Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

Implantat direkt nach Zahnziehen rein ?

Jan
Jan

Hallo,

mir ist ein Zahn abgebrochen und ich habe mich mit meinem Arzt für Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie und Plast.Operationen für ein Implantat entschieden.

Am kaputten Zahn (1. Zahn neben den Schneidezähnen OK r.) wurde vor 6 Jahren eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Durch den Zahn ging dabei ein Kanal und er ist danach abgestorben.

Meine erste Frage: Ich habe immer wieder gelesen, dass es keinen Sinn macht den (Rest-)Zahn bzw. die Wurzel zu ziehen und in der gleichen Sitzung das Implantat einzubringen, da es dort noch nicht sofort halten würde. Inwieweit ist das zutreffend ?

Zweite Frage:
Im Moment bin ich relativ starker Raucher (10-20 Zigaretten am Tag). Ich würde das Rauchen aufgeben -hoffentlich für immer- aber mindestens einige Monate bis der erste Heilungsprozess abgeschlossen ist (alleine schon weil die Kosten für das Implantat für meine Verhältnisse beachtlich sind).
Meine Frage ist nun: Bin ich wenn ich jetzt aufhöre und das Implantat in 3 Wochen eingesetzt wird ein "Risikopatient" ? Sollte ich mit dem Eingriff länger warten (länger nicht geraucht haben) um die Erfolgschancen zu erhöhen ?

Dritte Frage:
Mein Arzt hat sich aufgrund einer Röntgenaufnahme ein Bild von der Stabilität meines OK Knochens gemacht. Nach meiner Wurzelbehandlung hatte ich am Zahnhals (?) eine offene Stelle die nicht mehr vom Zahnfleisch bedeckt war und zunächst schlecht verheilt ist. Dort war auch ab und an ein "eingesetztes Mittel" zum Kochenaufbau zu bemerken (kleine Stückchen neuer Knochen lösten sich ab und an).
Bis jetzt hatte ich nie wieder Probleme, der Zahnhals ist trotz kontinuierlchen Rauchens wieder mit Zahnfleisch bedeckt und vom "unvollständigen Knochenaufbau" habe ich nichts bemerkt.
Meine Frage nun: Kann der Arzt anhand des Röntgenbildes verlässlich feststellen ob der Knochen tatsächlich ausgesprägt genug ist und belastbar genug für ein Implantat ist ?
Ich habe diesbezüglich irgndwie Bedenken und will Komplikationen vermeiden.

Ich bin 24 Jahre jung - ich weiß nicht inwieweit ich grundsätzlich größere Chancen auf einen stabilieren OK und einen guten Heilungsprozess habe. Meine Zahnpflege war leider nicht immer die beste...

Vielen Dank
Jan



Ingo
Ingo

Hallo Jan,
auf deine Frage 1 kann ich nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten.
Mein Zahnarzt in Deutschland hat mir seinerzeit abgeraten das Implantat direkt nach dem Extrahieren des Zahnes einzusetzen. Mein Implantologe war da anderer Meinung.
Und letztendlich hat es auch wunderbar funktioniert beides in einer Sitzung zu machen.
Gruss
Ingo



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

Hallo,
ich denke nicht, dass es etwas mit "Deutschland" zu tun hat. Ich weiss auch nicht was mit solchen Äusserungen bezweckt wird. Ist hier wieder ein Werbeträger für ein ausländische Zahnklinik unterwegs?
Die Sofortimplantation (Ziehen und Implantieren in einer Sitzung) ist bei einwurzeligen Zähnen mittlerweile Therapie der Wahl, da hierdurch der Knochen am besten erhalten werden kann. Allerdings müssen dafür ein paar Voraussetzungen erfüllt sein u.a.:
1. keine schweren Entzündungen
2. Knochenangebot muss ausreichen um eine sichere Primärverankerung des Implantats zu erzielen. Das ist nur ein Problem, wenn weite Anteile der lippenseitigen Knochenwand fehlen.
Das Rauchen ist nicht nur ein Kurzzeitproblem bei der Einheilung, sonden auch ein Dauerproblem (Knochenabbau, wiederkehr. Entzündungen möglich).
Die Pause ist aber in jedem Fall hilfreich/sinnvoll, so dass ich glaube, dass das risikoarm gut gehen wird.
Bei der dritten Frage kann ich Ihnen leider nicht weiterhlfen. Das muss jemand mit Röntgenbild und Untersuchung abklären.
Gruß
B. Zahedi



