Diskussions-Forum Zahnimplantate und Zahnersatz

feste dritte Zähne an einem Tag?

Hilde B.
Hilde B.

Habe durch intensive Suche im Internet einige Praxen/ Zahnkliniken gefunden, die feste dritte Zähne an einem Tag versprechen. (durchaus seriös) Dabei werden die Implantate, ich drücke es mal so aus, Richtung Jochbein verankert. Das soll auch bei Patienten funktionieren, die wenig Knochenmaterial haben und bei denen auf herkömmliche Weise nur Miniimplantate möglich sind. Bei dieser Behandlung sind die Zähne aber ja herausnehmbar. Mein Traum wäre, feste Zähne zu haben, da ich bis jetzt eine Vollprothese trage. Ich habe sehr grosse Komplexe und achte darauf, dass ich nie mit offenem Mund lache.

Hat schon jemand Erfahrung damit?

Würde mich freuen, wenn Ärzte aus dem Forum auch antworten würden.

herzliche Grüße
Hilde



dr.kaizwanzig
Mitglied seit 26. 04. 2008
429 Beiträge

Guten Tag,
das Konzept was Sie meinen heisst "All-on-4". Dort muss man die Zähne festsitzend verschrauben, ansonsten funktioniert das Konzept nicht. Es werden zwei Implantate im vorderen Teil des Kiefers eingebracht und zwei, wie sie schon gesagt haben, werden oft die hinteren Implantate als Zygoma-Implantate in den Jochbeinen verankert. So erreichen sie eine polygonale Abstützung, worauf sofort im Anschluss an die OP ein erstes Provisorium verschraubt wird. Es muss deshalb erst ein Provisorium gemacht werden, da man den definitiven Zahnersatz nicht im Vorfeld so exakt herstellen kann, dass er 100% passen würde. Dieser wird aber später auch fest auf den Implanten verschraubt und kann nur vom ZA entfernt werden. Dieses Konzept funktioniert gut, zumindest wenn es von Ärzten durchgeführt wird, die einige Erfahrung damit haben. Sie müssen halt wissen, worauf Sie sich da einlassen. Sie dürfen nicht erwarten, dass sie den allerhöchsten Kaukomfort bekommen, wie wenn man z.B. den ganzen Knochen wieder rekonstruiert und später eine Versorgung auf mehr Implantaten durchführt. Auch wenn die Zähne bei All-on-4 fest sind, es wird immer eine Prothese bleiben, oft mit sehr viel künstlichem Zahnfleischanteil. Wenn Ihnen das nichts ausmacht, dann steht dieser Versorgung nichts mehr im Weg. Wie gesagt, es ist eine gute Lösung, um schnell ein Ergebnis zu bekommen. Trotzdem ist es recht kostenintensiv, da viel Planung und Vorbereitung dahinter steht.
Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung
Mit besten Grüßen aus Bielefeld
Dr. Kai Zwanzig



Hilde B.
Hilde B.

Hallo Herr Doktor Zwanziger,

vielen Dank für Ihre Antwort!

Ich habe einfach Angst vor einer Knochenentnahme aus dem Beckenkamm. Darum konnte ich es kaum fassen, dass es auch ohne geht.

Bei einem Zahnfleischaufbau ist es doch auch eine Prothese, wenn man keine eigenen Zähne mehr hat? Oder sehe ich das falsch?

Viele Grüße- Hilde



Tortenheini
Mitglied seit 01. 07. 2011
9 Beiträge

Hallo Hilde,

habe vor zwei Wochen "neue Zähne an einem Tag" erhalten,
allerdings habe ich 6 Implantate im OK erhalten (all on six).
Du brauchst keine Angst haben, mit dem richtigen und erfahrenen Zahnarzt ist das in der Regel
unproblematisch (sogar ohne Vollnarkose).
Ablauf:
Beruhigungstablette, örtliche Narkose, Zähne raus, Implies rein, Anfertigung des festsitzenden
Sofortprovisoriums ohne Gaumenplatte.
Zeitfenster: Du kommst gegen 9.00 Uhr und gehst mit festen Zähnen um ca. 17 Uhr.
Eingliederung der festsitzenden (und bedingt abnehmbaren) Brücken nach ca. 4 Monaten, fertig !!!
Weitere Fragen ? Gerne doch !

Viel Glück!
Niels



Auweh
Mitglied seit 03. 02. 2014
3 Beiträge

Hallo Niels,

herzlichen Dank für deine "Mutmachzeilen"!

Hab mich jetzt im Forum angemeldet, damit wir evt. Näheres per Mails austauschen können. Unter Hilde B war es nicht möglich, ist scheinbar schon vergeben.

Mein Benutzername ist jetzt Auweh, als Name verwende ich meinen Zweitnamen Maria.

Hast du oben auch keine eigenen Zähne mehr?

