Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Implantat entfernen ohne Knochenaufbau

Faustina
Mitglied seit 19. 02. 2024
24 Beiträge

Hallo an Euch alle,

danke für die ersten Antworten an meine vorsichtigen Anfragen, die ich unter ähnliche Themen gesetzt hatte. Mir wurde geraten, eine eigene Anfrage zu starten, was ich hiermit machen möchte.

Meine Geschichte: mir wurde ein vermeintlich schmerzender Zahn entfernt (13).
Der Zahn war etwas entzündet an der Spitze, nicht zu den überaus starken Beschwerden passend. Ich entwickelte nach Entfernung 13 eine Wundheilstörung im Zahnfach (13) die ausgeräumt wurde durch Hochklappen vom Zahnfleisch. Dabei hat man festgestellt, dass das benachbarte Implantat (14) Richtung bukkal nicht von Knochen bedeckt ist - auch beim Zahnfach das vollflächig ausgeräumt wurde fehlt Richtung bukkal der Knochen vollständig.

Beim Ausräumen der Wundheilstörung (13) wurde das Implantat (14) so belassen und alles wieder zugenäht. Schmerzgeschehen danach fast unverändert, also keine typische Heilung nebst Wundschmerz, was ich recht gut unterscheiden kann.

Die von Anfang des Schmerzgeschehens an aufgetretene Schwellung und Rötung der Wange hat sich ebenfalls nicht zurückgebildet.

Hier im Forum habe ich die letzten Wochen gelesen und gelernt, dass diese Situation des von Knochen nur teilweise bedeckten Implantats nicht gut ist. (Danke, Agnes !!!)
Das hat mir keine Ruhe gelassen. Ich habe mich inzwischen gekümmert und bei verschiedenen MKG's Rücksprache gehalten.

Nach Rücksprache mit einem Spezialisten wurde mir bestätigt: JA, es sollte das Implantat entfernt werden. Formulierung war: nicht erhaltungswürdiges Implantat. Wieder durch Aufklappen, entfernen und auch mögliche weitere bestehende Entzündungsherde sollen ausgeräumt werden.

Nun meine Frage hier in das Forum: Was geschieht wenn man das Implantat entfernt und auch evtl. Entzündungsgeschehen Gewebe / Knochen etc. entfernt mit dem
vorhandenen Kiefer? Ein Knochenaufbau in diese Region ist definitiv bei diesem kommenden Schritt nicht eingeplant, sondern es soll vorrangig Entzündung und Implantat raus und alles heilen. Es gibt ja dann aber große Wundflächen, die wieder zuwachsen müssen.

Meine Fragen sind:
1. Kann bei dieser Vorgehensweise der Körper eine Heilung schaffen? Wenn schon Knochen Richtung bukkal fehlt, den man ja nicht zurückbekommt, bleibt oder wird diese große Stelle überhaupt gesund und schmerzfrei?

2. Wenn man zu einem späteren Zeitpunkt keinen Knochenaufbau machen kann (oder möchte), gibt es trotzdem Zahnersatz für diese Region bei einem wahrscheinlich stark zurückgebildeten Kiefer?

Nachbarsituation: 12 ist eigener Zahn, derzeit sehr empflindlich, 15 ist überkront, nicht wurzelbehandelt)

Danke für alle Antworten,
ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben
und hoffe, ich habe meine Fragen einigermaßen sinnvoll formuliert.

Liebe Grüße von Faustina



Faustina
Mitglied seit 19. 02. 2024
24 Beiträge

Mir ist eben noch eingefallen, in bin 58 Jahre alt, ich habe einige überkronte Zähne, keine Brücken und keine weiteren Implantate und möchte auch erst einmal keine Implantate mehr. Ist wahrscheinlich relevant, um die Frage zu beantworten.

DANKE allen Experten und Forumsteilnehmern.



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
525 Beiträge

Hallo Faustina,

ich bin gesundheitlich angeschlagen und habe mich deshalb zurückgehalten.
Auf die Fragen möchte ich nicht im Einzeln eingehen. Vorhersagen, was passieren wird/könnte, wäre unseriös.

