Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Implantat gelöst und Entzündung

Angelika
Angelika

Es wurden vom Zahnarzt drei Implantate im Unterkiefer eingesetzt, es vergingen keine 2-Wochen und das Erste lag im Mund. Der Ablauf: Zähne wurden gezogen, nach langer Heilung wurden dann die Implantate gesetzt, beim vordersten Implantat gab es ein Problem und es wurde erneut ein Anderes eingesetzt, die Schmerzen waren über eine Woche unerträglich und nur unter Schmerzmitteln auszuhalten, nach 5-Tagen wurden dann die Fäden gezogen, die ersten Zwei waren von aussen zu erkennen, aber die Schmerzen ließen nicht nach. der Dr. meinte es würde sich nach ein paar Tagen legen. Dann nach 2-Wochen lag das Vorderste im Mundraum und der Druck ließ etwas nach, als es raus war. Montag gleich zum Dr. er sagte, dass der Körper es nicht angenommen hätte und man da nichts machen könnte. Am nächsten Tag wieder starke Schmerzen und einen Besuch in der Klinik, hier wurde sofort eine starke Entzündung im Kiefer festgestellt und aus diesem Grund sei auch das erste Implantat herausgeeitert und wenn man die Entzündung nicht in den Griff bekommt, wäre auch das Zeite in Gefahr, da es auch sichtbar ist nur das Hintere ist mit Zahnfleisch überdeckt. Ich bekam sofort Antib. verordnet und nehme dies jetzt eine. Diese wurde dem beh. Arzt nun mitgeteilt und er sagte: der Körper hätte es abgestoßen und dann wäre es zu einer Entzündung gekommen, da muss man mit rechnen. In der Klinik sagte man mir jedoch, dass ein Implantat gleich sitzen muss und nicht mehrere verschiedene eingesetzt werden könnten und es würde gleich Antib. verordnet um derartigen Entzündungen vorzubeugen, jetzt besteht natürlich die Angst, dass die anderen Zwei auch noch ausgehen und alle Schmerzen nichts gebracht haben.
Wer hat hier einen Rat, wie man sich verhalten soll, denn mit 45 Jahren ist eine Teilprot. nicht unbedingt das Schönste. Der Dr. möchte gerne Montag einen Blick auf die Sache werfen, aber die Entzündung hat er auch nicht festgestellt, was soll man nur tun?
Es ist ein sehr guter Zahnarzt, aber ich will zur Zeit meinen Mund nicht mehr aufmachen,habe die Nase voll, weil eben immer noch Schmerzen da sind.
Was soll ich nur tun, nimmt mein Körper wirklich keine Implantate an, oder woran liegt es? Bin auf jeden Fall sehr verzweifelt, der Schneidezahn ist überkront und dann keine eigenen Zähne mehr kömmen. Ich hatte so große Hoffnung in die Sache gesetzt. Wie sieht es auch mit der Abrechnung aus, Privatversichung, aber muss ich auch jetzt den ganzen Kostenplan bezahlen?
Würde mich sehr über einen Rat freuen und verbleibe mit vielen Grüssen
Angelika



Dr. Joerg Brachwitz
Dr. Joerg Brachwitz

Liebe Frau Wisser,

leider haben Sie zur Zeit schlechte Erfahrungen mit Implantaten gemacht. Das ist zum Glück die Ausnahme. Dennoch gibt es in einzelnen Fällen Probleme mit dem Einwachsen, weil an der Stelle der Implantation noch eine Restentzündung im Knochen sein kann, die der Zahn hinterlassen hat. Diese Reste sind auf dem Röntgenbild nur sehr schwer zu erkennen und häufig ist der Körper auch in der Lage, diese Restentzündungen zu bekämpfen. Deshalb gibt man auch bei der Operation fast regelmäßig Antibiotika als Kurzzeitunterstützung des Körpers. Wenn sich eine Entzündung an einem Implantat bildet, dann wächst es nicht mehr ein. Sollte die Entzündung auf die anderen Implantate übergreifen, sind auch die anderen Implantate gefährdet. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen für Sie jetzt wichtig. Am besten natürlich bei dem Zahnarzt, der die Implantation gemacht hat.
Nur in äußerst seltenen Fällen kann der Körper grundsätzlich keine Implantate integrieren - hier hilft im Zweifelsfalle ein immunologischer Test, ob ihre Regenerationsfähigkeit für eine Implantation ausreichend ist oder nicht. (Es hört sich aber danach an). Es scheint weniger ein systemisches als ein lokales Problem zu sein. In den meisten Fällen braucht man nur abzuwarten, bis die Wunde verschlossen ist und dann kann nachimplantiert werden, so daß sie mit hoher Wahrscheinlichkeit den erwünschten Zahnersatz bekommen können.
Zu den Kosten kann ich nur folgendes sagen: Das Honorar ist nicht vom Erfolg der Implantation abhängig. Keiner kann das biologische Risiko einer Implantation kalkulieren. In unserer Praxis haben wir es aber wie folgt geregelt. Integriert ein Implantat nicht, dann berechnen wir es auch nicht (nur manchmal das Material). Es empfiehlt sich noch einmal mit Ihrem Zahnarzt zu sprechen. Es wird sich bestimmt eine zufriedenstellende Lösung finden.

Freundliche Grüße

Dr. Jörg Brachwitz



Angelika
Angelika

Sehr geehrter Herr Dr.Brachwitz!
Danke für den gemachten Mut, aber zwischenzeitlich ist ein neues Problem aufgetaucht. Das Erste ist ja herausgeeitert, das Zweite und Dritte war mit Zahnfleisch überdeckt und habe dann ja auch 10 Tage Antib. genommen, aber zwischenzeitlich ist das zweite IMpl. bis unten zu sehen, es liegt total frei. Das Impl. am Bachenzahn ist noch komplett bedeckt.
Ich muss jetzt in 14-Tagen wieder zum Zahna., was soll ich von der Sache halten, muss es auch raus?
Viele Grüße Angelika



Angelika
Angelika

Ich hab noch etwas vergessen, nämlich diese Schmerzen, die immer noch da sind. Es ist auszuhalten und nicht mehr so unerträglich, wie am Anfang.



admin
Mitglied seit 24. 10. 2008
235 Beiträge

Hallo,
da scheinen die schlechten Nachrichten nicht abzureissen :-((
Wenn das Implantat wirklich in ganzer Länge erkennbar (und damit nicht von Knochen bedeckt) ist, dann ist eine Entfernung sicher notwendig. Lassen Sie den Befund unbedingt morgen von kompetenter Seite überprüfen! Auch die anhaltenden Schmerzen sprechen übrigens für das Fortbestehen einer Entzündung. Hoffentlich ist der Knochen um das 3. Implantat unversehrt!
Alles Gute
i.com



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