Ich war bei einer kostenlosen Info/ Beratung im M. Einen Termin zur 3 D Röntgenaufnahme habe ich in knapp 4 Wochen. Sollten Implantate ohne Knochenaufbau möglich sein, würde ich auch abends die Klinik mit festen (nur von der Praxis herausnehmbaren) Zähnen verlassen.

Die Praxis macht seit über 25 Jahre Zahnimplantate. Von mir sind es über 150 KM zu fahren, da ich ein Landei bin. Ich denke jedoch, lieber weit fahren und eine Praxis mit Erfahrung nehmen.

Berichte doch noch weiter von dir.

Viele Grüße
Maria, alias Hilde B.

Unten habe ich den Text der weiteren Behandlung zitiert
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
In den ersten drei Tagen nach der Operation treten Schwellungen auf, die nach sechs Tagen wieder abgeklungen sind. Blutergüsse sind nach einem Zeitraum von etwa zehn Tagen meist nicht mehr zu erkennen.

Nach einer Woche entfernen wir die Nähte und kontrollieren Ihren Zahnersatz. Danach wird das individuell angefertigte Stahlgerüst eingearbeitet (bitte 3-4 Stunden Wartezeit einplanen). Sie erhalten von uns auch eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihre neuen festen Zähne am Besten reinigen und pflegen.

Vier Monate später
Der endgültige Zahnersatz wird nach 3-4 Monaten noch mal an die abgeheilte Situation angepasst.

Der zweite Nachsorgetermin nach knapp 2 Monaten
Sechs Wochen nach der Erstkontrolle erfolgt die nächste Untersuchung und die Planung der weiteren Schritte. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich schon sehr genau feststellen, wie erfolgreich die Behandlung war.

Ein Leben lang
Es reicht, wenn Sie sich danach zwei- bis dreimal im Jahr in unserer Praxis einfinden. Wir nehmen den Zahnersatz ab und reinigen die Durchtrittsstellen der Implantate mit einem speziellen Pulver. Alle ein bis zwei Jahre ist eine Röntgenaufnahme zur Kontrolle sinnvoll.



Tortenheini
Mitglied seit 01. 07. 2011
9 Beiträge

Hallo Maria,

richtig, mir wurden im OK alle verbliebenen 12 Zähne gezogen. Grund dafür war halt starker Knochenrückgang im OK, die Zähne wurden beweglich und immer länger. Vorher wurde mit der 3 D Diagnostik festgestellt ob genügend Knochen zur Implantation zur Verfügung steht. Wenn ich mich recht erinnere wurden 14 mm gemessen. Ich werde im September 52 Jahre alt.
Die eigentliche OP (Beginn 9.00 Uhr) dauerte 3,5 Stunden in völliger Schmerzfreiheit (Exen der Zähne, Einsetzen der 6 Implantate). Die Zeit danach verbrachte der in der Praxis ansässige Zahntechniker damit das Langzeitprovisorium herzustellen, welches mir dann gegen 16.30 Uhr eingesetzt wurde. Mein Gesicht war weder geschwollen noch blau, ich war selber überrascht wie
unverändert ich war. Zwischendurch gab es sogar ein Käffchen für mich. Bislang sind Optik und Funktion der neuen Beisserchen überragend, ich bin mir auch sicher, dass das so bleibt wenn dann die finalen Kronen (3 oder 4 Brücken) eingesetzt werden.Weitere Details gerne in einer PN wenn Du
mir Deine Mailadresse mitteilst, denn an die Forenregeln möchte ich mich unbedingt halten.
Vorerst alles Gute für Dich und Deine weitere Behandlung.

Niels



Auweh
Mitglied seit 03. 02. 2014
3 Beiträge

Hallo Niels,

verspäteten Dank für deine nochmalige Antwort. Bin momentan viel beschäftigt.

Auch ich möchte mich an die Forenregeln halten.

Wie gehts dir nach der Anfangszeit mit deinen neuen "Beisserchen", alles im grünen Bereich?

Damit wir uns privat austauschen können, meine Adresse. Um keine Werbemails zu erhalten, schreibe ich diese so, damit Suchmaschinen sie nicht finden. Soll heissen, Punkt wird gemacht- nicht ausgeschrieben und keine Pause zwischen den Wörtern.

AuBacke Punkt Hilfe@t-online.de

Vielleicht schreibt doch noch jemand, der dieses System all on four hat.

Zitat:
Bei einem Zahnfleischaufbau ist es doch auch eine Prothese, wenn man keine eigenen Zähne mehr hat? Oder sehe ich das falsch?

Wäre für eine Antwort von einem Arzt aus dem Forum dankbar! icon_smile.gif

Beste Grüsse
Maria



Winterblues
Mitglied seit 06. 12. 2012
2 Beiträge

Hallo,

falls das Thema noch aktuell sein sollte, kann ich gerne von meinen eigenen Erfahrungen mit All-on-4 berichten. Mir wurden 4 Implantate im OK eingesetzt (am 11.11.), nachdem mir zuvor am 08.03. alle Zähne im OK gezogen worden waren.