Wo ich mir aber zu 100% sicher bin, ist, dass ein Knochenaufbau mit Knochenersatzmaterial in einem mit Keimen besiedelten Gebiet kontraindiziert ist. Es würde in einem noch größeren Disaster enden.

Implantat raus, Stelle behandelt mit örtlichem Desinfektionsmittel, eventuell ein Antibiotikum. Hauptsache alle Keime werden entfernt. Es bildet sich einen Blutpfropen (= Koagel), der die Wunde verschließt. Daraus bildet sich neuer Knochen. Selbstheilung! (So steht es in meinem Gutachten).

Wenn beim Essen Nahrung in die Wunde gelangt: macht nichts! Vorsichtig ausspülen, aber bloß das Koagel nicht berühren oder beschädigen. Ein gesundes Koagel ist die halbe Miete bei der Ausheilung.

Das hat der "Spezialist" anscheinend auch schon so beurteilt!

Alles Gute!



Faustina
Mitglied seit 19. 02. 2024
24 Beiträge

Liebe Agnes,

ich möchte mich ganz herzlich für Deine wertvolle Antwort bedanken. Und Du hast Dich gemeldet, obwohl es Dir selber nicht gut geht. Das ist wirklich so aufmerksam von Dir, ganz großes DANKE !

Ich hoffe, Du hast nicht wieder mit Deiner Zahnsache zu tun, das wäre schlimm. Aber alles - was auch immer es ist - soll sich schnellstmöglichst von Dir verabschieden ! Das wünsche ich Dir so sehr.

Ich bin weiter am recherchieren und möchte zu meiner Thematik noch mitteilen, dass ich seit den beginnenden Beschwerden -also von Anfang an seit Monaten - eine Schwellung an der Wange habe. Von den Ärzten wurde diese Schwellung erst dem "entzündeten" Zahn (13) zugeordnet, dann der Wundheilstörung (13), jetzt dem nur halb im Knochen stehenden Implantat (14)

Ich habe aber das Gefühl das dies inzwischen zu einer eigenständigen Sache geworden ist. Nach vielem Lesen komme ich zu dem Schluss, dass es ein "Luftemphysem" oder generell ein Emphysem ist. Es befindet sich an der Wange bei den genannten Zähnen / Implantat als Verdickung in der Wange.

Wenn ich die Stelle in die Hand nehme, von innen und außen, kann ich Luftgeräusche hervorrufen (knistern / rascheln) - das ist eigenständig in der Wange.

Frage an die Experten und Forumsteilnehmer:

1. Kann es vom entzündeten Implantat kommen?

2. Das Implantat wird entfernt werden. Soll ich davon ausgehen, dass dieses "Emphysem" sich dann zurückentwickelt?

3. Bei einem CT war genau die Stelle nicht sichtbar durch die Artefakte die das dortige Implantat verursacht hat. Welche Untersuchungen / Abklärungen könnte man stattdessen machen?

4. Durch Kühlen kann ich die Schwellung zurückdrängen. Sobald ich aufhöre, entwickelt sie sich wieder. Was könnte ich noch tun?

Ich danke schon jetzt im Voraus
für die Antworten und Ideen, die mir sehr helfen.

liebe Grüße von Faustina

.



Christian2020
Mitglied seit 31. 01. 2020
43 Beiträge

Hallo Faustina,

was es doch alles gibt. Ich habe mal die KI gefragt und das ist dabei raus gekommen:

Ein Implantat-Emphysem tritt auf, wenn Luft in das Gewebe um ein Zahnimplantat eindringt. Es ist eine seltene Komplikation, die verschiedene Ursachen haben kann. Hier sind einige Informationen dazu:

Ursachen:
Zu viel Druck während des Eingriffs: Während der Implantation kann zu viel Druck auf das umgebende Gewebe ausgeübt werden, was dazu führen kann, dass Luft in das Gewebe eindringt.

Falsche Platzierung des Implantats: Wenn das Implantat nicht richtig platziert ist, kann dies zu einer Verletzung des umliegenden Gewebes führen, durch die Luft eindringen kann.

Perforation der Kieferhöhle: Wenn das Implantat in die Kieferhöhle perforiert, kann dies dazu führen, dass Luft in den Sinus gelangt und sich dann in das umliegende Gewebe ausbreitet.