Ingo
Ingo

Hallo herr Dr. Zahedi,

das Ganze soll nichts mit Werbung zu tun haben.
Mir kam es im Gegenteil nur so vor, dass der deutsche Zahnarzt gerne einen zweimaligen Eingriff abgerechnet hätte. Und sich die Implantate im Ausland setzen zu lassen ist doch nicht verboten.
Es handelte sich übrigens um 2 Backenzähne Unterkiefer.
Gruss
Ingo



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

Hallo,
das mit dem Abrechnen ist absoluter Quatsch. Die Vergütung einer Zahnentfernung ist lächerlich, der Aufwand (Vorbereitung, Nachbereitung) ist hoch. Gerade aus Kostengründen ist alles in einer Sitzung von Behandlerseite wünschenswert.
Die "alte Schule" ist mit Sofortimplantaten zurückhaltend. Die wissen/können es nicht besser.
Übrigens: bei mehrwurzeligen Zähnen ist das Sofortimplantat meist nicht möglich/sinnvoll, da es am besten zwischen die (ehemaligen) Wurzeln positioniertt werden sollte. Das klappt meist nicht, da nach Entfernung der Wurzeln nicht genügend Substanz da ist.
Gruß
B. Zahedi



Ingo
Ingo

Hallo ,
also bei mir hats bestens funktioniert. Abhängig vom ausgewählten Implantattyp scheiden sich auch hier die Geister.
Dass die Vegütung der reinen Extraktion sehr gering ist, ist meines Erachtens kein Problem für manchen. Ein findiger Zahnarzt wird genug Zusatzbehandlungen finden, die er mitabrechnet.( im Vergleich beim allgemeinbehandelnden Arzt fällt mir da mal das neuerdings praktizierte quartalsmässige Blutdruckmessen bei jedem Patienten ein.)
Und zur "alten Schule" kann ich eigentlich nur sagen: Davon gibts anscheinend leider ne ganze Menge.Wozu denn auch Fortbildung, wenn man in der gleichen Zeit mit der "alten " Methode Geld verdienen kann.
Damit habe ich selbstverständlich nicht sie gemeint, Herr Dr. Zahedi. Ich schätze Ihre Beiträge stets sehr.
Gruss
Ingo



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

Hallo,
da haben Sie sicherlich auch recht.
Allerdings hat das mit dem Implantattyp bei mehrwurzeligen Zähnen eigentlich nichts zu tun. Möglicherweise wurde bei Ihnen (wenn es sich um einen mehrwurzeligen Zahn gehandelt hat) in eines der beiden Wurzelfächer implantiert.
Gruß
B. Zahedi



Ingo
Ingo

Hallo ,
mein Implantologe meinte, dass es neuerdings nicht mehr Standard ist das Implantat zwischen die Wurzelfächer zu setzen.
Das Implantat wird in eine der Wurzelfächer eingebracht.
Allerdings ist dies keine standardisierte Behandlung sondern von der individuellen Situation abhängig.
Im März 2006 auf einem Symposium in Salzburg wäre darüber ausführlich referiert worden.
Gruss
Ingo



Dr. Dr. B. Zahedi
Mitglied seit 06. 12. 2000
4035 Beiträge

das Implantat sollte da stehen, wo es die Last für seinen Einsatzweck (hier: Backenzahnersatz) am besten aufnehmen kann. Bei einem zweiwurzeligen Zahn (im Unterkiefer) wird das eindeutig zentral (zwischen den beiden Wurzeln) sein. Es sei denn, man ersetzt je Wurzel (also 2 Implantate für einen Zahn).
Alles andere ist Geschwätz.



Ingo
Ingo

es tut mir leid, wenn sie das als Geschwätz abtun. Ich habe die Aussage lediglich an den Implantologen weitergeleitet, der mich behandelt hat.
Die Tatsache, dass es bei mir sehr gut funktioniert hat lässt mich allerdings annehmen, dass der mich behandelnde Arzt hier eher recht hat.
Ich werde allerdings das ganze noch detaillierter hinterfragen und Ihnen dann gerne nähere Informationen zukommen lassen ( Ihr Interesse vorausgesetzt).

Gruss
Ingo
Gruss
Ingo