An die Vollprothese mit Gaumenplatte konnte und wollte ich mich nicht gewöhnen, so musste also eine für mich tragbare und finanzierbare Lösung mit Implantaten gefunden werden. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Implantologen. Sehr professionell und wirklich kompetent und verständnisvoll. Jeder einzelne Schritt wurde mir genauestens erklärt - und auch verschiedene Alternativen zur Implantatsetzung wurden eingehend besprochen und anhand von Fallbeispielen aus seiner Praxis (natürlich anonym) vorgestellt.

Wir entschieden uns gemeinsam für die All-on-4 Methode und wie gesagt erfolgte die Implantatsetzung am 11.11. unter lokaler Anästhesie. Der Vorgang war überhaupt nicht schmerzhaft und die Schwellungen an den nächsten 3 Tagen hielten sich sehr in Grenzen. Schmerzen waren keine da. Alles super!

Noch befinde ich mich in der Einheilphase (6 Monate), so dass ich die Implantate nicht belaste, sondern wirklich nur weiche Kost zu mir nehme (alles, was ich mit der Zunge am nun prothesenfreien Gaumen zerdrücken kann - mehr nicht, nix kauen!!). Ich lasse die Implantate in
regelmäßigen Abständen von 8 Wochen kontrollieren (Abnahme des Provisoriums, Sichten und Spülen der Implantate).

Ein Ende ist in Sicht! Am 13.05. ist es soweit und die Abschlussuntersuchung mit erneuter DVT-Aufnahme und dann werde ich an den weiterbehandelnden Zahnarzt übergeben, der dann die endgültige Prothetik herstellen wird. Ich freue mich sehr.

Die Kosten von rund € 8.000 für die Implantate (Vorbereitung, Implantate, Nachsorge etc.) und weiteren € 6.000 für die Prothetik sind - denke ich - normal und was die Lebensqualität angeht jeden Cent wert!



Andre
Andre

Hallo

Ich stehe vor der selben Problematik. Mein Zahnarzt hat mir für den OK auch die on all 4 Methode empfohlen, da meine restlichen Zähne nicht mehr erhaltungswürdig sind.
Übrigens.....bin 53 Jahre alt.

Ende des Monats habe ich ein Termin zur Kosten und Heilplan Erstellung.
Im UK sind wohl 4 Zähne noch erhaltungswürdig. Welche Prothese man mir empfiehlt, ist noch ungewiss.
Ich bin auf diesem Gebiet völliger Laie und habe nun verständlicher Weise Angst, zu viel bezahlen zu müssen.
Eine grobe Einschätzung der Kosten nur alleine für den OK wurde mit ca. 17.000€ beziffert.
Rechnet man beides zusammen, dann könnten schnell 40.000€ wohl draus werden.....
Dann müßte ich allerdings ein Teil finanzieren.....

Worauf sollte man nun beim Erstgespräch achten??? Was ist wichtig??
Wo sollte man nachhacken bzw. genauer Nachfragen??

Irgend wie kommt es mir auch etwas merkwürdig vor, da man nur sehr wenig Info bzw. Rückmeldungen von Patienten lesen kann, die mit dieser Methode behandelt werden.
Bin für jeden Tip dankbar.....4

Andre



Andre
Mitglied seit 03. 04. 2014
25 Beiträge

Hallo

Ich stehe vor der selben Problematik. Mein Zahnarzt hat mir für den OK auch die on all 4 Methode empfohlen, da meine restlichen Zähne nicht mehr erhaltungswürdig sind.
Übrigens.....bin 53 Jahre alt.

Ende des Monats habe ich ein Termin zur Kosten und Heilplan Erstellung.
Im UK sind wohl 4 Zähne noch erhaltungswürdig. Welche Prothese man mir empfiehlt, ist noch ungewiss.
Ich bin auf diesem Gebiet völliger Laie und habe nun verständlicher Weise Angst, zu viel bezahlen zu müssen.
Eine grobe Einschätzung der Kosten nur alleine für den OK wurde mit ca. 17.000€ beziffert.
Rechnet man beides zusammen, dann könnten schnell 40.000€ wohl draus werden.....
Dann müßte ich allerdings ein Teil finanzieren.....

Worauf sollte man nun beim Erstgespräch achten??? Was ist wichtig??
Wo sollte man nachhacken bzw. genauer Nachfragen??

Irgend wie kommt es mir auch etwas merkwürdig vor, da man nur sehr wenig Info bzw. Rückmeldungen von Patienten lesen kann, die mit dieser Methode behandelt werden.
Bin für jeden Tip dankbar.....4

Andre