Luftinjektion während des Eingriffs: In seltenen Fällen kann es während des Eingriffs zu einer unbeabsichtigten Injektion von Luft kommen.

Symptome:
Schwellung: Die betroffene Stelle kann anschwellen, da sich die eingeschlossene Luft im Gewebe ausbreitet.

Schmerzen: Schmerzen können auftreten, insbesondere wenn sich die eingeschlossene Luft ausdehnt und Druck auf das umliegende Gewebe ausübt.

Spannungsgefühl: Betroffene berichten manchmal von einem Spannungsgefühl oder einem prallen Gefühl an der Stelle des Implantats.

Knistern oder Knacken: Es kann ein Knistern oder Knacken beim Drücken auf die betroffene Stelle zu hören oder zu spüren sein, da sich die Luft bewegt.

Atembeschwerden (bei Sinusperforation): Wenn das Implantat die Kieferhöhle perforiert und Luft in den Sinus gelangt, kann dies zu Atembeschwerden und anderen Sinus-Symptomen führen.

Behandlung:
Die Behandlung eines Implantat-Emphysems hängt von der Schwere der Symptome ab. In den meisten Fällen wird empfohlen, den behandelnden Zahnarzt oder Chirurgen aufzusuchen, um die Situation zu beurteilen. Die Behandlung kann Folgendes umfassen:

Beobachtung: Bei milden Fällen kann der Zahnarzt möglicherweise nur eine Beobachtung empfehlen, um zu sehen, ob die Luft von selbst resorbiert wird.

Drainage: Wenn die Schwellung signifikant ist, kann eine Drainage erforderlich sein, um die eingeschlossene Luft abzulassen.

Antibiotika: Bei Anzeichen einer Infektion kann der Arzt Antibiotika verschreiben.

Anpassung des Implantats: In einigen Fällen kann es notwendig sein, das Implantat anzupassen oder zu entfernen, um die Ursache des Emphysems zu beheben.

Es ist wichtig, jegliche Veränderungen nach der Implantation zu beobachten und bei ungewöhnlichen Symptomen sofort einen Arzt aufzusuchen. Die meisten Implantat-Emphyseme sind behandelbar, aber eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden.



Faustina
Mitglied seit 19. 02. 2024
24 Beiträge

Hier ein Update, wie es weiterging.

Bei der darauf folgenden OP in Vollnarkose hielt man aber das Implantat wieder für erhaltenswürdig und entfernte es NICHT - man räumte aber das Zahnfach 13 wieder aus (Entzündung) Seither sind wieder drei Monate vergangen und nach vielen Diskussionen, Beratungen und einer erneuten OP letzte Woche wurde nun das Implanat (14) nun doch entfernt.

Leider hat man da gleich noch eine Osteomyelitis diagnostiziert.

Und zugleich herausgefunden, dass die Bereiche hinter !! dem Implantat großflächig entzündet waren und
auch der Knochen entzündet war (wurde alles herausgeschnitten) - sowie das Zahnfach daneben (wiedermal 13) auch wieder entzündet war und groß ausgeräumt werden musste.

Mir geht es leider seither sehr schlecht
und zwar körperlich und inzwischen auch mental. Bin eigentlich zu nichts mehr fähig. Die Ärzte zucken inzwischen mit den Schultern, man hätte ja alles operiert. Zwei Unikliniken in München haben mich Antibiotika-Rezept heimgeschickt. Meine Frage: könnte es ein Emphysem sein (Wange) wurde
?sofort verneint.

Meine Fragen an Euch sind:

1. Kennt jemand die Krankheit Osteomyelitis
und wie kann ich mir selber helfen ?

2.Die Ärzte verschreiben Antibiotika.
Bei mir inzwischen das fünfte Mal (Winkelhoff Cocktail) und insgesamt bereits über mindestens 10 Wochen - mit Unterbrechungen - immer wieder eingenommen. Besserung gibt es unter AB - aber nicht nachhaltig. Derzeit nehme ich auch wieder diese Kombination.

3. Wie kann ich einen sogenannten "aufgetriebenen" Kiefer heilen? Mein Gesicht ist geschwollen, gerötet und schmerzt. Rechte Kieferseite.

