine Kostenübernahme nicht erfolgen kann.
Nun meine Fragen:
Ist es üblich diese 3D-Volumentomographie zu machen (laut SDK würde "Röntgen ausreichen" und die Kosten würden dann natürlich auch übernommen werden)?
Wird hier der Privatpatient ausgenutzt, um die Geräte des Zahnarztes zu bezahlen (sinngemäße Aussage der SDK)?

Ich freue mich wirklich sehr über kompetente Antworten.

Liebe Grüße I.Schindler



Falk Lehmann
Falk Lehmann

Sehr geehrte Frau Schindler,
im "implantologischen Normalfall" ist die Implantatplanung mittels eines Röntgenbildes und eines Gipsmodells des Kiefers ausreichend. In einigen Fällen, so z.B. bei anatomisch ungünstigen Vorgaben (wenig Knochen, dichte Nervverläufe etc.) ist eine genauere 3D-Planung nötig. Dies macht aber nur Sinn, wenn mit Hilfe dieser Planung dann eine sog. Bohrschablone angefertigt wird, die dem Operateur die Bohrrichtung vorgibt.
Die 3D-Volumentomographie ist in letzter Zeit stark im Kommen, da dem Implantologen die Mgl. gegeben wird 3D-Planungen innerhalb der Praxis vorzunehmen und nicht mehr seinen Pat. erst zum Denta-CT zu schicken.

Wenn mein Kollege, eine 3D-Volumentomographie machen möchte, dann sollte er auch eine Begründung dafür liefern.

Mit freundlichen Grüßen,
F. Lehmann



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

Hallo,
die medizinische Notwendigkeit kann und darf nur von einem Arzt beurteilt werden. Ob das in Ihrem Fall so ist (eher wahrscheinlich: Sinuslift, Knochenmangel) kann man von hier nicht sicher sagen, der Sachbearbeiter Ihrer Krankenkasse kann und darf (!!!!) es auf jeden Fall nicht beurteilen.
Gruß
B. Zahedi



I.Schindler
I.Schindler

Sehr geehrter Herr Lehmann,

vielen Dank für Ihre schnelle und kompetente Antwort.

Liebe Grüße I.Schindler



I.Schindler
I.Schindler

Hallo Herr Zahedi,

aber warum kann die Kasse dann einfach sagen, dass sie die 3D-Tomographie nicht bezahlen obwohl sie die Notwendigkeit gar nicht beurteilen dürfen.
Was für Möglichkeiten gibt es dann für die Patienten doch eine Kostenübernahme zu erhalten?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen,
I. Schindler



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

vor Gericht werden Sie ziemlich sicher recht bekommen und das weiss Ihr KK auch.



Johann Zenger
Johann Zenger

Es entwickelt sich leider zunehmend zu einer "Masche" der Versicherungen, generell die medizinische Notwendigkeit von Leistungen zu
bezweifeln, um unter diesem Vorwand die Erstattung zu kürzen.
Hier läge es an den Versicherten, vermehrt dagegen anzukämpfen.
Hilfe kann eventuell der Ombudsmann der PKV
leisten.

Viele Grüße



Dr. Best
Dr. Best

Woher weiss Herr Zahedi, dass die Notwendigkeit von einem Sachbearbeiter beurteilt wurde???

Woher weiss Herr Zahedei, dass Sie vor Gericht Recht bekommen werden??? Ist es nicht bekanntermassen so, dass man vor Gericht in Gotteshand ist?

Warum ist eine 3D in dem konkreten Fall medizinisch notwendig?????



mima
Mitglied seit 28. 10. 2008
74 Beiträge

hallo herr dr. best, habrn sie persönlich ein problem mit dr. zahedi? - fast scheint es so. lesen sie sich die ausführungen der fragestllerin gut durch - dann werden sich ihnen die antworten von dr. zahedi klarer darstellen.
und zuletzt: nicht immer ist man vor gericht in "Gottes Hand". es gibt auch in der rechtsprechung durchaus erfahrungswerte, die man eindeutig kommentieren kann!

gruß von einer aufmerksamen leserin



borrmann
Mitglied seit 04. 11. 2008
47 Beiträge

Mit einer 3D-Aufnahme sind sie auf der sicheren Seite, eine Analyse mittels OPG und Gipsmodell gehört in die Mottenkiste, das Risiko für einen Mißerfolg ist mit dieser Methode höher.
In der Medizin werden mittlerweile über 90% aller Schädelaufnahmen dreidimensional erstellt, nur nicht in der Zahnheilkunde, dort werden über 90% der Aufnahmen zweidimensional erstellt, das sollte einem mal zu denken geben.

Gruß Borrmann