4. Ich lese viel darüber, dass eine Osteomyelitis halt immer schwer zu diagnostizieren ist aber danach gesucht werden muss. Wenn man aber die Diagnose hat, was macht man denn dann?

5. Wieso habe ich in der Wange eine schmerzhafte Schwellung (Nasobialfalte rechts sehr aufgequollen) die seit Monaten bleibt und zwar unbeeindruckt von allen OP's und inzwischen neun Eingriffen? Ein CT hatte kein Ergebnis gebracht.

Da diese Entzündung im Zusammenhang mit einem Implantat auftrat,
hoffe ich, hier Antworten zu finden.

Danke Euch.

Viele Grüße von Faustina



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
525 Beiträge

Ich sehe, dass du noch keine Antworten bekommen hast. Und ich glaube auch nicht, dass es hier im Forum Leute gibt, die weiterhelfen könn(t)en.

1. Ja, ich kenne die Krankheit von Hörensagen, aber das hilft dir ja nicht weiter. Das Einzige, was mir einfällt, wäre ein erfahrener Arzt in Naturheilkunde, der mal ganz andere Blutwerte misst als der Hausarzt. Anschließend gezieltes Aufbauen des körpereigenen Abwehrsystems, da die Darmflora durch die Antibiotika zerstört wurde. Gerade sie spielt eine besondere Rolle für das Immunsystem. Gesunde Ernährung, gesunde Lebensweise, Nahrungsergänzungsmittel und Dosierung durch den Arzt empfohlen (keine Mittelchen aus der Drogerie!).
2. Unter diesem Punkt finde ich keine Frage. Ich vermute aber, dass du erfahren möchtest, ob eine Fortführung der Antibiotikatherapie sinnvoll ist. Jeder weiß mittlerweile, dass eine lange Einnahme mit Risiken und Nebenwirkungen (Schädigung der Darmflora, der wichtigste Teil des Immunsystems) verbunden ist. Daher ist es aber letztendlich deine Entscheidung.
3. Mit Kühlen (?), die letzte OP ist noch nicht so lange her. Ansonsten kann dir keiner aus der Ferne die Frage beantworten. Auch hier wieder Verweis auf Arzt für Naturheilkunde.
4. Was man nach der Diagnose "Osteomyelitis" denn macht, kann man im Internet nachlesen. Antibiotikakur hast du schon ohne Erfolg absolviert. Ich würde wieder auf den Arzt für Naturheilkunde verweisen, der möglicherweise einen Abstrich macht und eine mikrobiologische Analyse in irgendeinem spezialisierten Labor durchführen lässt (z. B. Biovis/Limburg Lahn).
5. Wieso du eine Schwellung hast, darüber kann man nur spekulieren. Ich – als medizinischer Laie – würde gerade auf die große Anzahl von Operationen und Manipulationen an Knochen- und Weichgewebe als Auslöser tippen. Ein Schnitt ins Gewebe ist immer ein Trauma. Das CT wurde vermutlich gemacht, um einen Tumor auszuschließen - d. h. "kein Ergebnis" ist doch gut!

Man sollte sich verabschieden von dem Gedanken, dass alles in der Medizin "diagnostizierbar" und "pharmazeutisch behandelbar" ist. Ich denke, jetzt braucht der Körper Ruhe und Zeit zur Ausheilung. Adrenalinausstoß runterfahren, Sympathikus und Parasympathikus wieder ins Lot bringen. Ansonsten auf die innere Stimme hören.

Gute Genesung!



Sued
Mitglied seit 27. 04. 2024
2 Beiträge

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser bei jedem Zahnarzt. Zahnarzt wechseln, der kann es nicht besser.

1. 3D CT und Schadensbegutachtung
2. Es ist eine Pilzinfektion in deinem Kiefer. Die lange Zeit Antibiotika schwächt deinen ganzen Körper, zerstört Darmflora. Dauerdurchfall. Der Bakterienherd gehört weg. Provisorium, ausheilen lassen, dauert Monate. Clindac ist knochengängig. Darmfloratabletten unbedingt dazu nehmen.
3. Dann überlegen, ob Implantat sinnvoll oder Brücke. Ich würde an deiner Stelle eine festsitzende Brücke bevorzugen.



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